null Politik trifft Jugendhilfe

MdB Peter Aumer im Gespräch mit Kinder- und Jugendparlamenten zum Alltag in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung

Einen besonderen Gast begrüßten die Kinder und Jugendlichen der Kinder- und Jugendparlamente der St. Vincent Kinder- und Jugendhilfe Regensburg, eine Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V., und des Kinderheims Kallmünz in ihren Reihen: Der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer (CDU/CSU) nahm sich gerne Zeit für einen intensiven und persönlichen Austausch mit den Sprecherinnen der beiden Kinder- und Jugendparlamente.

Die Gesprächsteilnehmer sitzen am Tisch, darunter MdB Peter Aumer und AGkE-Geschäftsführer Michael Hösl
Intensiver Austausch mit MdB Peter Aumer in der Gesprächsrunde mit den Sprecherinnen der Kinder- und Jugendparlamente (Foto: Stefanie Kasseckert)

In einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre erzählten die jungen Menschen von ihren Hobbys, ihren Interessen und ihrem Alltag in der Jugendhilfe. Schnell kamen Themen zur Sprache, die sie aktuell besonders beschäftigen. Dazu gehören die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die Frage, wie die finanzielle Unterstützung der Jugendlichen in der Jugendhilfe angepasst werden könnten. Die Sprecherinnen berichteten außerdem, dass das Leben in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung häufig stärker reglementiert und mit mehr bürokratischen Vorgaben verbunden sei als das Aufwachsen in einer Familie. Auch Digitalisierung und Ungleichbehandlung wurden thematisiert – beispielsweise unterschiedliche Handyregelungen an Schulen oder eingeschränkte Voraussetzungen bei der Nutzung und Refinanzierung öffentlicher Verkehrsmittel.

Die jungen Menschen machten deutlich, wie wichtig faire und verlässliche Regelungen für ihre gesellschaftliche Teilhabe sind. Ein besonderes Anliegen war ihnen die Situation von Care Leavern im Alter von 21 bis 27 Jahren. Care Leaver sind junge Menschen und Erwachsene, die einen Teil ihres Lebens in einer Jugendhilfeeinrichtung oder einer Pflegefamilie verbracht haben und ein eigenständiges Leben beginnen. Der Übergang aus der Jugendhilfe in ein selbstständiges Leben stellt viele junge Menschen vor große Herausforderungen. Aus ihrer Sicht braucht es in dieser Lebensphase eine verlässlichere Begleitung sowie mehr Wohngruppen und passende Wohnangebote für junge Volljährige. Peter Aumer hörte aufmerksam zu, ging auf die Fragen und Erfahrungen der jungen Menschen ein und ermutigte sie, ihre Anliegen weiterhin selbstbewusst zu vertreten und „am Ball zu bleiben“. So entstand ein lebendiger und wertschätzender Austausch, bei dem die Sprecherinnen offen aus ihrer Lebenswirklichkeit berichteten.

Besonders in Erinnerung blieb sein Satz: „Politik macht Spaß.“ Er steht für die Erfahrung, dass Beteiligung Freude machen und etwas bewegen kann, auch wenn das nicht immer sofort gelingt. Große Freude war es dann auch, als Peter Aumer nach Berlin einlud, um den Kindern die Möglichkeit zu bieten, Politik vor Ort zu erleben und weitere Einblicke in die parlamentarische Arbeit zu gewinnen. Die Kinder und Jugendlichen sowie die Gesamtleiterin der St. Vincent Kinder- und Jugendhilfe der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg Daniela Wanderer, Andreas Langer aus dem Kinderheim Kallmünz und AGkE-Geschäftsführer Michael Hösl bedankten sich herzlich bei Peter Aumer für seine Zeit, sein offenes Ohr und die große Wertschätzung, die er den jungen Menschen entgegenbrachte. Im gemeinsamen Gespräch ist es gelungen, ihm einen lebendigen und authentischen Einblick in die Perspektiven und die Lebenswirklichkeit junger Menschen in stationären Jugendhilfeeinrichtungen zu geben. Die Einladung nach Berlin ist für alle ein Highlight und ein tolles Zeichen dafür, dass der Austausch weitergehen soll.

Text: Daniela Wanderer, Michael Hösl