Teilhabe für 3.458 junge Menschen in Bildung, Erziehung und auf dem Weg ins Arbeitsleben
null Teilhabe für 3.458 junge Menschen in Bildung, Erziehung und auf dem Weg ins Arbeitsleben
Start in Schule und Ausbildung Gemeinsam durchstarten in eine selbstbestimmte Zukunft: Für weit über dreitausend Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderem Förderbedarf hat das neue Schul- und Ausbildungsjahr an den Einrichtungen der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. (KJF) begonnen. In den Förderzentren mit Schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE), Förderberufsschulen und Ausbildungseinrichtungen steht die passgenaue Förderung mit dem Ziel eines Schulabschlusses und später der Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt im Mittelpunkt. Diesen umfassenden Bildungsauftrag hebt auch KJF-Direktor Michael Eibl hervor.
Für die jungen Menschen in den Förderzentren und Ausbildungseinrichtungen der KJF sieht KJF-Direktor Michael Eibl hinsichtlich des Bildungs- und Erziehungsauftrags mit hoher Priorität die Themen Partizipation, Demokratie- und Werteerziehung sowie die Mediennutzung. Bereits im Frühjahr dieses Jahres hat er sich mit einem deutlichen Appell an politisch Verantwortliche gewendet und nach einer Reglementierung des Zugangs zu Sozialen Medien für junge Menschen gefordert. Aktuell sieht er im Entwurf des EU Kids Act, der den Zugang von Kindern in der EU zu Social-Media-Plattformen beschränken soll, eine Chance: „Dabei ist es wichtig, dass den Kindern der Zugang nicht verwehrt, sondern dass dieser so gestaltet wird, dass sie sich sicher, selbstbestimmt und kritisch im Netz bewegen können. Dafür brauchen wir wirksame Schutzmechanismen vor Manipulation und Desinformation. Die Teilhabemöglichkeiten in der Nutzung Sozialer Medien insbesondere junger Menschen mit Behinderungen dürfen wir hierbei auch nicht aus dem Blick verlieren.“
Als Vorsitzender der LAG (Landesarbeitsgemeinschaft) Förderschulen in Bayern und des Landesverbands katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe (LVkE) sucht er immer wieder den direkten Kontakt zu jungen Menschen, um ihre Anliegen und Forderungen in die politische Lobbyarbeit mit hineinzunehmen. „Meine Begegnungen und Gespräche sind sehr wertvoll für mich und die Erfahrung, wie kritisch sich junge Menschen zur Mediennutzung oder auch zu extremen politischen Positionierungen äußern, steht wohltuend in Kontrast zu manchen pauschalen Ansichten darüber, wie junge Menschen heute so ‚ticken‘.“ Deshalb, so Eibl weiter, braucht es digitale aber auch echte Räume der Begegnung und des Austausches für unser Kinder und Jugendlichen, in denen wir ihnen respektvoll und empathisch begegnen.
Starke Belegungszahlen an den Förderzentren
Genau diese echten Räume der Begegnung und des Lernens bieten die Schulen der KJF, die auch in diesem Jahr wieder eine enorm hohe Nachfrage verzeichnen. Insgesamt 1.937 Schülerinnen und Schüler werden in den Förderzentren unterrichtet, von denen 192 neu aufgenommen wurden. Die schulischen Angebote fangen den großen Bedarf an individuellen Förder- und Therapieangeboten in der Region verlässlich auf. An die Schulen sind schulvorbereitende Einrichtungen (SVE) angeschlossen, in denen insgesamt 170 Kinder gefördert werden, darunter 68 Neuzugänge.
Ein Blick in die einzelnen Standorte verdeutlicht die flächendeckend starke Präsenz von Bildungs- und Förderorten der KJF in Niederbayern und der Oberpfalz: Das Pater-Rupert-Mayer-Zentrum in Regensburg ist mit insgesamt 378 Schülerinnen und Schülern, darunter 21 Neuzugänge, ein starker Standort. Die Prälat-Michael-Thaller-Schule (PMT) in Abensberg und das Bildungszentrum St. Wolfgang in Straubing besuchen jeweils 260 Schülerinnen und Schüler. Zum Schulstart durften in St. Wolfgang in Straubing 32 und in der PMT Abensberg 20 neue Schüler begrüßt werden.
Auch an den weiteren Standorten ist der Bedarf ungebrochen hoch: Das Bischof-Wittmann-Zentrum in Regensburg fördert 289 Schüler, von denen 31 neu begonnen haben. Die Cabrini-Schule in Offenstetten zählt 193 Jugendliche, darunter 19 Neuzugänge. An der St. Gunther Schule in Cham lernen 164 Schüler, von denen 14 Schulanfänger sind, an der St.-Rupert-Schule (Heilpädagogisches Zentrum) in Eggenfelden sind es 152 Jugendliche mit 18 Neuzugängen und die St.-Vincent-Schule, ein Förderzentrum mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung in Regensburg, verzeichnet insgesamt 91 Schüler. An der Papst-Benedikt-Schule in Straubing kamen zum Schulstart 150 Kinder neu hinzu.
Der Weg in den Beruf: Eine gute Ausbildung
Ergänzend zu den schulischen Angeboten der KJF bieten die Ausbildungseinrichtungen der KJF die entscheidende Brücke in ein eigenständiges Leben. Diese und die Förderberufsschulen bereiten aktuell insgesamt 1.086 Auszubildende auf einen Berufsabschluss vor – 393 von ihnen haben ihre Lehre in diesem Herbst neu begonnen. Je nach individueller Voraussetzung wird eine Helfer-, Werker- oder Vollausbildung absolviert, wodurch die KJF aktiv dem regionalen Fachkräftemangel entgegenwirkt. An der Berufsschule St. Erhard in Plattling wird in diesem Schuljahr die beeindruckende Zahl von 547 Schülerinnen und Schülern unterrichtet, darunter 235 Neuzugänge.
In den Ausbildungseinrichtungen herrscht zum Start ebenfalls Hochbetrieb: Im B.B.W. St. Franziskus in Abensberg befinden sich 318 Auszubildende in der Qualifizierung, von denen 115 neu gestartet sind. Zeitgleich absolvieren dort 100 Jugendliche eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) und 65 nutzen das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ). Das Haus des Guten Hirten in Schwandorf zählt insgesamt 51 Auszubildende, darunter 22 Neuzugänge, sowie 15 Jugendliche in der BvB. Die angegliederte Berufsschule St. Marien unterstützt die Ausbildung der jungen Menschen. Sie möchten zum Beispiel die Qualifikation Fachpraktiker in den Bereichen Küche, Hauswirtschaft und Verkauf oder die eines Werkers im Gartenbau erwerben. In der Regensburger Lernwerkstatt gibt es aktuell 170 Auszubildende, davon haben 21 junge Erwachsene ihre berufliche Qualifizierung in Bereichen wie Lager, Verkauf, Büro, IT und Metall aufgenommen.
Text: Christine Allgeyer, Leonie Baumann