Die KJF verabschiedet Bertin Abbenhues in den Ruhestand
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„Meister der Inklusion“, so nannte der Direktor der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg (KJF) Michael Eibl den scheidenden Kollegen Bertin Abbenhues in seiner Laudatio. Zu seiner Verabschiedung hatten sich über 120 Gäste eingefunden, darunter Partner, Freunde und Vertreter aus Kirche, Politik und der Fachwelt. Abbenhues war seit 1. April 2007 Abteilungsleiter der Teilhabeeinrichtungen und Dienste für Kinder und Jugendliche mit Behinderung bei der KJF. Er hat viele fachliche Weiterentwicklungen angestoßen und begleitet. Nun wurde er in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Die Abschiedsfeier begann der Vorsitzende der KJF Domkapitular Michael Dreßel mit einem Dankgottesdienst. „Eucharistie bedeutet Dank sagen. Wir sagen Dank für das, was Gott Gutes an uns getan hat in seinem Sohn Jesus Christus“, begann der Vorsitzende der KJF Michael Dreßel die Eucharistiefeier am Beginn der Feierlichkeiten. „Und wir nehmen in diesen Dank hinein den Dank für das, was Sie Gutes getan haben in der Jugendfürsorge in fast 20 Jahren.“ Für den Gottesdienst hatte sich Bertin Abbenhues die Emmauserzählung aus dem Lukasevangelium ausgesucht. „Die zentrale Mitte unseres Leitbilds“, sagte Domkapitular Dreßel in seiner Predigt, „das Fundament, worauf wir stehen und auf dem wir arbeiten.“ Die Bereitschaft zum Hinhören, zur Weggemeinschaft auf Augenhöhe sei das, was er sich von den Führungskräften erwarte. In einer Führungsfunktion gelte, was in der Emmausgeschichte grundgelegt ist: Begegnung auf Augenhöhe, Hinhören, Weggemeinschaft. „Im Namen der Katholischen Jugendfürsorge möchte ich Ihnen danken für Ihren Einsatz der letzten 20 Jahre“, so Dreßel weiter. Mit brennendem Herzen habe sich Bertin Abbenhues seiner Aufgabe, seinem Dienst verschrieben.
Meister der Inklusion
In seiner Laudatio auf den geschätzten Kollegen stellte KJF-Direktor Michael Eibl heraus: „Bertin Abbenhues hat die Förderzentren der KJF, die Frühförderstellen und die Kinderheime für Kinder mit Behinderungen durch eine sehr herausfordernde Zeit begleitet: die Inklusive Weiterentwicklung, immer mehr Kinder und Jugendliche, schwierige Verhandlungen und vieles mehr hat er mit großem Fachwissen und Beharrlichkeit gemeistert – ein wunderbarer Kollege!“ Sein offenes Ohr, sein offenes Herz habe ihn ausgezeichnet, so Eibl weiter. „Für dich heißt Inklusion, zuhören, verstehen, jedes Potenzial erkennen – auch von schwerstmehrfach behinderten Menschen.“ Diese Grundhaltung und Empathie für die Menschen habe seine Arbeit und auch sein Verhandlungsgeschick geprägt: „Ich danke Dir lieber Bertin, dem Meister für gelebte Inklusion, für Empathie, die so wichtig ist in unserer harten Zeit, von Herzen Danke!“ schloss Eibl seine Laudatio auf Bertin Abbenhues.
Die Nachfolge ist bereits geregelt, Chiara Thoma hat zum 1. Oktober 2025 die Leitung der Abteilung Teilhabeleistungen für Kinder und Jugendliche übernommen: „Ich freue mich sehr, dass wir Frau Thoma als fachlich versierte und erfahrene Kollegin für die Nachfolge von Herrn Bertin Abbenhues gewinnen konnten“, so KJF-Direktor Michael Eibl, „Frau Thoma war zuvor beim Bistum Eichstätt als Seminar- und Fortbildungsleiterin sowie beim Caritasverband Eichstätt als Beratungsrektorin tätig.“
Auf gutem theoretischem Fundament und mit vielen praktischen Erfahrungen
Nach Abschluss der Mittleren Reife begann Bertin Abbenhues 1978 beim Finanzamt Steinfurt (NRW) eine Ausbildung im Mittleren Dienst. Drei Jahre später absolvierte er 15 Monate lang den Zivildienst in einem Altenheim auf der Pflegestation. Danach holte er auf dem Clemens-Hofbauer-Kolleg in Bad Driburg auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur nach und begann im Wintersemester 1987 das Doppelstudium der Sozialen Arbeit und Philosophie an der Katholischen Stiftungsfachhochschule in Benediktbeuern und München und der Hochschule für Philosophie München der Gesellschaft Jesu.
Nach Beendigung beider Studiengänge startete er seine erste berufliche Tätigkeit als Dipl. Sozialpädagoge (FH) bei der Volkshochschule München in einem Projekt für Berufsschulverweigerer. Nach dem Umzug von München nach Beratzhausen absolvierte Bertin Abbenhues die Fortbildung „Sozial- und Wohlfahrtmanagement“ und übernahm am 01.04.1997 im Bischöflichen Jugendamt der Diözese Regensburg zunächst die Aufgabe als Verbandsreferent der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) und drei Jahre später die des Diözesanvorsitzenden beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Zehn Jahre später wechselte er dann zur Katholischen Jugendfürsorge Regensburg und übernahm die Leitung der Abteilung Teilhabeleistungen für Kinder und Jugendliche. „Von der Jugendarbeit zur Jugendfürsorge, sage ich immer, da bleibt man jung! Für mich kann ich das auf jeden Fall sagen“, so Abbenhues.
Da gibt es keine „liebste Erinnerung“, denn davon gibt es ganz viele …
Das sagt Bertin Abbenhues über seine Zeit bei der KJF. Während dieser hat er zahlreiche, bedeutende Projekte begleitet, wie beispielsweise von 2012 bis 2016 „Regensburg inklusiv“ oder das Büro für Leichte Sprache „sag´s einfach“ der KJF, das aus „Regensburg inklusiv“ hervorgegangen ist und aktiver ist denn je. Zudem die Harl.e.kin-Nachsorge für früh- und risikogeborene Kinder, das inklusive Rock-Event Rock´n´ Roses, die Sozialberatung im Kinderzentrum St. Martin, das Tanzprojekt am Bischof-Wittmann-Zentrum, Theater FRONTAL, die Online-Beratung des CBP (Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V.) und später des DCV (Deutscher Caritas Verband), das Projekt „mittendrin! - Bürgerschaftliches Engagement und Inklusion im Landkreis Kelheim“, die EUTB – ergänzende, unabhängige Teilhabeberatung in Eggenfelden.
Besonders wichtig war dem Abteilungsleiter auch die stetige fachliche Weiterentwicklung der Förderzentren zu inklusiven Fördereinrichtungen mit Partner- und Tandemklassen, Regelschulklassen im Förderzentrum und inklusiven Kindertageseinrichtungen auf dem Gelände. „Ereignisse in den Einrichtungen, Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen, wenn sie auf der Bühne stehen und alles geben, um die Zuschauer zu erfreuen; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mir begeistert von ihren täglichen Erlebnissen in ihrer Arbeit berichten und auch Eltern, die mir mit größter Freude von ihren Kindern erzählen, welche Fortschritte sie in letzter Zeit gemacht haben – das behalte ich besonders in Erinnerung“, so Bertin Abbenhues.
Und danken möchte Bertin Abbenhues auch seiner Familie: „Nur der Großzügigkeit und Nachsichtigkeit meiner Frau Brigitte ist es zu verdanken, dass ich mich so engagiert und in einem zeitlichen Übermaß in die KJF einbringen konnte. Danken möchte ich auch meinen drei Töchtern für ihr Verständnis, das sie sicherlich nicht immer freiwillig aufgebracht haben. Nur vor diesem Hintergrund war ich in der Lage, meinen Aufgaben in der KJF so nachzukommen, dass ich sie mit Zufriedenheit erledigen konnte. Vielen herzlichen Dank und Vergelt´s Gott euch Vieren!“
Ehrenamtliches Engagement
Bertin Abbenhues lag und liegt ehrenamtliches Engagement am Herzen: er war über 10 Jahre Mitglied im Vorstand der LAG CBP Bayern (Landesarbeitsgemeinschaft Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie Bayern), 12 Jahre lang Mitglied im Fachausschuss Kinder und Jugendliche des Bundesverbandes Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie, 10 Jahre Mitglied im Vorstand der ARGE Behindertenhilfe Niederbayern, Beisitzer/Schatzmeister im Vorstand der Vereinigung für interdisziplinäre Frühförderung (VIFF) Bayern. Bertin Abbenhues ist Mitglied in der Kirchenverwaltung Beratzhausen und seit 2025 Kirchenpfleger, zudem Vorsitzender im Angehörigenbeirat des Cabrini-Zentrums Offenstetten Erwachsenenwohnen. Seine Tochter Lena lebt seit 12 Jahren im Cabrini-Zentrum. Somit wird es sicher auch in Zukunft nicht langweilig. Trotzdem wird Bertin Abbenhues etwas vermissen: „Die Begegnungen mit den verantwortlichen Einrichtungs- und Bereichsleitungen, den Kolleginnen und Kollegen – gleich in welchem Bereich sie in einer Einrichtung tätig sind – und die Begegnungen mit den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.“ Und weiter: „Zum Schluss möchte ich noch meinem Chef KJF-Direktor Michael Eibl danken. Ich habe nicht viele Chefs in meinem Arbeitsleben gehabt, aber von Michael Eibl kann ich sagen, dass ich einen solchen Chef jedem Arbeitnehmer und jeder Arbeitnehmerin nur wünschen kann.“
Text: Olga Arnstein, Christine Allgeyer