HolzWerke und StadtSkizzen in der Galerie St. Klara
null HolzWerke und StadtSkizzen in der Galerie St. Klara
Zwei Künstler, eine Ausstellung: Stefan Eber (StadtSkizzen) und Christian Bergauer (HolzWerke) präsentieren erstmals gemeinsam ihre Werke. Sie laden dazu ein, Alltägliches neu zu entdecken und Gewohntes mit anderen Augen zu sehen. Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg, begrüßte die beiden Künstler und die Gäste der Vernissage in der Galerie St. Klara.
Die Ausstellung verbindet zwei unterschiedliche künstlerische Ansätze: das flüchtige Festhalten von Momenten und die dauerhafte Formgebung im Raum. Gemeinsam eröffnen die Werke neue Perspektiven auf Alltag, Wahrnehmung und persönliche Reflexion.
Stefan Eber, geboren und aufgewachsen in Erbendorf, lebt und arbeitet seit über 30 Jahren im Landkreis Regensburg. Seit 1982 widmet er sich mit großer Leidenschaft der Fotografie und hat zahlreiche Einzelausstellungen realisiert. Als Reaktion auf die stetig wachsende digitale Bilderflut hat er sich wieder verstärkt dem Zeichnen zugewandt und sich dem Urban Sketching verschrieben. Dabei entstehen direkt vor Ort spontane Skizzen, die die Atmosphäre einfangen – nicht Perfektion, sondern das unmittelbare Erleben steht im Mittelpunkt. „Im Unterschied zur Fotografie hat das Zeichnen noch eine Meta-Ebene, in die meine Emotionen und Eindrücke einfließen“, erklärt er Stefan Eber im Künstlergespräch. „Ich suche nicht nach Motiven, sondern habe meistens meinen Block dabei – wenn ich etwas Spannendes entdecke, nehme ich mir eine halbe Stunde Zeit und versuche, den Moment festzuhalten.“ So zeigen seine Werke Szenen aus der Regensburger Innenstadt – Bismarckplatz, Salzstadel oder Kornmarkt. Aber auch in Kallmünz oder Augsburg fand Stefan Eber spannende Motive.
Von der Arbeitsplatte zum Kunstwerk
Der in Waldsassen geborene Künstler Christian Bergauer lebt seit 2001 in Regensburg. Als Autodidakt begann er mit der Malerei und entwickelte seine künstlerische Arbeit stetig weiter. Heute benutzt er vorwiegend Holz und schafft daraus mit Dekupier- und Bandsäge dreidimensionale Skulpturen. Seine filigranen Werke zeichnen sich durch eine reduzierte, klare Formensprache aus. Während kleinere, organische Arbeiten die Fantasie anregen, setzen größere, gegenständliche Objekte bewusst Impulse zur Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenssituation. „Ich verzichte bewusst darauf, die Formen vorzuzeichnen, sondern lasse mich auf den Moment ein. Manchmal bin ich selbst überrascht, was dabei herauskommt. Jeder darf die Ergebnisse so interpretieren wie er will“, so Christian Bergauer. Seine Werke entstehen in der Werkstatt La Linea, einer ehemaligen Schreinerei, die inzwischen von einem Künstler-Kollektiv genutzt wird. „Wir inspirieren uns gegenseitig. Das ist künstlerisch sehr bereichernd“, sagt Bergauer. Oft bestehen die Kunstwerke aus Holzresten, die beim Möbelbau anfallen – etwa die Arbeitsplatte einer Küche. „Wenn ich etwas Passendes finde, kommt es in meinen Fundus und wartet auf sein zweites Leben als Skulptur.“
Für die musikalische Umrahmung der Vernissage sorgte das dynamische Ensemble StringTheory: Ariane Felgenträger (Geige), Armin Merten (Gitarre), Hermann Kobl (Bass) und Benjamin Kroll (Schlagzeug) entführten das Publikum auf eine faszinierende Reise durch die verschiedenen Klangfarben und Stile des Jazz.
Die Ausstellung HolzWerke | StadtSkizzen ist jeden Sonntag bis einschließlich 31.05.2026 in der Galerie St. Klara zu sehen, jeweils von 14 bis17 Uhr.
Text: Sebastian Schmid