null Mehr Platz für wichtige Unterstützung

Seit mehr als 35 Jahren werden in der Tagesstätte ARCHE des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) Rottal-Inn in Eggenfelden der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. (KJF) Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sowie Schulkinder mit Förderbedarf im Bereich Lernen und sozial-emotionale Entwicklung unterstützt. Nun erfolgte der Umzug in neue Räumlichkeiten, die Pfarrerin Dr. Tanja Seidl und Pfarrvikar Pater Nelson im Beisein zahlreicher Gäste feierlich segneten.

Von links nach rechts: Jugendamtstleiter Manfred Weindl; Josef Auer, Vorsitzender Aktionsgemeinschaft Kind-in-Not; Landrat Martin Koppmann; Julia Schilcher, Leiterin der Tagesstätte des HPZ; Wolfgang Beißmann, Bürgermeister der Stadt Pfarrkirchen; Ines Randelzhofer, Regierung von Niederbayern; Chiara Thoma, Abteilungsleiterin der KJF für den Bereich Teilhabeleistungen für Kinder und Jugendliche; Robert Niederleitner, Einrichtungsleiter des HPZ bei der Segnung der neuen Räume der sozialpädagogischen Tagessttäte ARCHE (Foto: Johannes Rudlof)

„Wir haben Platz für 28 Kinder. Die ARCHE kann Kinder aus dem gesamten Landkreis Rottal-Inn aufnehmen, da wir zusätzlich zum Standort Eggenfelden auch Außenstellen in Pfarrkirchen und Kirchdorf haben“, berichtet Julia Schilcher, Leiterin der Tagesstätte des HPZ. „In Pfarrkirchen können Kinder der Betty-Greif-Schule, aber auch von Regelschulen aus den Gemeinden Dietersburg, Johanniskirchen, Bad Birnbach, Egglham, Postmünster, Pfarrkirchen, Tann, Triftern, Wittibreut sowie der Stadt Pfarrkirchen betreut werden“, so Schilcher weiter.

In der sozialpädagogischen, teilstationären Einrichtung fördern und betreuen Fachkräfte Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen und sozial-emotionale Entwicklung. Die Kinder können ihre sozialen Kompetenzen und persönlichen Ressourcen kennenlernen und weiterentwickeln. Zehn Fachkräfte begleiten drei Gruppen am Standort Pfarrkirchen: fünf Erzieherinnen beziehungsweise Heilerziehungspflegerinnen, drei Kinderpflegerinnen, eine Sozialpädagogin sowie zeitweise eine Psychologin. Ergänzend arbeiten medizinische Fachkräfte aus den Bereichen Logo-, Ergo- und Physiotherapie mit den Kindern. Gruppenarbeit, Einzelfördermaßnahmen und die enge Zusammenarbeit mit den Eltern bilden die Grundlage der pädagogischen Arbeit.

Die neuen Räume umfassen rund 530 Quadratmeter. Julia Schilcher erklärt: „Wir haben Platz für zwei Schülergruppen und eine SVE-Gruppe – jeweils mit einem Gruppen- und einem Nebenraum, etwa für Hausaufgaben oder Kleingruppenarbeit. Eine Ausgabeküche mit kleinem Essbereich ermöglicht es uns, gemeinsam mit den Kindern Brotzeiten vorzubereiten. Außerdem gibt es einen Bewegungsraum, Räume für medizinische Therapien, ein besonders wohnliches Esszimmer, ein Mitarbeiterbüro mit Möglichkeit für ungestörte Elterngespräche sowie einen Garten mit altem Baumbestand. Supermärkte, Buchladen und Baumärkte sind gut erreichbar, ebenso die Anbindung an den Stadtbus.“

Wertschätzung zur Eröffnung der neuen Räume der Arche

Pfarrerin Dr. Tanja Seidl und Pfarrvikar Pater Nelson segnen die neubezogenen Räume. (Foto: Johannes Rudlof)

Die Segnung der neu bezogenen Räume übernahmen Pfarrerin Dr. Tanja Seidl und Pfarrvikar Pater Nelson: „Wenn es heißt: Gott segne dieses Haus, dann sind mit Haus, biblisch gesprochen, alle Menschen gemeint, die dazu gehören. In diesem Sinne sprechen wir: Gott segne dieses Haus, alle, die darin Raum finden, Kleine und Große, dass sie weiterwachsen, innerlich und äußerlich, wachsen durch die Kraft deiner Liebe. So sei du da mit deinem Segen: Heute und alle Tage.“

Landrat Martin Koppmann hob bei seinem Grußwort die bedeutende Arbeit der ARCHE hervor: „Kinder und Familien müssen wissen, dass sie in unserem Landkreis nicht allein gelassen werden. Wir brauchen starke Einrichtungen, gute Netzwerke und engagierte Fachkräfte. Wir brauchen Orte, an denen Kinder nicht nur betreut werden, sondern an denen sie wachsen können. Die Arbeit, die hier geleistet wird, ist anspruchsvoll. Sie verlangt Fachwissen, Einfühlungsvermögen, Klarheit und sehr viel Herz. Wer mit Kindern arbeitet, weiß: Kein Tag ist wie der andere. Man braucht Geduld, Humor, manchmal auch gute Nerven und die Fähigkeit, kleine Fortschritte als große Erfolge zu sehen. Deshalb gilt mein besonderer Dank heute dem Team der ARCHE. Sie leisten hier Tag für Tag eine Arbeit, die für unsere Gesellschaft unverzichtbar ist. Sie begleiten Kinder nicht am Rand, sondern mitten hinein ins Leben. Sie helfen ihnen, Fähigkeiten zu entwickeln, Vertrauen zu gewinnen und ihren Platz zu finden. Machen Sie bitte weiter so. Ich darf mich auch recht herzlich für die bisherige Zusammenarbeit bei Ihnen allen bedanken.“ Und weiter: „Die Katholische Jugendfürsorge Regensburg ist einer der wichtigsten Kooperationspartner unseres Jugendamtes und wir hatten auch in der Vergangenheit eine sehr intensive und gute Zusammenarbeit, wie mir der Leiter unseres Jugendamts, Herr Weindl, mitteilte. Dies möchte ich auch in Zukunft so weiterführen. Herzlichen Glückwunsch zu diesen neuen Räumen und von Herzen alles Gute für die Arche.“ Den Glückwünschen und dem Dank an die KJF sowie das Team der Arche schloss sich Wolfgang Beißmann, Bürgermeister der Stadt Pfarrkirchen, in seinem Grußwort an.

Die neue Abteilungsleiterin der KJF für den Bereich Teilhabeleistungen für Kinder und Jugendliche, Chiara Thoma, bedankte sich zum einen für die große Wertschätzung und Unterstützung für diese SPT seitens des Landkreises, des Jugendamtes und der Stadt und zum anderen für die hohe fachliche Kompetenz des Fachpersonals, das Tag für Tag in großer Verlässlichkeit und beeindruckendem Engagement seine Arbeit erfüllt. „Das Wichtigste jedoch sind die Kinder und jungen Menschen, die diese Räume jeden Tag mit ihrem Leben, Lachen und auch ihren individuellen Anliegen füllen sowie das große Vertrauen der Eltern und Sorgeberechtigten, die das Kostbarste – ihre Kinder – der KJF in dieser Einrichtung anvertrauen!“

Text: Olga Arnstein, Chiara Thoma