Nach den Osterferien geht’s los!
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Nun ist es soweit! Für 90 Kinder und Jugendliche startet nach den Osterferien der Unterricht in der St. Vincent-Schule der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. (KJF) – ein modern ausgestattetes Förderzentrum mit Förderschwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung. Bereits 2015 hat die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg den Neubau der St. Vincent-Schule beschlossen, weil die Schülerzahlen permanent stiegen. Im Oktober 2023 startete die KJF das Bauprojekt in Neutraubling.
Aktuell werden im Schulverzeichnis des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus bayernweit 29 Förderzentren mit Förderschwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung gelistet – von insgesamt 354 Förderschulen. 103 der Förderzentren in Bayern haben einen katholischen Träger. Die 34 katholischen Träger sind Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft Förderschulen in katholischer Trägerschaft, deren Vorsitzender Michael Eibl, Direktor der KJF Regensburg, ist.
„Wir haben hier in Neutraubling eine Schule konzipiert, die bereits in ihrer Geometrie der Gebäudeanordnung in E-Form wesentliche Anforderungen der Schülerklientel abdeckt. Das Architekturbüro Brunner aus Viechtach bezeichnet dies als ‚Trennen und Verbinden‘. Ganz wunderbar bringt dies zum Ausdruck, was unsere Schülerschaft hier braucht. Es sind Räume für gemeinsames Lernen und den Austausch und Räume für den Rückzug. Dazwischen sind Freiflächen integriert, die altersspezifisch genutzt werden können“, stellte Eibl in seiner Begrüßung heraus. So sehr sich Eibl über den Schulneubau in Neutraubling freut, so sehr treibt ihn gleichzeitig auch die Sorge um eine auskömmliche Finanzierung der Förderzentren um: „Private Förderschulen erfüllen eine staatliche Pflichtaufgabe in der Unterrichtsversorgung der Schülerinnen und Schüler. Trotzdem kämpfen wir gerade um die Finanzierung der Baumaßnahmen privater Förderschulen – für die Kinder und ihre Familien, für die unsere Schulen so wichtig sind.“
Eibl freut sich auf die Segnung der Schule am 12. Oktober mit H.H. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer: „Da feiern wir gemeinsam mit unseren Partnern ein großes Fest.“ Auch Schulleiterin Henrike Foth und ihr Team, bestehend aus 30 Sonderschullehrkräften und sechs Heilpädagogen, freuen sich riesig über die neue Schule. Aus ihrer Sicht ist besonders gut gelungen, dass es helle Räume, große Lernflure und eine eigene Turnhalle gibt. Sie stellt heraus: „Dieser Neubau öffnet Türen zu einem Ort, an dem Kinder mit emotional-sozialem Förderbedarf Sicherheit, Beziehung, Verlässlichkeit und neue Entwicklungschancen finden dürfen, an dem sie in ihrer Einzigartigkeit angenommen und begleitet werden können.“
Strukturell ist die St. Vincent-Schule der St. Vincent Kinder- und Jugendhilfe zugeordnet. Die Gesamtleiterin von St. Vincent Daniela Wanderer sagt zur Schülerschaft: „Es sind junge Menschen, deren soziale Kompetenzen wir trainieren und die deshalb eine besonders intensive, verlässliche und individuell abgestimmte Unterstützung benötigen, um ihren Platz in Gemeinschaft und Schule zu finden.“ 37 Kinder aus St. Vincent, davon 20 aus dem stationären Bereich und 17 aus den Tagesstätten besuchen die St. Vincent-Schule. Das sind 43 % der Schülerinnen und Schüler.
Christina Bergmann, stellvertretende Sachgebietsleiterin, Sachgebiet 41 Förderschulen der Regierung der Oberpfalz, betonte: „Wir wollen dieses Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung in Regensburg in der Hand der KJF in Regensburg. Dieses neue Schulgebäude ist weit mehr als nur zusätzliche Quadratmeter. Es ist ein klares Bekenntnis zu der Schulart, die wir hier fördern.“ Neutraublings Bürgermeister Ulrich Brossmann bekräftigte: „Sie haben etwas für Neutraubling gemacht. Neutraubling ist Wirtschaftsstandort aber auch Bildungsstandort. Zu den fünf schon vorhandenen Schulen kommt jetzt die E-Schule, die eindeutig eine Lücke schließt. Ein großes Dankeschön, dass Sie diese Schule in Neutraubling gebaut haben.“ Architekt Robert Brunner zeigte sich mächtig stolz über den Schulbau. „Es hat uns sehr gefreut, dass wir diesen Auftrag bekommen haben.“ Er übergab symbolisch den Schulschlüssel an Schulleiterin Henrike Foth.
Die Gesamtkosten der Baumaßnahme inklusive Grundstückserwerb und Ausstattung belaufen sich auf 22,54 Millionen Euro. Derzeit hat der Freistaat Bayern rund 21,4 Millionen Euro als Kostenersatz für den Neubau der St. Vincent-Schule vorgesehen und weitere 1.038.000 Euro für die Ausstattung, welche im Rahmen des einmaligen Schulaufwandes refinanziert werden. Das moderne Förderzentrum ergänzt das Bildungsangebot in Neutraubling mit Grund-, Mittel- und Realschule, einem Gymnasium und einem Sonderpädagogisches Förderzentrum um das private Förderzentrum mit Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung. Die Schule bietet Raum für zehn Klassen mit bis zu zwölf Schülerinnen und Schülern und eine Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) mit acht Plätzen. Eine Sportanlage für Fußball, Basketball, Leichtathletik oder Beach-Volleyball gehört zur Schule.
Die St. Vincent-Schule ist eine Schule für Kinder und Jugendliche von der 1. bis zur 9. Jahrgangsstufe, deren besonderer Förder- und Entwicklungsbedarf diagnostiziert ist. Mithilfe professioneller Unterstützung schaffen die Schülerinnen und Schüler ihren Abschluss oder den Wechsel auf die Regelschule und erwerben einen Mittelschulabschluss bzw. den qualifizierenden Mittelschulabschluss. Der Unterricht erfolgt nach den Vorgaben der Bayerischen Grund- und Mittelschullehrpläne.
Text: Christine Allgeyer