null Zwischen Theorie, Praxis und Mensch: Ausbildung in Erbendorf

Traumberuf Heilerziehungspflege

Die Fachschule für Heilerziehungspflege in Erbendorf startet neu durch: Ab dem kommenden Schuljahr übernimmt die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. (KJF) die Trägerschaft. Das starke Netzwerk der sozialen Träger in der Region bietet dabei viele Vorteile – insbesondere durch die enge Verbindung von Theorie und Praxis.

Alexandra Mozelewski übernimmt die Leitung der Fachschule für Heilerziehungspflege in Erbendorf. Die Schule wird unter der Trägerschaft der KJF den Wohngemeinschaften St. Benedikt angegliedert. (Foto: Annika Jehl)

Alexandra Mozelewski, die neue Schulleiterin, ist eine erfahrene Sonderpädagogin mit jahrzehntelanger Praxis in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Frühförderung und als Lehrkraft in der Psychiatrie. Zudem bringt sie mehrjährige Leitungserfahrung mit. „Es ist mir ein großes Anliegen, meine Erfahrungen aus der Praxis weiterzugeben – egal ob jung oder alt“, sagt sie.

Besonders freut sie sich darauf, die Schülerinnen und Schüler beim Einstieg in den Beruf der Heilerziehungspflege zu begleiten und ihre Entwicklung mitzuerleben. Neben der Theorie legt sie großen Wert auf die Praxis: „Das ist ein großer Vorteil unserer Schule in Erbendorf. Die enge Verzahnung mit sozialen Trägern in der Region, wie der Katholischen Jugendfürsorge, ist sehr wertvoll.“

Auch die Berufsaussichten der Heilerziehungspflege überzeugen: „Nach der Ausbildung stehen viele Türen und Möglichkeiten offen.“ Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten reichen von Wohneinrichtungen, Werkstätten und Tagesstätten für Menschen mit Behinderung über Einrichtungen für psychisch kranke oder suchtkranke Menschen bis hin zu Tätigkeiten als persönliche Assistenz, in familienunterstützenden Diensten, in der offenen Behindertenarbeit, in sonder- oder heilpädagogischen Tagesstätten, in inklusiven Kindertagesstätten, in der Kinder- und Jugendhilfe oder als Schulbegleitung. Auch persönliche Interessen und Hobbys lassen sich ideal in den Beruf einbringen.

„Ich bin total begeistert, wie sich Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger im Berufsalltag weiterentwickeln, Verantwortung übernehmen und im Team zusammenarbeiten“, sagt die Schulleitung. Für die Klientinnen und Klienten sind sie überaus wichtige Bezugspersonen – nicht zuletzt aufgrund der professionellen Beziehungsarbeit. „Sie leisten damit einen entscheidenden Beitrag für die Teilhabe.“

 

Theorie und Praxis gehen Hand in Hand

Die Fachschule ist unter der Trägerschaft der KJF den Wohngemeinschaften St. Benedikt angegliedert. „Das ist ein sehr guter Weg“, betont Alexandra Mozelewski. „Die Nähe zur Praxis erleichtert den angehenden Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspflegern das Lernen erheblich.“
Einrichtungsleiterin Elke Bauer blickt dem Start in Erbendorf mit Freude entgegen: „Die Schülerinnen und Schüler lernen all unsere Einrichtungen kennen. Sie können sich ausprobieren und gewinnen Einblicke in besondere Angebote wie tiergestützte Therapie mit Hunden und Pferden oder in die Line-Dance-Gruppe.“

Neben den Wohngemeinschaften St. Benedikt in Mitterteich mit Standorten in Wiesau, Waldsassen und Windischeschenbach stehen weitere Einrichtungen der KJF in der Region als Lern- und Praxisorte zur Verfügung: die Werkstätte St. Elisabeth in Mitterteich, das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Elisabeth in Windischeschenbach sowie das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef in Wunsiedel.

 

HEP oder HEJ?

Zum Angebot der Fachschule gehört nicht nur die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin bzw. zum Heilerziehungspfleger (HEP), sondern auch das Heilerziehungspflegerische Einführungsjahr (HEJ) – eine gute Möglichkeit, in den Beruf hineinzuschnuppern. Das HEJ kann direkt nach dem mittleren Bildungsabschluss begonnen werden und schafft eine ideale Grundlage für soziale Berufe. Es verbindet schulische Inhalte mit praktischer Erfahrung und stellt die Begleitung und Unterstützung von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen in den Mittelpunkt.

„Wer sich noch nicht sicher ist, ob die Ausbildung oder das HEJ das Passende ist, kann sich jederzeit melden und die Schule sowie die Praxisorte unverbindlich kennenlernen“, erklärt Alexandra Mozelewski. Wer Empathie und Einfühlungsvermögen mitbringt und sich gut in andere Menschen hineinversetzen kann, hat gute Chancen in der Heilerziehungspflege seinen Traumberuf zu finden.

Weitere Informationen zur Fachschule: www.hep-erbendorf.de

Text: Annika Jehl