null Ein Fest des Dankes und der Wertschätzung

80 Jahre im Dienst an jungen Menschen! Die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. (KJF) feierte das Jubiläum der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz im Cabrini-Haus. Am Beginn der Feierlichkeiten zelebrierte H.H. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ein Pontifikalamt in der Cabrini-Haus-Kirche. Mit größter Wertschätzung blickte er auf das Wirken der Kreuzschwestern: „In all diesen acht Jahrzehnten haben die Kreuzschwestern das Evangelium der Liebe konkret gelebt – durch Pflege, Erziehung, Bildung und Begleitung der Schwächsten. Ihr sichtbarer, oft aufopferungsvoller Dienst in der Nächstenliebe trägt die Kirche und bringt das Licht Christi in die Welt.“

Die Kreuzschwestern mit ihren Ehrengästen vor dem Cabrizio.
Die Kreuzschwestern mit ihren Ehrengästen vor dem Cabrizio (Foto: www.altrofoto.de Uwe Moosburger)

 

Unglaubliches geleistet

„Das ist ein großes Fest des Dankes und der Wertschätzung“, sagte KJF-Direktor Michael Eibl. Seit acht Jahrzehnten prägen die Ordensschwestern die Kultur der Einrichtung. Zum Jubiläum hat er eine Dauerausstellung über Leben und Wirken der Kreuzschwestern im Cabrini-Haus in Offenstetten in Auftrag gegeben, damit deren Geschichte lebendig und in Erinnerung bleibt. „In 80 Jahren haben die Kreuzschwestern Unglaubliches geleistet, als Pionierinnen der Sozialen Arbeit in der Nachkriegszeit, als Impulsgeberinnen und Motor für Weiterentwicklungen und als verlässliche Begleiterinnen für unzählige junge Menschen“, stellte Michael Eibl, Direktor der KJF heraus. Das 80-jährige Jubiläum feierte der Träger des Cabrini-Zentrums – wie die Einrichtung mit ihren Teileinrichtungen seit 2010 heißt – mit der Provinzoberin Europa Mitte der Kreuschwestern Petra Car und Mitschwestern aus Wels, Weggefährten der Schwestern sowie mit Partnern aus Kirche und Politik.

Die Kreuzschwestern in der Cabrini-Haus-Kirche
Die Kreuzschwestern in der Cabrini-Haus-Kirche (Foto: www.altrofoto.de Uwe Moosburger)
Bischof Rudolf und die Kreuzschwestern beim Gottesdienst in der Cabrini-Haus-Kirche
Pontifikalamt mit H. H. Bischof Dr. Rudolf Vorderholzer in der Cabrini-Haus-Kirche (Foto: www.altrofoto.de Uwe Moosburger)

„Das Gramm Gold entdecken, das in jedem Menschen verborgen ist.“

Das verbindet Konventoberin Schwester Sieglinde Gabriel mit der Arbeit der Kreuzschwestern im Cabrini-Haus. Es ist ein Zitat der Ordensgründerin Maria Theresia Scherer. Um gemeinsam zurückzublicken, war es Schwester Sieglinde Gabriel ein Anliegen, alle diejenigen Menschen zur Jubiläumsfeier einzuladen, welche die Einrichtung und die Schwestern begleitet, unterstützt und gefördert haben. Schwester Sieglinde blickt zurück: „Wir Kreuzschwestern – und ich glaube, dass ich für alle 91 Schwestern sprechen darf, die in Offenstetten leben und wirken durften – haben unseren Dienst mit großer Bereitschaft und Freude getan. Das Cabrini-Zentrum ist ein Ort, der ein ‚Daheim‘ ist. Ein guter Ort, sowohl für Menschen, die Hilfe in Anspruch nehmen wollen, als auch für die, die sie leisten dürfen. Es war und ist immer ein gegenseitiges Geben und Empfangen. Wir Schwestern sind sehr dankbar für das große Vertrauen, dass uns sowohl die Eltern, die Behörden und nicht zuletzt unser Träger, die KJF, entgegengebracht haben. Wir werden alle, ob aus dem Dorf oder aus dem Cabrini-Zentrum in unseren Herzen und auch in unseren Gebeten mitnehmen.“

 

„Ein Ort, an dem Menschen in ihrer Würde aufblühen dürfen“

Die Provinzoberin Europa Mitte der Kreuzschwestern, Schwester Petra Car reiste zur Jubiläumsfeier eigens aus Wels in Österreich an. In ihrem Grußwort erinnerte sie an die Ordensgründerin Maria Theresia Scherer und die Patronin der Einrichtung Mutter Cabrini. Sie sagte: „Eine Weggefährtin von unserer Gründerin war Mutter Cabrini, die Patronin des Hauses, die genau vor 80 Jahren seliggesprochen worden ist. Ihr Leitspruch war: ‚Mit Gott kann man große Dinge tun.‘ Ja, in den vergangenen acht Jahrzehnten ist viel Gutes geschehen. Das Cabrini Haus ist weit mehr als eine Einrichtung. Es ist ein Raum gelebter Menschlichkeit, ein Ort, an dem sich die Haltung von Mutter Maria Theresia Scherer und Mutter Cabrini bis heute widerspiegelt. Möge das Cabrini Haus auch in Zukunft ein Ort sein, an dem Menschen in ihrer Würde aufblühen dürfen.“

Aus der Kommunalpolitik überbrachten Landrat Martin Neumeyer und Abensbergs Bürgermeister Dr. Bernhard Resch herzlichste Glückwünsche und ein Vergelt’s Gott. Sie zollten den Schwestern höchsten Respekt für ihre Lebensleistung. Landrat Neumeyer stellt die Kreuzschwestern als „bereichernde Institution“ heraus. „Ihr Engagement, über mehrere Generationen hinweg, stellt einen nicht messbaren Wert dar. Von dieser gelebten christlichen Nächstenliebe profitieren seit Jahrzehnten insbesondere Kinder.“ Auch Bürgermeister Dr. Resch sieht den Orden der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz untrennbar mit der Geschichte des Cabrini-Haus verbunden. Er hob hervor: „Die Katholische Jugendfürsorge Regensburg als Träger dieser Einrichtungen prägt damit bis zum heutigen Tag die Bildungslandschaft und das soziale Leben der Stadt Abensberg entscheidend mit. Die Schwestern sind seit 80 Jahren integraler Bestandteil des öffentlichen Lebens in Offenstetten und geben dem Ortsteil einen besonderen Wert. Wir sind unendlich dankbar für diese 80 Jahre und können uns heute ein Offenstetten ohne Kreuzschwestern noch gar nicht vorstellen. Ich wünsche ‚unseren‘ ehrwürdigen Schwestern alles Gute für die Zukunft und Gottes reichen Segen.“ Ein Highlight und eine besondere Überraschung während der Feierlichkeiten war, als Resch den Schwestern das Goldene Buch der Stadt Abensberg vorlegte und sie sich dort eintrugen.

Die Kreuzschwestern tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Abensberg ein
Die Kreuzschwestern tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Abensberg ein (Foto: www.altrofoto.de Uwe Moosburger)

Für den Gesamtleiter des Cabrini-Zentrums Stefan Seehofer ist der Weg der Kreuzschwestern einer der Treue, Verantwortung und inneren Stärke: „Über all die Jahre waren sie für Menschen da mit einer Selbstverständlichkeit, die man nicht lernen kann, die aus dem Herzen kommt. Sie haben aus Not ein Zuhause geschaffen, Menschlichkeit und Würde geschenkt und Generationen geprägt. Sie bleiben das Herzstück unseres Cabrini-Zentrums. Der Geist, den sie verankert haben, lebt weiter. Dafür gebührt ihnen höchster Respekt und unendlicher Dank! Vergelt´s Gott liebe Kreuzschwestern!“

 

KJF schreibt mit Kreuzschwestern die Geschichte des Cabrini-Hauses

Eibls Vorgänger, der im November 2025 verstorbene Prälat Dr. Josef Schweiger, Direktor, Vorsitzender und Ehrenvorsitzender der KJF von 1970 bis 2025 legte große Wert auf die Einbindung von Ordensfrauen in die Dienstgemeinschaft der KJF. In seiner und Michael Eibls Amtszeit als Direktor hatten zwei Ordensschwestern im Verwaltungsrat der KJF eine Stimme, so die Konventoberin der Kreuzschwestern Sr. Sieglinde Gabriel von 2009 bis 2021. Während der Feier wurde immer wieder an Prälat Dr. Schweiger erinnert, der die Schwestern in Offenstetten regelmäßig besuchte, mit ihnen Gottesdienst feierte und sich mit Sr. Sieglinde austauschte.

Ab 1946 leistete der Katholische Jugendfürsorgeverein der Diözese Regensburg in der Nachkriegszeit karitative Nothilfe im ehemaligen Wasserschloss in Offenstetten. Der damalige Direktor des Jugendfürsorgevereins Prälat Michael Thaller holte die Kreuzschwestern nach Offenstetten. Sie kamen als Heimatvertriebene aus Eger und begannen 1946 ihre Pionierarbeit zur Errichtung eines Säuglings- und Kleinkinderheim, das sich über die Jahrzehnte hinweg zu einer spezialisierten Einrichtung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung entwickelte. Die Bedeutung des heutigen Cabrini-Zentrums ist maßgeblich dem Engagement von Prälat Michael Thaller und der Kreuzschwestern zu verdanken. In 80 Jahren waren dort insgesamt 91 Schwestern tätig.

Im Jubiläumsjahr der Kreuzschwestern 2026 gehören zum heutigen Cabrini-Zentrum der Katholischen Jugendfürsorge ein Förderzentrum mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, eine Schulvorbereitende Einrichtung, eine Tagesstätte, verschiedene Wohnformen mit Wohngemeinschaften, ein Wohn-Pflegehaus mit Intensivpflege und -betreuung, medizinisch-therapeutische Dienste und eine integrative Begegnungsstätte. Die Katholische Jugendfürsorge investierte über die Jahrzehnte in die Modernisierung und den Ausbau der Einrichtung, in hohe Qualitätsstandards und Weiterentwicklungen. Der Träger steht für Kontinuität und Fachlichkeit. Die Direktoren Prälat Michael Thaller (1928–1970), Prälat Dr. Josef Schweiger1 (1970–2006) und Michael Eibl (seit 2006) sorgten jeweils für ein starkes Netzwerk und sichere finanzielle Rahmenbedingungen. Die Kreuzschwestern erziehen und pflegen von Anfang an die Kinder, begleiten und fördern sie. Sie waren in den Anfangsjahren für den Haushalt verantwortlich, die Verköstigung der Kinder und des Personals, die Wäsche und Instandhaltung des Gebäudes. Über drei Generationen hinweg sind sie als qualifizierte Fachkräfte und Lehrerinnen in der Hauswirtschaft, Kinderpflege, Heilerziehungspflege, Krankengymnastik, frühkindlichen Erziehung und Bildung, Heilpädagogik, in Unterricht und Erziehung tätig. Ihr Orden legte stets großen Wert auf deren fachliche Qualifikation.

Ab den 1980er Jahren war die Arbeit der Kreuzschwestern vor allem durch die Professionalisierung und den Ausbau einer differenzierten sonderpädagogischen Förderung geprägt. Die Fachabteilungen der Katholischen Jugendfürsorge entwickelten moderne Konzepte für den Förder- und Wohnbereich. Die Schwestern füllten sie mit Leben. Einrichtungs- und Erziehungsleitung lagen weiterhin bei den Schwestern, die Zahl der weltlichen Fachkräfte in Pädagogik und Pflege nahm ständig zu.

Zum Jubiläum erwarten die Schwestern keine Geschenke, freuen sich aber über eine Spende für die Kinder des Cabrini-Hauses: IBAN: DE37 7509 0300 0001 1004 08

Gruppenbild mit Kreuzschwestern, die eine rote Rose halten
Rote Rosen für die Kreuzschwestern (Foto: www.altrofote.de Uwe Moosburger)

Text und Film: Christine Allgeyer