Berufsschule St. Marien ist Umweltschule
null Berufsschule St. Marien ist Umweltschule
Ein Grund zum Feiern für die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule St. Marien am Haus des Guten Hirten in Ettmannsdorf: Ihre Einrichtung erhält den Titel „Umweltschule in Europa – Internationale Nachhaltigkeitsschule“. Eine Jury – bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Umweltministeriums, des Kultusministeriums und des Landesbund für Vogelschutz – gab die Entscheidung bekannt.
Vorausgegangen war ein intensives Jahr, in dem die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule St. Marien sich ausführlich mit den Themen „biologische Vielfalt in der Schulumgebung“ und „nachhaltiger Konsum“ beschäftigt und zahlreiche Veränderungen in ihrer täglichen Schulwelt umsetzten. So wurde der Pausenverkauf neugestaltet: Die Schülerfirma, die ihn betreibt, verbannte Plastikverpackungen und Einweggeschirr und führte stattdessen ein Pfandsystem ein. Zudem setzt sie auf selbst produzierte Lebensmittel.
„Das Projekt nachhaltiger Pausenverkauf ist einfach genial!“, sagt Schulleiter Tobias Mandl, dem der Stolz auf die Auszeichnung sichtlich anzusehen ist. „Unsere Gärtner produzieren das Bio-Gemüse, unsere Köche bereiten daraus tolle Gerichte zu und unsere Verkäufer können sie zu sehr guten Preisen an die Mitschülerinnen und Mitschüler abgeben – so hat jeder die Möglichkeit täglich ein gesundes und nachhaltig produziertes Mittagessen zu einem günstigen Preis zu erwerben.“ Das nutzen auch die Lehrkräfte, ohne die die Umsetzung eines solchen Projekts nicht möglich gewesen wäre. Mit großem Aufwand wurden Jahrespläne und Handlungsabläufe aufeinander abgestimmt, viele Stunden in Planung und Neuausrichtung des Pausenverkaufs investiert.
Das Klostergelände als Standortvorteil
Auch das zweite Thema, das sich die Schülerinnen und Schüler für ihre Bewerbung aussuchten, hatte es in sich: Biologische Vielfalt in der Schulumgebung. „Das ehemalige Klostergelände ist hier natürlich ein unglaublicher Standortvorteil, den wir einfach nutzen mussten“, weiß der Projektleiter Dominik Bruhn zu berichten. Als Fachlehrer im Bereich Gartenbau war es für ihn selbstverständlich, dass sein Bereich Teil der Bewerbung sein musste. Auch ein Titel war schnell gefunden: „Platz dafür Insekten!“ wurde von den Jugendlichen als Thema gewählt. Im Lauf des Schuljahres entstanden so in viel kleinteiliger und liebevoller Arbeit unterschiedliche Lebensräume, die die Biodiversität in der Schulumgebung bereichern. Auch drei Bienenvölker hielten Einzug und werden von einer Bienen-AG betreut. „Und das ist noch lange nicht das Ende“, schwärmt Bruhn. „Wir haben noch so viele Ideen, wie wir unser großes Gelände tierfreundlicher gestalten können, da sind wir noch Jahre beschäftigt.“
Für das neue Schuljahr steht einiges an
Für das neue Schuljahr haben die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule St. Marien beschlossen, wieder am Wettbewerb um die Auszeichnung zur Umweltschule in Europa teilzunehmen. In der Schulumgebung wird die Vogelwelt im Mittelpunkt stehen und die Produktion der Nistkästen für verschiedene Vogelarten ist bereits in vollem Gang. Der nachhaltige Konsum wird vom Pausenverkauf auf den Bereich Kleidung ausgeweitet und in der Schule wird eine Second-Hand-Boutique eingerichtet. „Aber selbstverständlich werden wir auch die nachhaltige Ernährung in Zeiten des Klimawandels nicht aus den Augen verlieren – auch da können wir noch viel besser werden. Und vielleicht reicht es ja im zweiten Jahr unserer Bewerbung bereits zur höchsten Auszeichnung – den dritten Stern“, sagt Tobias Mandl selbstbewusst.
Die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ wird jährlich vergeben und ist in drei Stufen unterteilt, die durch die Vergabe von Sternen belohnt werden. Die Berufsschule St. Marien hatte sich im ersten Jahr um einen Stern beworben, doch wurde das Engagement des Umweltschule-Teams als so hoch eingeschätzt, dass die Jury gleich im ersten Jahr zwei Sterne vergab.
Text: Tobias Mandl