Sprachrohr und Lobby für Betroffene

Bayerische Epilepsieberatungsstellen treffen sich in Regensburg

Achtsamkeit und Resilienz gehen Hand in Hand bei der Zusammenarbeit von Beraterinnen und Beratern mit an Epilepsie erkrankten Menschen. Achtsamkeit ist wichtiges Element der Beratungskompetenz, gleichsam Haltung und Methode, welche die Resilienz – die Fähigkeit Krisen zu bewältigen – Betroffener entscheidend fördern kann. „Es geht darum, den anderen freundlich wahrzunehmen ohne zu beurteilen", erklärt die Leiterin der Epilepsie Beratung Regensburg, Iris Schadenfroh.

In der Beratungsarbeit gilt für die beratenden Fachkräfte wie auch für die Ratsuchenden: Wohlwollend, freundlich und akzeptierend sich selbst gegenüber sein, sind die Grundannahmen der Achtsamkeit. Das Zitat von Jon Kabat-Zinn, emeritierter Professor an der University of Massachusetts Medical School in Worcester: „Du kannst die Wellen nicht anhalten, aber du kannst lernen auf ihnen zu reiten", macht deutlich, wie es gelingen kann, mit einer Epilepsieerkrankung umzugehen, in dem man sie als Teil des eigenen Lebens akzeptiert. Denn vielfach können Menschen, die an Epilepsie erkrankt sind, nur dieses tun. So wirken die Beraterinnen und Berater in den Epilepsieberatungsstellen darauf hin, die Resilienz ihrer Klientinnen und Klienten zu fördern, damit diese  ihre Erkrankung in das eigene Sein integrieren und Expertin oder Experte für die eigene Lebenssituation zu werden.

Ihren jährlichen Klausurtag nutzen die Beraterinnen und Berater der Epilepsieberatungsstellen aus ganz Bayern, um sich zu vernetzen und gemeinsame Anliegen voranzubringen. Sie verstehen sich als Sprachrohr für die Klientinnen und Klienten und bilden eine starke Lobby, um die Anliegen der Betroffenen einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. In diesem Jahr fand der Klausurtag in Regensburg statt, organisiert von den Mitarbeiterinnen der Epilepsie Beratung Regensburg in Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge. In den Räumen des Sozialpädiatrischen Zentrums St. Martin trafen sich vierzehn Beraterinnen und Berater aus sieben Regierungsbezirken. Die von den Regensburger Mitarbeiterinnen eingeladene Achtsamkeitslehrerin und Psychotherapeutin (HPG) Heike Cetto aus Abensberg erwies sich als sehr kompetente und höchst sympathische Referentin. Sie zeigte auf, wie Achtsamkeit und Resilienz in der alltäglichen Beratungspraxis angebahnt und wie die Fähigkeiten der Ratsuchenden Klienten im Umgang mit ihrer Epilepsieerkrankung erweitert werden können. Iris Schadenfroh, Leiterin der Beratungsstelle in Regensburg, war sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Die Referentin hat uns in entspannter Arbeitsatmosphäre eine wichtige Erweiterung unseres Handwerkszeuges für die kompetente Unterstützung unserer Klienten und Klientinnen angeboten."

Weitere Informationen und Beratung bei:

Epilepsie Beratung Regensburg, Konrad-Adenauer-Allee 30 in 93051 Regensburg, Telefon: 09 41 4 09 26 85, E-Mail: info@epilepsie-beratung-opf.de, www.epilepsie-beratung-opf.de

Text: Iris Schadenfroh / Christine Allgeyer