null Spatenstich für Wohngemeinschaft des Cabrini-Haus der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg

Die Freude ist groß über den Startschuss für den Neubau der Wohngemeinschaft mit vier Wohneinheiten für 24 erwachsene Menschen mit Behinderung in Rohr. Sie wird organisatorisch an das Cabrini-Haus in Offenstetten angebunden. Die Gesamtkosten betragen 6.982.465 Euro. Die Regierung von Niederbayern fördert mit 3.045.750 Euro, der Bezirk Niederbayern mit 507.477 Euro und 3.429.238 Euro werden mit Eigenmitteln finanziert Die Fertigstellung ist Ende des Jahres 2027 geplant.

Endlich geht es los: Die Freude ist groß über den Spatenstich zum Neubau der Wohngemeinschaft mit vier Wohneinheiten für 24 erwachsene Menschen mit Behinderung in Rohr. (Foto: Olga Arnstein)

KJF-Direktor Michael Eibl sieht darin ein weiteres Zeichen der Inklusion: „Schaffung von inklusivem Wohnen für Menschen mit Behinderung mitten in der Gesellschaft ist der KJF ein großes Anliegen. Mit Rohr wird nun ein weiterer Standort im Landkreis Kelheim realisiert. Danke an alle, die das ermöglicht haben!“ Auch Stefan Seehofer, Gesamtleiter des Cabrini-Zentrums freut sich: „Mit dem neuen Wohnheim wird der Weg der Dezentralisierung im Erwachsenenbereich konsequent weiter ausgebaut. Es sind sogenannte Tandemappartements vorgesehen. Damit schaffen wir ein besonderes Angebot: Paare mit Unterstützungsbedarf erhalten die Möglichkeit, gemeinsam zu leben – in einem Umfeld, das auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Allen wird damit ein modernes und zeitgemäßes Wohnen ermöglicht. Gleichzeitig entsteht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein professionelles und modernes Arbeitsumfeld, das gute Betreuung und qualitätsvolle Arbeit nachhaltig unterstützt.“

Freude über Spatenstich in Rohr

Auch André Liedtke, Vertreter der Regierung von Niederbayern, war zum Spatenstich gekommen und betonte „Eine inklusive Gesellschaft erkennt man nicht daran, wie sie mit den Stärksten umgeht, sondern daran, wie selbstverständlich alle Menschen an ihr teilhaben können.“ Bezirksrätin Hannelore Langwieser kam in Vertretung des Bezirkstagspräsidenten Dr. Olaf Heinrich: „Mörtel und Stein bauen ein Haus – das machen die fleißigen Handwerker. Der Geist und die Liebe füllen das Haus mit Menschen und fachlicher Betreuung – dies macht die KJF mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir vom Bezirk helfen gerne dabei und freuen uns, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ein neues Zuhause finden. Matthias Hermann, stellvertretender Bürgermeister von Rohr i. NB. ist sicher: „Wir sind überzeugt, dass hier ein Ort entsteht, an dem Menschen ein Zuhause finden und Teil unserer Gemeinschaft sein können.“  

Inklusion im Blick

Das Wohnangebot ist für Menschen mit Behinderung geplant, die tagsüber einer Tätigkeit in einer Werkstätte für behinderte Menschen (WfbM), auf einem ausgelagerten WfbM-Arbeitsplatz oder in einem Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarktes nachgehen. Pflegefachkräfte, Heilerziehungspfleger, Erzieher sowie andere pädagogische Fachkräfte werden sich zukünftig um die Bewohnerinnen und Bewohner kümmern. Sie brauchen tägliche Unterstützung und Anleitung bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, der Körperhygiene, pflegerischen Maßnahmen sowie bei der Tagesstrukturierung. Nachts ist ein Bereitschaftsdienst vorhergesehen. Alle Gemeinschaftsräume sind voll ausgestattet – die Gestaltung wird erst nach Einzug gemeinsam je nach Wünschen und Bedürfnissen finalisiert. Es steht allen Bewohnerinnen und Bewohnern frei, eigenen Möbel mitzubringen.

Barrierefreies und inklusives Zuhause inmitten der Gesellschaft

Das Gebäude besteht aus drei Wohneinheiten mit Wohn- und Essküche für je sechs Bewohnerinnen und Bewohner und einer Einheit mit drei Tandemappartements und einem Gemeinschaftsbereich. Es gibt zwei zweigeschossige Hauptgebäude. In Haus 1 befinden sich im Erdgeschoß und 1. Obergeschoss jeweils eine Wohnung mit Wohn- und Essküche für je sechs Bewohner. Im Haus 2 befindet sich im Erdgeschoß eine Wohnung mit Wohn- und Essküche für sechs Bewohnerinnen und Bewohner und im 1. Obergeschoss die drei Tandemappartements. Die durchschnittliche Größe der Appartements beträgt ca. 15 bis 18 qm. Jeder Bewohner und jede Bewohnerin verfügen über ein eigenes Duschbad. Die Grundstücksfläche hat 2.424,50 qm, die Nutzfläche pro Bewohner beträgt durchschnittlich 56,40 qm. Im hinteren Außenbereich ist eine Sitzmöglichkeit mit kleiner Terrasse und einem Kräutergarten geplant. Kirche, Bäcker, Metzger und Apotheke sind fußläufig erreichbar.

In besten Händen

Das Wohnheim ist organisatorisch dem Erwachsenenwohnen des Cabrini-Haus in Offenstetten zugeordnet – Bereichsleitungen sind Marco Weigt und Carolina Brunn. Marco Weigt hat mit 10 Jahren Erfahrung als Bereichsleiter den Großteil seiner beruflichen Laufbahn erwachsenen Menschen mit geistiger Beeinträchtigung gewidmet. Carolina Brunn ist seit 2020 zunächst als Teamleiterin in diesem Bereich tätig gewesen und hat nach einer kurzen Elternzeit die Funktion der stellvertretenden Bereichsleitung übernommen. Am Projekt beteiligt sind unter anderem: • Planung: Donhauser Postweiler Architekten, Regensburg / Stegen • Bauüberwachung: Büro Schröter – Stadtplanung Architektur Energie, Abensberg • Statik: IB Siegmüller, Regensburg • Heizung/ Lüftung/ Sanitär: Gammel Engineering GmbH, Abensberg • Elektro: Planung Hiller GmbH, Amberg • Brandschutz: Steinhofer Ingenieure GmbH, Regensburg • Freianlagen: FLU Planungsteam, Regensburg • Bodengutachter: Geoplan GmbH, Hauptsitz Neukirchen-Vluyn • Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator: Attenberger GmbH, Passau 

Text: Olga Arnstein