20 Jahre LAG Förderschulen in katholischer Trägerschaft in Bayern
null 20 Jahre LAG Förderschulen in katholischer Trägerschaft in Bayern
Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Fokus
München/Regensburg, 2. Oktober 2026 - Die Landesarbeitsgemeinschaft der Förderschulen in katholischer Trägerschaft in Bayern feiert ihr 20-jähriges Bestehen.
Im Rahmen eines Festaktes mit rund 100 Gästen, darunter auch die bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, Anna Stolz, wies der Vorsitzende der LAG, Michael Eibl, auf die Bedeutung der Förderschulen für die Bildungs- und Teilhabechancen hin: „Jeder junge Mensch hat Anspruch auf Bildung, Förderung und Begleitung, die seinen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten gerecht werden. Unabhängig von Wohnort und Förderschwerpunkt muss ihm ein bedarfsgerechtes Bildungsangebot offenstehen.“ Für dieses Angebot stünden die 34 Förderschulträger mit über 100 Schulen, die Bildungsangebote für rund 20.000 Schülerinnen und Schüler bereithielten.
Bayerns Kultusministerin Anna Stolz gratulierte in ihrem Grußwort der LAG Förderschulen: „Unsere bayerischen Förderschulen – gerade auch die in katholischer Trägerschaft – sind weit mehr als Bildungseinrichtungen: Sie sind lebendige Kompetenzzentren der Sonderpädagogik und ein tragendes Fundament unserer Bildungslandschaft. Mit ihrem Einsatz schaffen sie Chancen, überwinden Barrieren in den Köpfen und stehen für gelebte Inklusion. Um dieses wertvolle Fundament zukunftsfest zu machen, haben wir die privaten Förderschulen und ihre Schulträger im Doppelhaushalt 2026/2027 spürbar gestärkt. Damit schaffen wir für unsere Schülerinnen und Schüler gute Rahmenbedingungen und machen sie stark für das Leben.“
Im Rahmen des Festaktes wurde die Münchner Erklärung der LAG Förderschulen vorgestellt, die die Grundüberzeugungen, die die Arbeit der LAG tragen, benennt und zentrale Zukunftsaufgaben formuliert: „Gute sonderpädagogische Bildung, heilpädagogische und therapeutische Arbeit entsteht dort, wo fachliche Kompetenz, verlässliche Rahmenbedingungen und gemeinsame Verantwortung zusammenkommen.“ Michael Eilbl zeigte sich deshalb überzeugt: „Bildung, Förderung und Teilhabe können auch künftig nur gemeinsam gestaltet werden. Die Münchner Erklärung ist deshalb kein Forderungskatalog, sondern ein Angebot, die Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendliche mit speziellen Bedarfen in Bayern partnerschaftlich weiterzuentwickeln.“
Davon überzeugt zeigten sich auch die weiteren Festrednerinnnen und -redner. Prof. Roland Stein von der Universität Würzburg betonte, dass Förderschulen auch zur Inklusion beitragen und Inklusion immer auch relativ und relational ist: „Dafür braucht es einen Blick auf die individuellen Ressourcen des einzelnen Kindes und Jugendlichen.“ Dabei hätten sich Förderschulen durchaus auch kritischen Fragen zu stellen. Aber sich den Spannungsfeldern zu stellen und klug und individualisiert abzuwägen und zu gestalten, dafür hielten die Förderschulen ein bedeutsames Entwicklungsumfeld bereit, das in enger Abstimmung mit den Eltern arbeitet.
Angela Ehrlers, die Bundesvorsitzende des Verbands Sonderpädagogik, stellte fest, dass der Begriff Inklusion in der bildungspolitischen Debatte zur Zeit der Gründung der LAG Förderschulen noch nicht die Bedeutung hatte wie heute. Trotzdem wies sie darauf hin, dass die Unterstützungsbedarfe immer heterogener und vielfältiger werden. Auch sie plädierte dafür, dass die Schülerin oder der Schüler Ausgangspunkt sein müssen. „Sonderpädagogische Fachlichkeit an allen Schulformen ist notwendig, um Unterricht an die unterschiedlichen Bedürfnisse anzupassen. Um allen Kindern gerecht zu werden, Förderschulen und allgemeine Schulen sind kein Gegensatz. Gerade in Förderschulen finden Kinder und Jugendliche mit sehr spezifischen und komplexen Bedarfen besonders intensive Unterstützungsbedingungen.“
Weiterführende Informationen:
Die LAG Förderschulen in katholischer Trägerschaft in Bayern ist der Zusammenschluss der privaten Schulträger unter dem Dach der Caritas in Bayern. Mit speziellen, auf Kinder und Jugendliche mit speziellen Bedarfen ausgerichteten Bildungsangeboten eröffnen sie in über 100 Schulen Chancen auf ein möglichst selbstbestimmtes Leben für rund 20.000 junge Menschen. Die Festschrift zum 20-jährigen Jubiläum mit der Münchner Erklärung kann unter www.caritas-bayern.de abgerufen werden.
Text: Tobias Utters