Ausgezeichnete Förderung und Begleitung

Mit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) haben Menschen mit Behinderungen mehr Möglichkeiten der Teilhabe und der Selbstbestimmung. Dies gilt auch für das Wunsch- und Wahlrecht hinsichtlich ihres Arbeitslebens. So ist das Eingangsverfahren und das Absolvieren des Berufsbildungsbereichs jetzt nicht nur in Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) möglich, sondern auch bei „anderen Leistungsanbietern" wie der Lernwerkstatt der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. (KJF).

Patrick fühlt sich in der neuen Maßnahme Lernwerkstatt gut aufgehoben

Damit die Maßnahme auch in vergleichbaren Einrichtungen angeboten werden kann, fordert der Gesetzgeber ein geeignetes Konzept (Qualitäts- und Leistungshandbuch), das die Bundesagentur für Arbeit prüft und gegebenenfalls genehmigt. Die Lernwerkstatt ist eine der ersten Einrichtungen in Bayern, die diese Genehmigung bekommen hat. „Wir sind sehr stolz darauf, nun auch für diejenigen, die außerhalb der WfbM ihren Weg ins Arbeitsleben gehen wollen, ein Angebot zu haben," so Einrichtungsleiter Hubert Schmalhofer. Ein gutes Beispiel ist Patrick: er hat bereits einen langen Weg der Ausbildungs- und Berufssuche hinter sich, nie war das Passende für ihn dabei. Bis er auf die Maßnahme „Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich" der Lernwerkstatt gestoßen ist. Nun fühlt er sich endlich gut aufgehoben und ist angekommen: „Besonders gut gefällt mir die intensive Betreuung und die gute Atmosphäre," so Patrick. Die Intensität der Betreuung ist der zentrale Faktor des neuen Angebots der Lernwerkstatt, der sich während der gesamten Förderdauer bis zur Nachbetreuung erkennen lässt.

Das Ziel ist der erste Arbeitsmarkt

Am Anfang der Maßnahme steht das Eingangsverfahren, das je nach Bedarf zwischen vier Wochen und drei Monaten dauert. In dieser Zeit erfolgt unter anderem eine berufliche Orientierung, der eine Berufsdiagnostik folgt. Der Berufsbildungsbereich schließt sich dem Eingangsverfahren an. Mit einer Dauer von insgesamt 24 Monaten setzt er sich aus einem 12-monatigen Grund- und einem 12-monatigen Aufbaukurs zusammen. In dieser Phase werden berufliche Grundlagen mit unterschiedlichen Schwerpunkten gesetzt – je nach Stärken und Schwächen der Teilnehmer*innen. Ob kreatives Arbeiten, Tätigkeiten im Holz- oder Metallbereich oder am PC –  die Lernwerkstatt bietet ein breites Angebot an Einsatzbereichen. Werkstattleiter Vladislav Perkov erklärt: „Während unserer intensiven Betreuung versuchen wir die Stärken zu stärken und herauszufinden welches Potential noch unentdeckt geblieben ist. Ziel ist es die Teilnehmerinnen und Teilnehmer qualifiziert und kompetent am ersten Arbeitsmarkt zu integrieren."

Nachbetreuung inklusive

Die Integration in den Betrieb wird sorgsam vorbereitet und in der Lernwerkstatt wird je nach Wunsch des Betriebs die intensive und individuelle Qualifizierung fortgeführt. Damit auch wirklich alles klappt bietet die Lernwerkstatt eine intensive Nachbetreuung an. „Die gute Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der Wirtschaft ist uns sehr wichtig. Wir haben stets die Interessen des Unternehmens und die unserer Teilnehmer*innen im Blick. Nur dann kann auf Dauer eine langfristige und zufriedenstellende Teamarbeit entstehen", so Werkstattleiter Vladislav Perkov.

Text und Bild: Olga Arnstein