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Augenblicke, die es zuvor so nie gab und niemals wieder geben wird

Finissage der Ausstellung "Im Wandel" mit Werken von Josef Roßmaier

Nun war es doch noch möglich, die Ausstellung „Im Wandel", die seit Dezember 2020 in der Galerie St. Klara der Katholischen Jugendfürsorge in Regensburg beheimatet war, in Präsenz zu zeigen. In kleinem Kreise fand die Finissage mit dem Künstler Pfarrer Josef Roßmeier und Dr. Maria Baumann, Leiterin der Kunstsammlungen des Bistums Regensburg, statt.


Pfarrer Josef Roßmaier

„Wir haben uns nach dieser langen und schwierigen Corona-Phase mit ihren starken Einschränkungen wieder getraut und tasten uns langsam in den Ausstellungsbetrieb", eröffnete KJF-Direktor Michael Eibl die Finissage. Er freue sich sehr, dass er mit Pfarrer Roßmaier gemeinsam die Ausstellung, die bislang nur online auf der Webseite der Galerie St. Klara zu sehen war, nun auch öffentlich machen könne. „Es ist uns eine Ehre, dass wir Ihre Ausstellung präsentieren dürfen", sagte Eibl, „und gemeinsam mit dem Bistum einen Katalog zur Ausstellung herausgegeben haben." Eibl begrüßte Dr. Maria Baumann, Leiterin der Abteilung Kunst und Denkmalpflege, Museumsleiterin und Diözesankonservatorin. Sie hatte die Einführung zur Ausstellung im Katalog geschrieben und die Ausstellung kuratiert. Sie stellte die Werke zu Beginn der Finissage vor.

Die Ausstellung „Im Wandel" wurde bereits 2020 konzipiert. Wandel ist das ureigenste Thema von Pfarrer Roßmaier, ein Thema, das ihn sehr fasziniert. „Es sind sehr intensive Texte und weite Bilder, die eine besondere Symbiose geben", erklärt Dr. Maria Baumann. Pfarrer Roßmaier schaue aus zwei Perspektiven auf sein Werk. Zum einen als Theologe, als Pfarrer, zum anderen als der Lichtbildner. „So würde ich ihn bezeichnen, da er mit Licht Bilder schafft", meint sie weiter. Dieser uralte Begriff der Fotografen treffe auf ihn zu. Glaube, Kunst, Literatur, das sei bei ihm eine Dreiheit, die sich nicht weniger annimmt als der Suche nach dem Sinn des Lebens.

Mit seinen Werken fordere Josef Roßmaier uns heraus, genau hinzuschauen und Momente anders und neu wahrzunehmen. Das sei die Stärke seines Schaffens – das, was er schon immer meisterhaft beherrschte: Dieses Hinschauen, das genaue Entdecken, die Wahrheit, die er hinter ganz alltäglichen Dingen sieht, in Alltagsgegenständen, in der Landschaft der Holledau, in der er auch wohnt. „Diesen ganz besonderen Moment, den es vorher nie gab und den es hinterher nie wieder so geben wird, den nimmt Josef Roßmaier in beeindruckender Tiefe wahr", so Baumann weiter. Sie sei fasziniert von seiner Freude an der digitalen Bildbearbeitung und von seiner Neugier und Freude am Entdecken eines Moments, den er aus der Realität herausnimmt und fragt: Was ist das Eigentliche? Was steckt dahinter.

Josef Roßmaiers Bilder sprechen von seinem tiefen Glauben. In ihren Begegnungen und Gesprächen mit dem Künstler konnte Dr. Maria Baumann sein tiefes Gottvertrauen und seinen tiefen Glauben spüren. Es sei ein Glaube mit allen kritischen Aspekten, ein fundierter, ein forschender Glaube mit der Zuversicht, dass es weitergeht, so wie es auch in der Landschaft über den Horizont hinaus weitergeht. Roßmaier lässt Glaube zu Bild werden und Linien zu Farbwirbeln. So beschreibt es Maria Baumann. Zu seinen Bildern passen seine Texte, die in unglaublichem Staccato weitertragen, was die Bilder aussagen: Es gibt ein Weiter nach dem Dunkel. In der reduzierten Sprache der Bilder Bildern und in der dichterischen Ausdruckskraft der Texte von Pfarrer Josef Roßmaier kommen über 80 Jahre erfülltes Leben, verunsicherte Zweifel aber auch erfüllte Sehnsucht und das Gehalten-werden in Gott, auch in Stunden voller Angst, zum Ausdruck.

Text: Christine Allgeyer
Bild: Christine Allgeyer