null Wilde Köpfe in der Galerie St. Klara

Rund 70 Gäste begrüßte KJF-Direktor Michael Eibl in der Galerie St. Klara zur Vernissage der Ausstellung Die Wilden Köpfe: „Ich kenne und schätze Christina Kerscher und ihre Werke schon lange. Zwei Mal war sie Preisträgerin beim Kunst.Preis für besondere Menschen in Niederbayern und der Oberpfalz. Inzwischen ist sie in der Jury dieses Kunstwettbewerbs, wo sie sich als ausgleichender Ruhepol einbringt.“

Die Ausstellung Die wilden Köpfe ist jeden Sonntag bis einschließlich 22. Februar 2026 zu sehen, jeweils von 14 bis 17 Uhr. In der Galerie St. Klara, Kapuzinergasse 11, Regensburg.

von links: Kristiane Petersmann, Leiterin des Ateliers Kunst Inklusiv, Künstlerin Christina Kerscher, KJF-Direktor Michael Eibl, Musiker und Pastoralreferent Georg Deisenrieder (Foto: Sebastian Schmid)

Christina Kerscher modelliert im Atelier Kunst Inklusiv der KJF Regensburg Köpfe aus Ton. Inspiriert von Menschen, die ihr nahestehen, erfindet sie Porträts mit langen Wimpern und eigenwilligen Gesichtszügen. Einige von ihnen tragen märchenhafte Hüte oder Kronen. Mit keramischen Farben bemalt und glasiert entsteht ein stiller Reigen wilder Köpfe, deren Augen den Betrachterinnen und Betrachtern freundlich und aufmunternd entgegenblicken.

In ihrer Laudatio erinnerte Kristiane Petersmann, die Leiterin des Ateliers Kunst Inklusiv, an einen „wichtigen Wendepunkt“ für die künstlerische Arbeit von Christina Kerscher: Beide waren gemeinsam auf einem Kunstsymposium in Frauenau: „Unsere Arbeitsplätze befanden sich in einer Keramikwerkstatt und das genügte, um in Christina die Lust zu wecken, mit Ton zu arbeiten.“ Sie begann, kleine halbkugelförmige Schalen zu modellieren. Es lag nahe, sie zu Kugeln zusammenzusetzen und von dort war der Weg nicht mehr weit zum Kopf. „Als ich 2024 die Leitung des Ateliers Kunst Inklusiv übernommen habe, erinnerte sich Christina sofort an ihre keramischen Köpfe aus Frauenau und äußerte sehr klar ihren Wunsch, wieder mit Ton zu arbeiten.“ So entstand nach und nach eine Serie von 20 Köpfen.

Sie sind zwar inspiriert von Menschen aus Christina Kerschers Freundes- und Bekanntenkreis, allerdings keine Porträts im klassischen Sinn. „Vielmehr sind es freie, spielerische, liebevolle Interpretationen – entstanden aus purer Freude am Modellieren“, so Kristiane Petersmann. „Christinas Köpfe entziehen sich einer schnellen Einordnung. Kein Kopf gleicht dem anderen, und doch bilden sie eine Gemeinschaft – ein vielschichtiges Ensemble, jenseits stilistischer Vorbilder und akademischer Dogmen.“

 

Seit 2013 besucht Christina Kerscher das Atelier Kunst Inklusiv

Christina Kerscher, 1990 in Regensburg geboren, lebt in der Wohngemeinschaft St. Hildegard in Bogen und besucht seit 2013 das Atelier Kunst Inklusiv. Sie hatte 2022 eine Einzelausstellung in der Galerie KULTURFORMEN in Linz. Beim Kunst.Preis für besondere Menschen in Niederbayern und der Oberpfalz belegte sie 2020 den zweiten Platz und 2023 den dritten Platz.

Georg Deisenrieder, Pastoralreferent der KJF, bereicherte die Vernissage musikalisch auf dem Hackbrett und mit dem Akkordeon: Seine selbstkomponierten Werke begeisterten das Publikum. (Foto: Sebastian Schmid)

Text: Sebastian Schmid/Kristiane Petersmann