null Unternehmertag in den KJF Werkstätten

16 Unternehmen und Einrichtungen der Region waren beim Unternehmertag der KJF Werkstätten am Standort Eggenfelden zu Gast. Sie alle sind bereits Kunden der KJF Werkstätten oder arbeiten mit ihnen in verschiedenen Bereichen zusammen Die Unternehmensvertreterinnen und vertreter nutzten die Gelegenheit, um in entspannter Atmosphäre Gespräche zu führen, weitere Kontakte zu knüpfen und sich auf den Unternehmertag einzustimmen.

Die Eggenfeldener Werkstätten St. Rupert bieten vielfältige Arbeitsplätze, in denen die Beschäftigten ihre Fähigkeiten einbringen können. (Foto: KJF Werkstätten)

Die Produktionsverantwortlichen Albert Schöfberger und Peter Eder stellten bei einem Rundgang durch die Eggenfeldener Werkstätten St. Rupert die einzelnen Bereiche fachkundig vor. Dabei erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick in Arbeitsprozesse, Qualitätsstandards und die Vielfalt der angebotenen Dienstleistungen und Produkte. Besonders im Fokus standen die individuellen Fähigkeiten der Beschäftigten, die professionelle Begleitung durch Fachkräfte, und die Bedeutung von sinnstiftender Arbeit für Teilhabe und Lebensqualität.

 

Arbeit ist ein zentraler Schlüssel für Inklusion

Die Führung zeigte, wie wichtig verlässliche Aufträge der Unternehmen für die Beschäftigten sind und wie eng wirtschaftliche Kooperation und sozialer Auftrag miteinander verbunden sind. Es folgte ein kurzer Überblick zur Entwicklung und Struktur der KJF Werkstätten; heute ein moderner und inklusiver Arbeitgeber. Ein Schwerpunkt lag auf dem gesetzlichen Auftrag der Werkstätten: Menschen mit Behinderung sollen bestmöglich am Arbeitsleben teilhaben können. Arbeit ist hierbei ein zentraler Schlüssel zur Inklusion. Im Zentrum der Informationsveranstaltung stand die Präsentation des neuen Berufswegezentrums (BWZ), vorgestellt von der Inklusionsbegleitung Stephan Stapfer. Es werden Menschen mit Behinderung dabei unterstützt, ihren individuellen Berufsweg zu gestalten – sei es innerhalb der Werkstätte oder mit dem Ziel eines Arbeitsplatzes auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Das BWZ bildet somit eine wichtige Brücke zwischen der Werkstätte und den Unternehmen.

Thomas Mayr, Produktionsleitung der Linder Group in Arnstorf, stellte in seinem Vortrag die aktuell acht ausgelagerten Arbeitsplätze im Produktionsbereich vor. Er berichtete, dass die Zusammenarbeit sehr gut funktioniert und die Beschäftigten ihre Stärken an den Arbeitsplätzen gezielt einbringen können. Die Beschäftigten können in einem betriebsnahen Umfeld arbeiten und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Im Gegenzug nutzt die Lindner Group die zuverlässige Arbeitsweise und die besonderen Stärken der Beschäftigten für ihre Produktionsprozesse.

 

Die Erfahrung zeigt: Inklusion ist eine Bereicherung für die Unternehmen

Alfred Bauer, Einrichtungsleitungsleitung des BRK Seniorenwohn- und Pflegeheim Wurmannsquick, beschrieb seine Erfahrungen mit einem ausgelagerten Arbeitsplatz, den ein Mitarbeiter mit Behinderung übernommen hat: „Seine fröhliche und offene Art wirkt sehr mitreißend auf Bewohnerinnen, Bewohner und Kolleginnen sowie Kollegen. Diese positive Ausstrahlung und Offenheit werden von allen als große Bereicherung für den Betrieb erlebt. Auch Personen, die zu Beginn eher skeptisch waren, haben ihre Haltung inzwischen verändert.“ Sie berichten, dass sie den Mitarbeitenden und seine Arbeit heute als klaren Gewinn für das Team und das Zusammenleben im Altenheim sehen. Durch diese beiden Erfahrungsberichte wurde deutlich, dass das Modell der ausgelagerten Arbeitsplätze erfolgreich ist und zu einer positiven Entwicklung für alle Beteiligten beiträgt und wie inklusives Arbeiten den Alltag eines Betriebs spürbar positiv beeinflusst.

Auch der Werkstattrat, die Interessensvertretung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, stellte sich vor: Er setzt sich für gute Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung und Teilhabe ein und bringt die Perspektive der Menschen mit Behinderung in Entscheidungen ein, die ihren Alltag in der Werkstatt betreffen. Die Gäste erhielten dadurch einen direkten Einblick in gelebte Selbstvertretung sowie demokratische Strukturen innerhalb der KJF Werkstätten.

 

Landrat und stellvertretende Bürgermeisterin würdigen die Bedeutung der KJF Werkstätten

Landrat Martin Koppmann und Monika Haderer, die 3. Bürgermeisterin Eggenfeldens, betonten in ihren Grußworten, welche große Bedeutung die KJF Werkstätten für die Region haben, und dass Politik, Unternehmen und sozialen Einrichtungen, in der Verantwortung sind, Inklusion gemeinsam zu gestalten. Beide unterstrichen, dass Kooperationen mit den Werkstätten nicht nur wirtschaftlich sinnvoll sind, sondern auch ein wichtiges Zeichen für Solidarität und Zusammenhalt darstellen.

Zum Abschluss verlagerte sich das Geschehen ins Außengelände der Werkstätte. Beim Netzwerken wurden Möglichkeiten weiterer Zusammenarbeit ausgelotet, neue Auftrags- und Projektideen besprochen und Perspektiven für inklusives Arbeiten entwickelt. Ein wichtiges Thema war die Frage, wie Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geschaffen oder ausgebaut werden können. Viele Unternehmen zeigten sich offen für Praktika, Außenarbeitsplätze oder feste Anstellungen mit entsprechender Unterstützung.

Der Unternehmertag in den Eggenfeldener Werkstätten St. Rupert machte deutlich, wie wertvoll der direkte Dialog zwischen Werkstätte, Unternehmen und Politik ist. Er stärkte bestehende Kooperationen, eröffnete neue Chancen für Aufträge und setzte ein klares Zeichen für gelebte Inklusion in der Arbeitswelt.

Text: Melanie Mettner