Neue Führungsposition an der Spitze der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg
null Neue Führungsposition an der Spitze der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg
Die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. (KJF) erweitert ihre Leitungsstruktur und schafft die Position eines stellvertretenden Direktors. Mit diesem Schritt reagiert der sozial-caritative Fachverband auf aktuelle Herausforderungen und die zunehmende Komplexität der Aufgaben in der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe.
„Diese Entscheidung des Vorstandes halte ich für den richtigen Schritt zur richtigen Zeit“, stellt der Vorsitzende der KJF Domkapitular Dreßel heraus. „Ihr gingen intensive Beratungen voraus. Als Vorsitzender bin ich einmal mehr sehr dankbar für das gute Miteinander, das die Arbeit des Vorstandes und die Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsrat auszeichnet: offen, vertrauensvoll und stets konstruktiv! Dem neuen Duo Eibl/Horn wünsche ich eine gute Kooperation und Gottes Segen!“
Die Katholische Jugendfürsorge Regensburg zählt zu den großen sozialen Trägern Ostbayerns und zu den größten Arbeitgebern in der Region. Jährlich begleiten rund 4.500 Fachkräfte Menschen in unterschiedlich belasteten Lebenslagen – von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenen- und Seniorenalter. Vor diesem Hintergrund soll die neue, mit Hans Horn besetzte Stelle die strategische Weiterentwicklung sichern und die operative Leitung entlasten, die bislang in alleiniger Hand und Verantwortung des Direktors Michael Eibl lag.
„Die Anforderungen an soziale Einrichtungen wachsen stetig – sowohl in fachlicher als auch in organisatorischer Hinsicht“, erklärt KJF-Direktor Michael Eibl, „mit der Position eines stellvertretenden Direktors stellen wir sicher, dass unsere Leistungen weiterhin auf hohem Niveau erbracht und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden können.“ Die Entscheidung haben der Vorsitzende der KJF, Domkapitular Michael Dreßel, die stellvertretende Vorsitzende der KJF Dagmar Dengel und Michael Eibl mit Prof. Dr. Josef Eckstein, dem Sprecher des Verwaltungsrates der KJF, intensiv beraten. „Wir hätten keinen besseren Stellvertreter benennen können als Hans Horn und wir freuen uns sehr, dass er sich dieser Aufgabe stellt“, sind sie sich einig.
Berufliche Heimat KJF
Hans Horn Hans Horn ist in der KJF kein Unbekannter. Jahrelang war er in Führungspositionen innerhalb der KJF und zuletzt bei der KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH als Geschäftsführer und als Mitglied im Aufsichtsrat des Inklusionsbetriebs SIGMA tätig. Er weiß um die Bedeutung der neuen Führungsposition und das Vertrauen, das in ihn gesetzt wird: „Die Verbindung zur KJF, zu den Menschen, die mit ihrer Haltung und ihrer Arbeit die KJF prägen, zieht sich wie ein roter Faden durch mein Berufsleben. Die KJF hat mir sehr früh Vertrauen geschenkt und die Möglichkeit gegeben, Verantwortung zu übernehmen. Als ich eine neue Herausforderung in der Selbstständigkeit gesucht habe, ließen mich der damalige Vorsitzende Prälat Dr. Schweiger und Michael Eibl zwar mit Bedauern, aber im besten Einvernehmen meinen Weg gehen. Die enge Verbindung ist trotz meines Weggangs nie abgerissen.“ Nun will Hans Horn dieses Vertrauen durch andernorts gewonnene Erfahrungen mit guten Impulsen und neuen Ideen wieder zurückgeben. „Denn, so sagt er, „die KJF ist ganz sicher so etwas wie meine berufliche Heimat. Eine Heimat zu haben, ist ja ein großes Geschenk. Die Heimat verliert man nie und trägt sie immer im Herzen – auch wenn es einen in die weite Welt hinauszieht.“
Politik belastet soziale Träger mit Sparvorhaben
Michael Eibl nimmt in der Führungsarbeit wahr, wie fordernd die Zusammenarbeit auf allen politischen Ebenen ist. Für Träger wie die KJF, die es mit allen kommunalen Ebenen zu tun haben und aktuell um eine auskömmliche Finanzierung ihrer Leistungen bangen – Leistungen, die der Staat den freien Trägern übertragen hat – spitzt sich die Lage zu. Michael Eibl stellt an zwei Beispielen dar, warum: „In der Kinder- und Jugendhilfe etwa haben wir es mit zunehmend komplexen Fällen zu tun. Extrem belastete Kinder und Jugendliche mit ihren Familien brauchen intensive Hilfen. Die Nachfrage steigt, während wir bei zunehmendem Fachkräftemangel immer mehr in das Recruiting und die Sicherstellung unserer Leistungen investieren müssen. Gründe sind immer noch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, auch der Einfluss sozialer Medien, weltweite Krisen und der demografische Wandel. Steigende Bedarfe treffen auf schrumpfende Budgets der Kommunen. Aber auch in der Behindertenhilfe drohen Versorgungsengpässe bei Bildungs- und Unterstützungsangeboten für junge Menschen mit Behinderungen und ihren Familien.“ Wenn die Bundesregierung und die Landesregierung im sozialen Bereich sparen, dann setzt das alle Beteiligten unter Druck. Die Kommunen haben nicht mehr ausreichend Geld in ihren Haushalten. Dies trifft Träger wie die KJF und am Ende sind es die betroffenen Menschen, an denen gespart wird.
Intensivierung der politischen Gremien- und Lobbyarbeit
„Wer versteht schon, wenn von Einsparungen in der Eingliederungshilfe die Rede ist oder vom Sozialabbau, was das genau für eine Familie mit einem Kind mit Behinderung oder eine Familie in einer prekären Lebenssituation bedeutet“, stellt Eibl heraus. Er will sich mit ganzer Kraft in der politischen Gremien- und Lobbyarbeit für die betroffenen Menschen einsetzen. Als Vorsitzender des Landesverbands katholischer Einrichtungen der Erziehungshilfe und als Vorsitzender der LAG Förderschulen in katholischer Trägerschaft sowie bei Gesprächen im Bayerischen Landtag und in weiteren Gremien will er sich in den kommenden Jahren noch intensiver für gute Rahmenbedingungen und für Weiterentwicklungen der Einrichtungen, Dienste und Beratungsstellen engagieren. Und das bedeutet: Einsatz für die Menschen, die sich der KJF anvertrauen, und für alle Kolleginnen und Kollegen, die tagtäglich ihren Dienst in den Einrichtungen der KJF tun. Stärkung von Führung und Organisation in der KJF In Führungsaufgaben und in der Organisationsentwicklung von großen sozialen Verbänden bundesweit hat Hans Horn von 2020 bis jetzt als Managementconsultant und Interimsgeschäftsführer nach seinem Ausscheiden aus der KJF weitere wertvolle Erfahrungen gewonnen. „Genau die notwendige Verstärkung, die wir brauchen“, so Eibl, „Hans Horn kennt die KJF und bringt zugleich enormes Erfahrungswissen aus vergleichbaren Tätigkeitsfeldern mit, in denen er als externer Berater in besonders schwierigen Situationen hinzugezogen wurde. Er verfügt über eine ausgezeichnete Expertise als Managementberater in der Sozialwirtschaft.“
Eine Geschäftssverteilungsplan wird die Tätigkeitsschwerpunkte der beiden Direktoren strukturieren. Die rund 50 Einrichtungsleitungen in der KJF wissen, sie können sich weiterhin auf ein vertrauensvolles und dialogorientiertes Miteinander verlassen. Bei der aktuellen Leitungsklausur der KJF für alle Führungskräfte waren Michael Eibl und Hans Horn intensiv mit den Führungskräften im Austausch. Transparenz und Kommunikation – das markiert den Auftakt der neuen Führungsspitze in der Direktion der KJF – das wissen die Einrichtungsleitungen zu schätzen. Hans Horn sagt, was ihm wichtig ist in der Zusammenarbeit mit den Führungskräften: “Michael Eibl und ich sind beide davon überzeugt, dass eine maximal transparente und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen uns, den Abteilungsleitungen und den Leitungskräften der KJF entscheidend für das Gelingen des neuen Weges sein wird.“
Text: Christine Allgeyer