null 42 Jahre lang eine verlässliche Ansprechpartnerin

Mit großer Dankbarkeit verabschiedet die KJF Regensburg Ute Randak in den Ruhestand. Über vier Jahrzehnte lang prägte sie die Wohngemeinschaften St. Franziskus in Eggenfelden und setzte sich mit Herz, Weitblick und großem Engagement für Menschen mit Behinderung ein.

Mit Blumen, einem Gotteslobengel und einer Kerze aus dem Nachlass von Prälat Dr. Josef Schweiger drückten KJF-Direktor Michael Eibl und Abteilungsleiter Johannes Magin ihre Wertschätzung für das Engagement von Ute Randak aus. (Foto: Sebastian Schmid)

KJF-Direktor Michael Eibl brachte in der Begrüßung seine Wertschätzung für die scheidende Einrichtungsleiterin zum Ausdruck: „Dass heute alle drei Bürgermeister zu Gast sind, zeigt, wie eng verbunden die Wohngemeinschaften St. Franziskus mit der Stadt Eggenfelden sind. Das ist ein Verdienst von Ute Randak. Im Namen der gesamten KJF danke ich ihr für vier Jahrzehnte großartiges Engagement und ihren hohen persönlichen Einsatz.“ Als sichtbare Zeichen der Dankbarkeit überreichte Michael Eibl eine Kerze aus dem Nachlass von Prälat Dr. Josef Schweiger, die aus den Wohngemeinschaften stammt. Als damaliger Direktor hatte Prälat Dr. Josef Schweiger 1984 der 24-jährigen Ute Randak die Verantwortung für die Wohngemeinschaften St. Franziskus anvertraut.

Zahlreiche Ehrengäste waren zur Verabschiedung gekommen, um Ute Randak zu danken. (Foto: Sebastian Schmid)

Anfangs waren die Wohngemeinschaften noch in den Räumen einer ehemaligen Geburtsklinik untergebracht – mit acht Bewohnern und zwei Mitarbeitenden. Unter der Führung von Ute Randak entwickelte sich daraus ein vielfältiges Wohn- und Unterstützungsangebot: Die Einrichtung wuchs schnell, 1986 und 1992 entstanden weiter Wohnplätze – in einer guten Lage in der Innenstadt von Eggenfelden. 1999 kam der Neubau im Gartenweg und 2017 begann der Neubau in der Theaterstraße. Parallel dazu wurde auch der Bereich Ambulante Assistenz Wohnen (AAW) Schritt für Schritt ausgebaut. Dieser Dienst ermöglicht es Menschen mit Behinderung, in der eigenen Wohnung ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Ute Randak legte auch großen Wert darauf, flexibel auf die Bedarfe älter werdenden der Bewohnerinnen und Bewohner zu reagieren, etwa durch die Gründung. einer Wohnpflegegruppe oder das Palliativ-Projekt Zeitintensive Betreuung (ZiB).

 

Pionierarbeit als junge Einrichtungsleiterin

Als Laudator würdigte Abteilungsleiter Johannes Magin das berufliche Lebenswerk von Ute Randak: „Vor 42 Jahren war sie eine Pionierin als Einrichtungsleiterin. Wer sie kennt, der weiß, dass sie immer die Bewohnerinnen und Bewohner in den Mittelpunkt ihres Handelns gestellt hat. Ihnen mit Respekt, Wertschätzung und Menschlichkeit zu begegnen war nicht nur ein Teil der Arbeit, das war ihre Haltung, die sie täglich gelebt hat.“ Ute Randak hat schon in jungen Jahren Verantwortungen übernommen und viele Veränderungen, die heute selbstverständlich sind, tragen ihre Handschrift. „Mit ihrer klaren Führung hat sie die Wohngemeinschaften vorbildlich und kompetent aufgestellt“, so Johannes Magin. „Allerdings war für Ute Randak Führung nie ein Selbstzweck, um sich in den Vordergrund zu drängen. Sie hat Entscheidungen getroffen, ohne die Menschlichkeit aus den Augen zu verlieren. Dabei war sie immer eine verlässliche Ansprechpartnerin. Als zuständiger Abteilungsleiter war es mir eine Freude und eine Ehre, mit dir zusammenzuarbeiten.“

 

Persönliche Dankesworte des Bürgermeisters und der stellvertretenden Landrätin

Auch die Vertreter der Kommunalpolitik verabschiedeten sich mit persönlichen Dankesworten von Ute Randak. Stellvertretende Landrätin Anna Nagl sagte: „Die Menschen zu tragen, wo sie Unterstützung brauchen, und ihnen gleichzeitig die Freiheit zu einem selbstbestimmten Leben zu geben – dafür steht Ute Randak. Sie hat den Menschen nicht nur Versorgung, sondern eine Heimat gegeben. Darauf kann sie stolz sein.“ Eggenfeldens Bürgermeister Martin Biber betonte die Bedeutung der Wohngemeinschaften für dies Stadt: „In Eggenfelden gehören Menschen mit Behinderung selbstverständlich mit in die Stadtgemeinschaft. Das war für Ute Randak immer eine Herzensangelegenheit und dafür hat sie sich sehr erfolgreich eingesetzt.“

Die Kolleginnen und Kollegen aus den Einrichtungen der KJF für Soziale Teilhabe verabschiedeten sich mit einem gemeinschaftlich vorgetragenen Gedicht. (Foto: Sebastian Schmid)

Als Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Kind in Not und der Ruperti-Hilfe stand Josef Auer lange Jahre eng an der Seite Wohngemeinschaften und unterstützte die Einrichtung bei größeren Anschaffungen oder Baumaßnahmen, etwa der neuen Begegnungsstätte. „Ute Randak hatte in der Runde der Einrichtungsleiter der KJF-Einrichtungen in Eggenfelden ein gewichtiges Wort und hat sich für die Wohngemeinschaften eingesetzt. Auf sie war immer Verlass. Für den Ruhestand wünsche ich ihr alles erdenklich Gute und viele schöne Erinnerungen an ihr erfülltes Berufsleben.“

Mit großer Dankbarkeit und vielen schönen Eindrücken im Gepäck blickt Ute Randak auf ihre Zeit bei den Wohngemeinschaften St. Franziskus zurück: „Besonders wertvoll waren für mich die vielen Begegnungen mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen sowie Kolleginnen und Kollegen, die meinen Weg begleitet haben. Gemeinsam haben wir viel bewegt und sogar eine Pandemie gemeistert. Nun freue ich mich auf die Zeit mit meiner Familie und nehme viele schöne Erinnerungen und Freundschaften mit in den neuen Lebensabschnitt.“

 

KJF-Direktor Michael Eibl stellte Verena Martin-Sigl als neue Leiterin der Wohngemeinschaften St. Franziskus vor. (Foto: Sebastian Schmid)

Sozialpädagogin Verena Martin-Sigl übernimmt kommissarisch die Leitung der Wohngemeinschaften St. Franziskus. „Verena Martin-Sigl ist prädestiniert für diese Aufgabe: Sie ist vielseitig ausgebildet und kennt die Einrichtung mit ihren Bewohnerinnen und Bewohnern sehr gut. Sie ist bereit, das Beste für die Menschen zu leisten“, so KJF-Direktor Michael Eibl.

Auch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Wohngemeinschaften feierte Ute Randak ihren Abschied. (Foto: Andrea Malota)

Text: Sebastian Schmid