Schulbegleitung am SFZ Regenstauf
null Schulbegleitung am SFZ Regenstauf
Regensburg (RL). Das Kreisjugendamt des Landkreises Regensburg hat gemeinsam mit der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg (KJF) und dem Sonderpädagogischen Förderzentrum (SFZ) Regenstauf das Pooling-Modell in der Schulbegleitung erfolgreich weiterentwickelt. Nach einer Erprobungsphase in einzelnen Klassen wird das Modell ab dem Schuljahr 2025/2026 auf die gesamte Schule ausgeweitet. Im Rahmen eines Pressetermins am SFZ Regenstauf wurde die Weiterentwicklung der Schulbegleitung aus unterschiedlichen Perspektiven vorgestellt.
Landrätin Tanja Schweiger, der Direktor der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg, Michael Eibl, sowie die Schulleitung des SFZ Regenstauf, Kathrin Graf ordneten das Pooling-Modell aus politischer, trägerseitiger und schulischer Sicht ein. Einen fachlichen Impuls zu den Veränderungen und Auswirkungen des Pooling-Modells für Kinder und Eltern gab Yvonne Tyl, Leitung der Ambulanten Hilfen der St. Vincent Kinder- und Jugendhilfe. Ergänzend stellten Johann Götz, Leiter des Kreisjugendamtes, und Janine Driessen, stv. Leiterin des Kreisjugendamtes, die Einordnung aus Sicht der Jugendhilfe dar.
Perspektiven aus der Schule brachten zudem Michaela Ziegler-Pawa (Jugendsozialarbeit an Schulen) und Katharina Heißmann (Lehrkraft) ein. Darüber hinaus nahmen Daniela Wanderer, Leitung der St. Vincent Kinder- und Jugendhilfe, sowie Eltern aus der Schulgemeinschaft am Pressetermin teil. Eine anschließende Diskussion rundete den Austausch ab.
Ziel der Weiterentwicklung ist es, Unterstützungsleistungen für Kinder mit besonderem Bedarf bedarfsgerecht, rechtssicher und wirksam zu gestalten. Durch die schulweite Umsetzung können Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter flexibler und auch klassenübergreifend eingesetzt werden. So ist es möglich, im Schulalltag zeitnah auf unterschiedliche Unterstützungsbedarfe zu reagieren und die vorhandenen personellen Ressourcen gezielt einzusetzen. Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung zwischen Schule, Träger und Kreisjugendamt und wird fortlaufend fachlich begleitet.
Am SFZ Regenstauf mit insgesamt zwölf Klassen ist die Katholische Jugendfürsorge Regensburg im Auftrag des Kreisjugendamtes Träger der Schulbegleitungen. Derzeit sind für 23 anspruchsberechtigte Kinder Schulbegleitungen bewilligt – davon fallen 17 in den Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes. Insgesamt stehen 20 Fachkräfte in verschiedenen Teilzeitmodellen zur Verfügung, einschließlich einer Koordinationskraft. Einzelne Kinder mit besonders hohem Unterstützungsbedarf erhalten auch im Rahmen des Pooling-Modells weiterhin eine intensive Begleitung. Darüber hinaus profitieren zahlreiche weitere Kinder ohne eigenen Rechtsanspruch von den eingesetzten Ressourcen. Durch den klassen- und situationsübergreifenden Einsatz der Schulbegleitungen können Unterstützungsleistungen auch dort erbracht werden, wo sie kurzfristig erforderlich sind – etwa in Übergangssituationen, bei sozialen oder emotionalen Herausforderungen oder zur Stabilisierung des Unterrichts im Klassenverband.
Landrätin Tanja Schweiger betonte beim Pressetermin die Bedeutung des Modells: „Wir stehen vor der Herausforderung, steigende Unterstützungsbedarfe verantwortungsvoll zu steuern, ohne den Anspruch der Kinder auf Teilhabe infrage zu stellen. Dabei steht für uns immer das einzelne Kind im Mittelpunkt. Das Pooling am SFZ Regenstauf zeigt, dass wir bestehende Strukturen im geltenden Rechtsrahmen weiterentwickeln können – und dabei den individuellen Unterstützungsbedarf jedes Kindes im Blick behalten.“
Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg, hob die fachlichen Vorteile hervor:„Der zentrale Vorteil des strukturellen Poolings liegt darin, dass Schulbegleitung nicht mehr isoliert für einzelne Kinder organisiert wird, sondern als gemeinsam verantwortete Unterstützungsstruktur im Schulalltag wirkt. Das schafft Verlässlichkeit für die Schule, erleichtert die fachliche Koordination und ermöglicht einen zielgerichteten Einsatz der vorhandenen Ressourcen.“
Auch Yvonne Tyl, Leitung der Ambulanten Hilfen der St. Vincent Kinder- und Jugendhilfe, unterstrich den fachlichen Ansatz: „Ein Arbeiten im Pooling ist das, was wir seit jeher wollten. Damit können wir die Kinder bedarfsgerecht unterstützen – so viel wie nötig, so wenig wie möglich.“
Aus schulischer Sicht zog Schulleiterin Kathrin Graf eine positive Zwischenbilanz: „Für uns ist entscheidend, dass Unterstützung im Unterricht flexibel und teamorientiert erfolgt. Das Pooling erfordert eine enge Zusammenarbeit von Lehrkräften, Schulbegleitungen und der Jugendsozialarbeit an Schulen. Nur so können pädagogische Ressourcen wirksam im Schulalltag eingesetzt werden.“
Johann Götz, Leiter des Kreisjugendamtes, ordnete das Modell aus Sicht der Jugendhilfe ein: „Pooling ist kein Sparinstrument, sondern ein fachliches Steuerungsinstrument. Es geht darum, Schulbegleitung gezielt dort einzusetzen, wo sie notwendig ist, und die Bedarfe regelmäßig zu überprüfen. Eine intensive Begleitung bleibt immer dann erforderlich, wenn der Unterstützungsbedarf eines Kindes nicht durch gemeinschaftliche oder strukturelle Lösungen abgedeckt werden kann.“
Beim Pressetermin wurde zudem die Perspektive der Eltern thematisiert. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Transparenz, Verlässlichkeit und eine gute Abstimmung zwischen Schule, Träger und Jugendhilfe für den Schulalltag der Kinder sind.
Der Pooling-Ansatz wird inzwischen auch an weiteren Schulen im Landkreis Regensburg umgesetzt, darunter am SFZ Neutraubling, am SFZ Hemau sowie am Pater-Rupert-Mayer-Zentrum. Die Ausgestaltung erfolgt jeweils angepasst an die örtlichen Rahmenbedingungen und wird durch einen regelmäßigen fachlichen Austausch zwischen Schule, Träger und Kreisjugendamt begleitet und fortlaufend überprüft.
Bildunterschrift: Bei der Vorstellung des Pooling-Modells in der Schulbegleitung (unten v.l.): Franziska Pfab (Elternteil aus der Schulgemeinschaft), Daniela Wanderer, Leitung St. Vincent Kinder- und Jugendhilfe, Kreisjugendamtsleiter Johann Götz, Landrätin Tanja Schweiger, Michael Eibl, Direktor Katholische Jugendfürsorge Regensburg (KJF), Jakob Pfreimer (Elternteil aus der Schulgemeinschaft). Oben v.l.: Michaela Ziegler-Pawa, Jugendsozialarbeit an Schulen, Janine Driessen, stellvertretende Leiterin Kreisjugendamt, Yvonne Tyl, Leitung Ambulante Hilfen der St. Vincent Kinder- und Jugendhilfe, Kathrin Graf, Schulleitung SFZ Regenstauf; Katharina Heißmann, Lehrkraft SFZ Regenstauf, Christiane Lehmann (Koordinationskraft Schulbegleitung), Maria Eichinger, stellvertretende Leitung Ambulante Hilfen der St. Vincent Kinder- und Jugendhilfe. Foto: H.C. Wagner
Landratsamt Regensburg / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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