null Katholische Verbände unterstützen Frauen und Kinder aus der Ukraine


Über 2600 Mal nahmen Frauen und Kinder an Veranstaltungen teil

Frauen kommt eine Schlüsselfunktion im Integrationsprozess zu. Ihre Einstellung, ihre Bereitschaft und ihr Wille zur Integration sind nicht nur für den eigenen, sondern für den Integrationserfolg der gesamten Familie entscheidend. Sie sind oft hoch motiviert, insbesondere im Hinblick auf das Wohl und den Erfolg ihrer Kinder. Durch eine schnelle und unbürokratische Entscheidung des Innenministeriums können auch geflüchtete Frauen und Kinder aus der Ukraine im Projekt begleitet werden.

„Die deutsche Sprache zu erlernen, ist wichtig, steht aber bei den Angeboten nicht im Fokus. Ziel ist es, das Empowerment der Frauen, also das Selbstbewusstsein zu stärken“, so Doris Fuchs, eine der Projektleiterinnen der Katholischen Jugendfürsorge in Regensburg. Das Angebot ist vielfältig und reicht von Informationen zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bis hin zur Gesundheitsvorsorge, vom Nähkurs bis zu Computer- und Schwimmkursen von der Besichtigung lokaler Sehenswürdigkeiten bis zur Wertediskussion. Zahria, eine langjährige Teilnehmerin in Regensburg, betont, dass den Frauen durch das Projekt Mut gegeben wird und sie selbst gelernt hat, dass sie auch als Frau eine wichtige Person in dieser Welt ist.

Trotz der pandemiebedingten Herausforderungen führten die Verbände 362 Veranstaltungen für „ihre“ Frauen durch – sowohl online als auch in Präsenz. 1996 Teilnahmen von Frauen und 656 Teilnahmen von Kindern zeigen den Erfolg der Maßnahmen. Die Frauen stammen zu einem Großteil aus Syrien, Somalia, Afghanistan, dem Iran, dem Irak und der Türkei. Dabei sind aber auch Teilnehmerinnen aus Angola, Äthiopien, Brasilien, China, Eritrea, Honduras, Hong Kong, Indien, Kasachstan, Lesotho, Mexiko, Moldawien, Philippinen, Polen, Rep. Kongo, Rumänien, Russland, Sri Lanka, Südafrika, Thailand, Ukraine, Venezuela, Vietnam, …

Gelegenheit, das Leben und die Traditionen der anderen kennenzulernen, gab es reichlich – etwa bei Spaziergängen, Outdoor-Aktivitäten oder Museumsbesuchen, "das tut den Gruppen einfach gut und erschließt neue Horizonte", so Katja Straub (KJF Regensburg). In verschiedenen Workshops erfuhren die Frauen Wissenswertes über Alltag und Kultur in ihrer neuen Heimat. "Schwerpunktmäßig geht es in unserem Projekt um das Thema Werte", erklären Socorro van Loock (IN VIA Nürnberg) und Sigrid Pätzold (IN VIA Augsburg), "im gemeinsamen Austausch soll deutlich werden, was hierzulande 'von Wert' ist." Weitere Themen waren Nachhaltigkeit, Natur und Umwelt, Gesundheit oder Erziehung - lebenspraktische Tipps inklusive. Damit die Frauen mehr über Bayern erfahren, ging es beispielsweise in die Touristeninformation.

Ein Highlight im Jahr 2021 war eine Bilderausstellung zum Thema #meinRegensburg #placetobe im Rahmen der bundesweiten Interkulturellen Wochen, die gemeinsam von Frauen des Projektes in Regensburg geplant und durchgeführt wurde. Hierbei stellten die Frauen selbstfotografierte Bilder ihrer neuen Heimat aus und waren stolz und erfreut über das zahlreiche positive Feedback. Ein weiteres Highlight war die Sommerfreizeit für 20 Frauen und Kinder von IN VIA Augsburg. Stolz ist Cecilia Mosca Spatz (Projektleiterin des SkF Aschaffenburg) darauf, dass einige Teilnehmerinnen selbst ihr Potential einbrachten, "genau das wollen wir fördern, denn dies stärkt nicht nur das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, sondern macht anderen Frauen Mut, sich in diesem geschützten Rahmen auszuprobieren."

Gerne bei den Veranstaltungen gesehen waren Gäste: "Unsere Teilnehmerinnen empfanden den Austausch mit deutschen Frauen als sehr wertschätzend", betont Mouna Bouzgarrou
(IN VIA Würzburg). Ein positiver Nebeneffekt: Sprachkenntnisse lassen sich so noch besser fördern.

 

Ausblick 2022 – wieder mehr Präsenz – Online ist eine Bereicherung

Alle Standorte haben sich viel vorgenommen. Die Aktivitäten sollen nach Möglichkeit wieder stärker vom Online- in das Präsenzformat überführt werden. Gerade die Teilnahme von Kindern ist für viele Frauen wichtig. Online-Formate stellen sich aber auch als wertvolle Bereicherung dar, da so auch Frauen erreicht werden können, die etwas weiter weg wohnen und ihnen die teils umständlichen Anfahrten erspart bleiben.

Astrid Paudtke, SkF Landesvorsitzende, Adelheid Utters-Adam, IN VIA Landesvorsitzende, Michael Eibl,Direktor Katholische Jugendfürsorge
 

Weiterführende Informationen: Die Projektleiterinnen sind sowohl deutscher Herkunft wie auch selbst mit Migrationshintergrund. Das Projekt „Lebenswirklichkeit in Bayern“ wurde 2021 an nun mittlerweile acht Standorten aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration gefördert. Das Projekt "Lebenswirklichkeit in Bayern" ist bei IN VIA Augsburg, IN VIA in Nürnberg, IN VIA Würzburg und IN VIA Bayern in Ingolstadt, KJF Regensburg (Stadt und Landkreis), SkF Aschaffenburg und SkF Schweinfurt angesiedelt.

Die Verantwortlichen freuen sich, dass vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration grünes Licht für die Fortführung des Projekts dieser Träger für das Jahr 2022 gegeben wurde. Erfreulicherweise kamen zudem weitere 10 neue Projektstandorte für 2022 in Bayern dazu.