« Zurück

Sozialministerin Trautner: Beteiligung junger Menschen stärken

München (KNA) Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) hat sich für eine Stärkung der Partizipation junger Menschen ausgesprochen. Anstatt gut gemeint über sie hinweg zu bestimmen, sollten sie mehr beteiligt werden in Angelegenheiten, die sie hautnah beträfen und bei denen sie selbst Expertinnen und Experten seien, sagte Trautner am Dienstag in München.

Staatsministerin Carolina Trautner im Gespräch mit Jugendlichen bei der 100+1-Jahr-Feier des LVkE

Bei der nachgeholten Jubiläumsfeier des Landesverbands katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen in Bayern (LVkE) dankte die Ministerin allen Fachkräften. Diese hätten Herausragendes in der Pandemie geleistet, obwohl sie nicht so in der öffentlichen Aufmerksamkeit gestanden hätten. Trautner sagte, vor allem den zu Beginn der Pandemie spürbaren Zusammenhalt gelte es nun als Schwung für die weiteren Aufgaben zu nutzen, etwa um den Fachkräftemangel in den sozialen Berufen aufzufangen. Möglichen Einschnitten in den Sozialhaushalt angesichts gesunkener Steuereinnahmen werde sie wie eine Löwin entgegentreten, kündigte die Ministerin an. Es wäre falsch, beim Sozialen zu sparen, das rächt sich hinterher in vielfältiger Weise, betonte sie. Stattdessen müsse noch mehr präventiv getan werden, etwa bei niederschwelligen Angeboten für Familien wie der aufsuchenden Erziehungsberatung.

Michael Eibl, Vorsitzender des LVkE, überreicht Staatsministerin Carolina Trautner ein Bildgeschenk aus dem Atelier Kunst inklusiv: "Blumen für jeden Tag".

Der LVkE-Vorsitzende Michael Eibl bezeichnete Corona als die größte Herausforderung in der 101-jährigen Geschichte seines Verbandes. Weil die angeschlossenen Einrichtungen sehr früh auch mit Hilfe der Politik und der Gesundheitsämter Hygienekonzepte entwickelt hätten, seien sie sehr gut durch die Pandemie gekommen.

Vor allem in der stationären Kinder- und Jugendhilfe hätten Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Psychologen ihre Sorgen vor eigener Ansteckungsgefahr zurückgestellt und seien täglich für die jungen Menschen in ihrer Obhut da gewesen. Davor habe er großen Respekt. Inzwischen seien mehr als 70 Prozent der Beschäftigten in den sozialen Einrichtungen geimpft. Man merkt ein Durchschnaufen und die Erleichterung, dass wieder mehr Kontakte möglich sind, sagte Eibl.

Weiterführende Informationen:
Der LVkE wurde unter dem Namen Landesverband katholischer Waisenhäuser und verwandter Erziehungsanstalten in Bayern am 8. Januar 1920 in München gegründet. Die Heimerziehung wurde seither stetig weiterentwickelt. Im LVkE sind heute auch Erziehungsberatungsstellen sowie Angebote heilpädagogischer Tagesbetreuung zusammengeschlossen. Außerdem werden sozialpädagogische Einzelbetreuung und Eingliederungshilfen für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche geleistet.
Das 2020 ausgefallene Jubiläum wurde in kleinem Kreis nachgefeiert und mündete in einen  Gottesdienst mit dem Münchner Kardinal Reinhard Marx.

Text: KNA
Bilder: Screenshots der Videoaufzeichnung