null Segnung eines neuen Standorts für einen Kreativberuf:

Seit 50 Jahren bildet die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. (KJF) Heilpädagoginnen und Heilpädagogen in der Fachakademie für Heilpädagogik aus. im Dezember 2025 hat die Akademie ihren neuen Standort im Andreasstadel bezogen. Zur Segensfeier mit KJF-Vorsitzendem Domkapitular Michael Dreßel kamen zahlreiche Gäste.

Gemeinsam freuten sich die Gäste der Segnungsfeier, dass die Fachakademie für Heilpädagogik im Andreasstadel ein neues Zuhause gefunden hat. (Foto: Christine Allgeyer)

Landrätin Tanja Schweiger schätzt die Bildungseinrichtung der KJF sehr, in ihrem Grußwort stellt sie heraus: „Seit über 50 Jahren steht die Fachakademie für Heilpädagogik in Regensburg für Kompetenz, Herz und gelebte Verantwortung – getragen von der Katholischen Jugendfürsorge, der ich mich seit jeher eng verbunden fühle. Mit dem neuen Standort im Andreasstadel schafft die KJF einen Ort, der Tradition und Zukunft auf wunderbare Weise verbindet und beste Bedingungen für eine praxisnahe, werteorientierte Ausbildung bietet.“ Auch Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer ist vom neuen Standort der Fachakademie begeistert: „Ich freue mich sehr, dass die Fachakademie für Heilpädagogik im wunderschönen historischen Andreasstadel ein neues Zuhause gefunden hat. Allen, die hier lernen und arbeiten, wünsche ich viel Freude an diesem inspirierenden Lernort – mitten im Grünen und doch zentral in der Altstadt. Ich freue mich, dass die Katholische Jugendfürsorge mit diesem Standort ein weiteres Zeichen für die hohe Qualität der Heilpädagogik in unserer Stadt setzt.“

 

Inspirierender Lernort für Architekten der Inklusion

„Ist das nicht ein inspirierender Ort zum Lernen?“, freut sich KJF-Direktor Michael Eibl über das neue Zuhause der Fachakademie. „Und hier werden nun engagierte Dozentinnen und Dozenten mit der Akademieleiterin Petra Altenhofer unsere künftigen, so wertvollen Fachkräfte ausbilden. Der Beruf der Heilpädagogik ist ein wunderbarer Kreativberuf, deshalb passt diese Akademie bestens in den Andreasstadel.“ Er blickt zurück auf die Entstehung der Bildungseinrichtung. „Zu verdanken haben wir die Gründung der Akademie im Jahr 1972 unserem im November 2025 verstorbenen Ehrenvorsitzenden und langjährigen Direktor der KJF, Prälat Dr. Josef Schweiger. Er hat die Zeichen der Zeit bereits vor über 50 Jahren erkannt und für die Professionalisierung der heilpädagogischen Arbeit in den Kinderheimen und in den Einrichtungen der Behindertenhilfe gesorgt. Mittlerweile zeichnet sich die Akademie durch eine über 50-jährige Ausbildungstradition aus. Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Heilpädagogik sichern die hohe fachliche Qualität.“ Wenn Heilpädagogen als Architekten der Inklusion bezeichnet werden, so Eibl weiter, dann treffe dies genau ihre Aufgabe. „Denn sie gestalten Inklusion in Arbeitsfeldern der Teilhabeleistungen für Menschen mit Behinderungen, den Erziehungshilfen, der Altenhilfe und in Bildungseinrichtungen.“

Akademieleiterin Petra Altenhofer bedankte sich für die wertschätzenden Worte und sagte: „Wir freuen uns über die Räumlichkeiten im Herzen von Regensburg und die heutige Segnung. Uns ist es wichtig, dass dieser Ort Raum bietet für Austausch und Begegnung, er ein Lernort wird für professionelles menschliches Miteinander.“

 

Gibt es einen schöneren Ort zum Lernen?

Der neue Standort im Künstlerhaus Andreasstadel besticht durch sein historisches Ambiente. Zusätzlich zur Fachakademie für Heilpädagogik beherbergt er Förderateliers und diverse Kulturinitiativen. Mit dem Restaurant Akademiesalon und den Programmkinos Wintergarten ist er Begegnungs- und Kommunikationsort im Quartier Stadtamhof. In diesem Umfeld ergeben sich für die angehenden Heilpädagoginnen und Heilpädagogen besondere Möglichkeiten. Inklusive Projekte etwa mit den Künstlerinnen und Künstlern im Haus oder dem Atelier Kunst inklusiv der KJF, Outdoor-Seminare am nahegelegenen Donaustrand oder eigene Veranstaltungsformate in den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten. Die Akademie bietet zwei digital ausgestattete Seminarräume, einen Mehrzweckraum für beispielsweise Psychomotorik, Entspannungspädagogik oder heilpädagogische Musiktherapie sowie Gruppenräume. Die moderne Einrichtung mit heilpädagogischen Materialien der Spiel- und Kunsttherapie verstärken den Charme des 500 Jahre alten Stadelgebälks. Eine eigene Bibliothek mit fachspezifischen Büchern lädt zum Schmökern ein.

 

Warum ist Heilpädagogik so wichtig?

Die Heilpädagogik versteht sich als eigenständige Handlungswissenschaft und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung. Heilpädagoginnen und Heilpädagogen begleiten Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen, deren gleichberechtigte Teilhabe am Leben erschwert ist. Sie nehmen den ganzen Menschen in den Blick: verstehen, fördern, bilden und beraten. Dabei nutzen sie Ressourcen und ermöglichen Lebensqualität. Die Fachkräfte sind in allen Bereichen tätig, in denen Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen Beeinträchtigungen unterstützt und begleitet werden. In einer Welt, in der zunehmend mehr Menschen psychisch erkranken und der Bedarf, Kinder in ihrer gesamten Entwicklung zu unterstützen zunimmt, wird die Heilpädagogik mehr denn je gebraucht. Denn sie bietet ganzheitliche Ansätze und arbeitet beziehungsorientiert.

Text: Olga Arnstein

Die Fachakademie für Heilpädagogik in Regensburg zählt mit über 50 Jahren deutschlandweit zu den Institutionen mit der längsten Erfahrung und Expertise. Träger ist die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. Aktuell werden dort 54 Studierende ausgebildet. Sie werden in den Bereichen Erziehung, Bildung, Förderung, Begleitung und Inklusion von Menschen jeden Alters – behindert oder von Behinderung bedroht – tätig.