Haltung schützt.
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Im Rahmen der Schutzbeauftragten-Fachtagung haben 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Einrichtungen der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg (KJF) e. V. über wirksamen Gewaltschutz ausgetauscht: Im Mittelpunkt standen der Verhaltenskodex und das Leitbild der KJF.
Organisiert hatte die Fachtagung Britta Ortwein-Feiler, die Fachstelle für Gewaltschutz der KJF. Direktor Michael Eibl dankte ihr für ihren Einsatz: „Gewaltschutz ist extrem wichtig und wir müssen ihn noch stärker in die tägliche Arbeit hineinbringen. Jeder wird zustimmen, dass Kinder das Wertvollste sind, was wir haben. Die Frage ist, wie setzen wir ihren Schutz konsequent um?“ An die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewandt sagte Michael Eibl: „Ich bin sehr froh und dankbar, dass sie sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen und es gemeinsam weiterentwickeln.“
Britta Ortwein-Feiler betonte: „Gewaltschutz beginnt nicht erst, wenn etwas passiert, sondern muss schon viel früher, in Alltagssituationen, ansetzen. Dabei spielt unser Verhaltenskodex eine wichtige Rolle: Er ist nicht nur eine Ansammlung von Regeln, sondern unser gemeinsames Verständnis von Haltung.“ Edda Elmauer, die Leiterin der Stabsstelle Recht, gab den Teilnehmerinnen eine juristische Einordnung zum Thema Gewaltschutz: „Die Verpflichtung zur Gewaltfreiheit entsteht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht erst mit der Unterzeichnung des Verhaltenskodex. Gewaltfreiheit ist in unserem Rechtssystem immanent, das ergibt sich unter anderem aus dem Grundgesetz und der Bayerischen Verfassung.“
Das christliche Menschenbild spielt eine zentrale Rolle
Johannes Magin, Abteilungsleiter Teilhabeleistungen Jugendliche und Erwachsene, ging darauf ein, wie stark Gewaltschutz im Leitbild der KJF verankert ist – Achtsamkeit und Wertschätzung prägen das solidarische Miteinander in der Dienstgemeinschaft und den Umgang mit den Menschen, die sich uns anvertrauen. Dabei spielt das christliche Menschenbild eine zentrale Rolle: „Wir sehen den Menschen als geliebtes Geschöpf Gottes“, der mehr braucht als „bloß technisch richtige Behandlung“. Konkretisiert werden diese Aussagen in den Verhaltenskodizes, die jede Einrichtung und jeder Dienst für sich erarbeitet – abgestimmt auf Kinder, Jugendliche oder erwachsene Menschen mit Behinderung. Dazu gehören neben einer wertschätzenden und achtsamen Kommunikation auch die Wahrung der Intimsphäre, der verantwortungsvolle Umgang mit Medien sowie eine transparente Fehlerkultur, mit dem Ziel, durch respektvolle Reflexion Fehlverhalten zu vermeiden.
Workshops zu Best Practice und Selbstreflexion und den Voraussetzungen für wirksamen Gewaltschutz
Am Nachmittag setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Workshops mit verschiedenen Themen auseinander: Reflexion der eigenen Haltung mit Britta Ortwein-Feiler und Johann Kirmer, Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern Straubing, Voraussetzungen für einen wirksamen Gewaltschutz, mit Brigitta Hable, Diplom-Psychologin an der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern Kelheim, und Judith Paltzer, Schutzbeauftragte am Cabrini-Zentrum Offenstetten, sowie Best Practice – Erfahrungsbericht und Transfer mit Brigitta Hable und Johann Kirmer.
Text: Sebastian Schmid