Jugendparlamentarier tauschen sich aus
null Jugendparlamentarier tauschen sich aus
„Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Mitbestimmung, besonders bei Entscheidungen, die sie direkt betreffen“, sagte Britta Ortwein-Feiler, die Gewaltschutzbeauftragte der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg (KJF) e. V. In den Einrichtungen der KJF übernehmen Kinder- und Jugendparlamente diese wichtige Aufgabe. Zum vierten Mal trafen sie sich im Pater-Rupert-Mayer-Zentrum, um sich über Kinderrechte und Mitbestimmung auszutauschen.
Britta Ortwein-Feiler dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Engagement: „Es ist großartig, dass ihr Verantwortung übernehmt und euch in euren Einrichtungen für Mitbestimmung einsetzt.“ Die Gewaltschutzbeauftrage der KJF organisierte und moderierte das Treffen der Jugendparlamentarier gemeinsam mit Luis Trelle, Erlebnispädagoge der St. Vincent Kinder- und Jugendhilfe. Mit dabei waren 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Haus St. Elisabeth, dem Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef Wunsiedel, dem Pater-Rupert-Mayer-Zentrum, der Prälat-Michael-Thaller-Schule, dem Cabrini-Zentrum, der St. Vincent Kinder- und Jugendhilfe, der Papst-Benedikt-Schule und dem Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) Rottal-Inn.
KJF-Direktor Michael Eibl und Chiara Thoma, Abteilungsleiterin Teilhabeleistungen für Kinder und Jugendliche, waren zum Austausch-Treffen gekommen, um ihre Wertschätzung für die Kinder- und Jugendparlamente auszudrücken. Michael Eibl machte deutlich, wie wichtig das Recht auf Privatsphäre für junge Menschen ist: „Einen Raum zu haben, an dem man alleine und ungestört sein kann, gibt Sicherheit und das wünsche ich jedem Kind.“
Der Wanderpokal bleibt in St. Josef
Die Kinder und Jugendlichen hatten sich im Vorfeld der Veranstaltung Gedanken gemacht, was sie mit Privatsphäre verbinden und welche Kinderrechte für sie die größte Bedeutung haben: Im Plenum stellten sie ihre Ergebnisse vor. „Meine Zeit, mein Zimmer, meine Sachen und mein Körper gehören mir“, stellten die Kinder und Jugendlichen aus dem HPZ Rottal-Inn klar. Für die Vertreterinnen und Vertreter des Cabrini-Zentrums ist wichtig, dass niemand ungefragt das Zimmer betreten oder das Handy durchsuchen darf. Die Schülerinnen und Schüler der Prälat-Michael-Thaller-Schule berichteten von 6k UNITED! – einem Konzert mit 6.000 Besucherinnen und Besuchern in der Münchner Olympiahalle, die gemeinsam für eine Stärkung der Kinderrechte sangen. Selbst darüber zu entscheiden, welche Kleidung man trägt und wie man sein Taschengeld ausgibt, nannten die jungen Menschen aus Haus St. Elisabeth als ihre wichtigsten Rechte. Die Schülerinnen und Schülern der Papst-Benedikt-Schule erinnerten daran, dass zur Privatsphäre auch das Recht am eigenen Bild gehört, das nicht ohne Erlaubnis in den sozialen Netzwerken veröffentlicht werden darf. Darauf legt man auch im Pater-Rupert-Mayer-Zentrum großen Wert, wie die Jugendparlamentarier betonten.
Künstlerisch haben sich die jungen Menschen im Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef Wunsiedel mit dem Thema auseinandergesetzt – neben zahlreichen Bildern entstand dabei ein kurzes Video. Die Botschaft: „Wir sind alle verschieden, aber unsere Herzen schlagen gleich.“ In der St. Vincent Kinder- und Jugendhilfe gibt es das Format Vincent spricht. Dabei sprechen die jungen Menschen auf Augenhöhe mit den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und treten so als Experten in eigener Sache auf, um ihre Rechte einzufordern. Abschließend konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Stimme abgeben und den besten Beitrag küren: Die Wahl fiel auf das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef Wunsiedel. So erhielt die Einrichtung den Wanderpokal für Kinderrechte, der dort bis zum nächsten Treffen der Kinder- und Jugendparlamente bleibt.
Text: Sebastian Schmid