null Ein wunderbares Zeichen der Wertschätzung

Mit einem Pontifikalamt, zelebriert von H.H. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, hat die KJF-Familie im Hohen Dom St. Peter Abschied genommen von „ihrem“ Prälaten Dr. Josef Schweiger. Er ist am 30. November 2025 im Alter von 89 Jahren in die Hände Gottes heimgegangen. Prälat Dr. Josef Schweiger war geschäftsführender Direktor, Vorsitzender und Ehrenvorsitzender der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg (KJF) e. V.

Eine große Gemeinschaft hat dazu beigetragen, Prälat Dr. Josef Schweiger eine würdevolle Trauerfeier zu bereiten. (Foto: Uwe Moosburger)

Requiem und Beisetzung von Prälat Dr. Josef Schweiger fanden bereits am 6. Dezember 2025 in seiner Heimatgemeinde Riedenburg statt. Es war der vielfach geäußerte Wunsch zahlreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KJF, in einer großen Kirche mit einer Messfeier gebührend Danke zu sagen und gemeinsam für Prälat Dr. Josef Schweiger zu beten. Weit über 600 Gäste waren der Einladung von KJF-Vorsitzendem Domkapitular Michael Dreßel und KJF-Direktor Michael Eibl gefolgt – unter ihnen viele Kinder und Jugendliche aus den Einrichtungen der KJF. Sie alle kamen zur Gedenkmesse in den Regensburger Dom. „Ich bin überwältigt von der großen Zahl der Mitfeiernden. Ich danke ihnen allen für dieses wunderbare Zeichen der Wertschätzung für einen verdienten Priester“, sagte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, ehe er zahlreiche Ehrengäste begrüßte, darunter Landrätin Tanja Schweiger und Stadtrat Thomas Burger, Vertreter aus den Vorständen der Bayerischen Jugendfürsorgeverbände, Führungskräfte wie Mitarbeitende aus den Einrichtungen und Diensten der KJF und der KJF-Geschäftsstelle sowie viele Ehemalige, die sich Prälat Dr. Schweiger bis heute verbunden fühlen.

 

Den Kindern gehört das Reich Gottes

Caritas-Direktor Diakon Michael Weißmann trug das Heilige Evangelium nach Markus vor: „Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran, denn ihnen gehört das Reich Gottes. Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen.“ Darauf bezog sich Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt: „Diese Worte werfen ein bezeichnendes Licht auf den Verstorbenen: Nicht die Erwachsenen werden den Kindern als Vorbild hingestellt, sondern umgekehrt: Wahre und unverstellte Kindlichkeit als Lernziel für die Erwachsenen. Und was für die Kinder im Allgemeinen gilt, gilt umso mehr für Kinder mit Einschränkungen.“

Es war das Ziel von Prälat Dr. Josef Schweiger, jedem Kind eine angemessene Förderung angedeihen zu lassen, betonte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt. (Foto: Uwe Moosburger)

Als Josef Schweiger 1936 geboren wurde, war eine Ideologie an der Macht, die insbesondere dem Leben mit Behinderung zutiefst feindlich gesonnen war und die Machthaber schreckten nicht einmal davor zurück, in die Einrichtungen der Kirche einzudringen, um ihr teuflisches Werk zu verrichten. „Unter dem Eindruck dieser menschenverachtenden Ideologie begannen nach dem Krieg beherzte Menschen, die kirchlichen Einrichtungen wieder auf- und auszubauen, mit dem Ziel, jedem Kind eine angemessene Förderung angedeihen zu lassen. In diese Dynamik stellte sich das Lebenswerk unseres Prälat Dr. Schweiger“, so Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. So vergrößerte Prälat Dr. Josef Schweiger die Katholische Jugendfürsorge um 75 Einrichtungen und Dienste und von 200 Mitarbeitern auf über 2.000 und entwickelte einen kleinen Jugendfürsorgeverein zu einem bedeutenden Sozialunternehmen.

„Die Bedeutung der Kindlichkeit gehört zu den innovativsten Aspekten der Neutestamentlichen Botschaft, die noch lange nicht hinreichend verstanden wurde: Ungetrübte Freude, von Herzen kommende Dankbarkeit, ein überwältigendes Lachen. Wer schon einmal das Vergnügen hatte, von Radio Sag‘ was interviewt zu werden, mit den Bananenflankern Elfmeterschießen zu üben oder mit den Kindern des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums Erstkommunion zu feiern, der weiß, wovon ich spreche“, so Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. „Umso großartiger die Arbeit der Katholischen Jugendfürsorge, zu deren Wachsen und Gedeihen Prälat Dr. Josef Schweiger einen gewaltigen Beitrag geleistet hat. Als hochgebildeter Theologe und als durchsetzungsstarke Führungspersönlichkeit hat er sich eine ganz eigene Kindlichkeit erhalten.“

Weit über 600 Gäste versammelten sich zur Trauerfeier im Regensburger Dom. (Foto: Uwe Moosburger)

Im Gottesdienst brachten sich sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als auch die Kinder und Jugendlichen aus dem Pater-Rupert-Mayer-Zentrum und dem Bischof-Wittmann-Zentrum ein: Sie trugen Fürbitten vor, entzündeten Kerzen und brachten die Gaben zum Altar. Ein eigens für die Trauerfeier gebildeter Chor mit aktiven und ehemaligen Mitarbeitern aus dem Haus des Guten Hirten, dem Cabrini-Zentrum und dem Berufsbildungswerk St. Franziskus Abensberg übernahm unter Leitung der Gesamt-MAV-Vorsitzenden die musikalische Gestaltung.

Domkapitular Michael Dreßel, der Vorsitzende der KJF, bedankte sich bei allen, die sich an der Umsetzung des Gottesdiensts beteiligt haben: „Hochwürdigster Herr Bischof, in diesem Gottesdienst haben Sie Ihre Wertschätzung für Prälat Josef Schweiger und für die tägliche Arbeit der Jugendfürsorge zum Ausdruck gebracht. Ich danke allen, die im Hintergrund mitgeholfen haben, diese Trauerfeier zu organisieren und so würdevoll zu gestalten. Unser Prälat wäre stolz auf uns.“

 

„Ein großes Lebenswerk, auf dem wir aufbauen können“

„In höchster Dankbarkeit und in liebevoller Erinnerung“ blickte KJF-Direktor Michael Eibl zurück auf das Wirken von Prälat Dr. Josef Schweiger: Im Festsaal des Kolpinghauses zeigte er den Gästen eine Bildauswahl aus dem Leben von Prälat Dr. Josef Schweiger – als Student, als Priester, als Fußballspieler, beim Wandern, beim Feiern oder Skifahren. Die zahlreichen Spatenstiche für neue Einrichtungen machten deutlich, welch umfangreiche Pionierarbeit Prälat Dr. Josef Schweiger für die Katholische Jugendfürsorge geleistet hat: Unter seiner Ägide entstanden unter anderem die Eggenfeldener Werkstätten St. Rupert, die Bildungsstätte St. Gunther Cham, das Berufsbildungswerk St. Franziskus Abensberg, die Straubinger Werkstätten St. Josef Straubing, das Heilpädagogische Zentrum Rottal-Inn, die Stiftlandwerkstätten Mitterteich, die Wohngemeinschaften St. Franziskus Eggenfelden und die Berufsschule St. Erhard Plattling. Auch die Gründung der Stiftung Für junge Menschen ist ihm zu verdanken. Den Förderverein Aktion Sonnenschein für das Kinderzentrum St. Martin hob er mit aus der Taufe und begleitete diesen jahrzehntelang.

KJF-Direktor Michael Eibl rief den Gästen im Festsaal des Kolpinghauses das große Lebenswerk von Prälat Dr. Josef Schweiger in Erinnerung. (Foto: Uwe Moosburger)

Für seine herausragenden Leistungen erhielt er höchste Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz erster Klasse und den Bayerischen Verdienstorden. 2011 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Apostolischen Protonotar. „Prälat Dr. Josef Schweiger hinterlässt uns ein großes Lebenswerk, auf dem wir aufbauen können. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, so Michael Eibl.

Text: Sebastian Schmid