Meditativer Impuls Januar 2020

Vorschuss für das neue Jahr

So große Zeichen der Dankbarkeit. So viele Glück- und Segenswünsche. So schöne und gute Gedanken. Beim Betrachten und Lesen der erhaltenen Grußkarten zu Weihnachten und Neujahr geht das Herz auf. Mitten im Winter breitet sich Licht und Wärme aus.  Die guten Worte und positiven Gedanken sind wie ein ermutigender Vorschuss: Sie wirken nach und segnen (von lat. bene dicere: gut reden) das neue Jahr. Es machte auch viel Freude, aus den Grußkarten das Collagenbild mit der Jahreszahl 2020 zu legen.

Wo Menschen einander Gutes wünschen, treten sie heraus aus der einengenden Spirale des Um-sich-selbst-Kreisens. Sie öffnen sich für den Leben spendenden Geist, der allen Menschen zukommen will. Die Wirkung bleibt nicht aus: Wer Glückwünsche erhält, kann gestärkt aufleben und darf sich solidarisch mitgetragen fühlen. Eine sehr wertvolle Begleiterscheinung ist ebenfalls seit langer Zeit bekannt: Positive Gedanken sind gesundheitsfördernd!

Gute Wünsche und Worte wissen um die Verletzbarkeit und Zerbrechlichkeit des Menschseins. Sie lassen keinen Platz für Fake News und Hetze in sozialen Medien. In persönlichen Gesprächen wird nicht über andere gelästert oder hergezogen. Lieber sich in Selbstdisziplin üben und sich in Schweigen hüllen als über andere Schlechtes reden oder Unwahrheiten verbreiten. Dies ist wahrscheinlich eine der größten Aufgaben in der Pädagogik und sozialen Arbeit unserer Tage. Wie sollen junge Menschen sich entwickeln, wenn jeder aufbrechende Keim durch destruktive Gedanken vernichtet wird? Persönliche Wachstumsprozesse werden doch vor allem gefördert, wenn der Fokus auf die in jedem Menschen schlummernden Potentiale gerichtet bleibt. Gutes zu wünschen, diese Haltung kann man auch lernen: Es hat viel zu tun mit vertrauensvollem Loslassen und Geben.

Sehr viele Glückwünsche zum neuen Jahr 2020 sprechen vom Frieden. Er beginnt bei jedem einzelnen. Frieden schließen kann nur, wer Frieden im Herzen trägt. Auf den heiligen Franziskus geht der Spruch „pace e bene" zurück. Der Mann aus Assisi weiß, dass Gott allein der „Gute" ist, der alles Gute und somit auch den Frieden hervorbringt. Pace e bene, Frieden und Gutes, das ist der Segen Gottes, den wir wünschen und der uns begleitet durch das kommende Jahr 2020 hindurch.

Text und Bild: Georg Deisenrieder, Patoralreferent