Der Rohbau steht
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Mit dem Richtfest feiern die KJF Werkstätten einen wichtigen Baufortschritt bei der Erweiterung der St. Johannes Werkstätte Regensburg. Seit dem Spatenstich verlaufen die Arbeiten planmäßig und die Fertigstellung des Erweiterungsbaus ist für Februar 2027 vorgesehen.
Mit dem Anbau entstehen auf rund 1.250 Quadratmetern insgesamt 40 zusätzliche Arbeitsplätze für Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Autismus-Spektrum-Störungen. Neben neuen Arbeitsbereichen umfasst das Projekt auch moderne Pflege-, Lager- sowie Büro- und Verwaltungsräume. Künftig können damit die bereits anerkannten 70 Arbeitsplätze vollständig zur Verfügung gestellt werden.
Holger Lauer, Einrichtungsleiter der St. Johannes Werkstätte, freute sich sehr, dass nach einer intensiven Planung mit dem Richtfest ein weiterer Meilenstein zur Realisierung von passgenauen Qualifizierungs- und beruflichen Teilhabeangeboten für Menschen mit hohen und speziellen Assistenz- und Pflegebedarfen geschafft ist. Er dankte allen beteiligten Partnern, der Stadt Regensburg – den Fördergebern Zentrum Bayern Familie und Soziales Bezirk Oberpfalz, der Agentur für Arbeit, dem Planungsteam und den ausführenden Firmen – und der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. für den „Rückhalt sowie mutige, notwendige und ausgewogene Entscheidungen“.
Mehr als ein Gebäude: „Der Erweiterungsbau steht für Teilhabe am Arbeitsleben“
KJF-Direktor Michael Eibl moderierte beim Richtfest eine Gesprächsrunde, in der die Ehrengäste die Bedeutung der St. Johannes Werkstätte für die Region Regensburg würdigten. Christian Strache, der Vorsitzende des Werkstattrats, betonte, dass mit dem Erweiterungsbau mehr als ein Gebäude entstanden ist: „Der Erweiterungsbau steht für Inklusion und Teilhabe am Arbeitsleben. Er gibt den Menschen die Möglichkeit, ihre Talente zu entfalten.“ Regensburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger dankte den KJF Werkstätten, dass sie Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung bereitstellen: „Wir brauchen Arbeit für alle, auch für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Dafür sind die KJF Werkstätten ein entscheidender Partner.“ Dass Inklusion auch eine wichtige Aufgabe des Landkreises Regensburg ist, machte stellvertretender Landrat Thomas Ebeling deutlich.
Ein Garant für wohnortnahe Arbeitsplätze
Die Leiterin der Sozialverwaltung des Bezirks Oberpfalz, Dr. Marje Mülder, hob die enge Partnerschaft mit den KJF Werkstätten hervor: „Sie stellen sicher, dass die Menschen passgenaue und wohnortnahe Arbeitsplätze finden. Gleichzeitig bereiten sie auf den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vor.“ Dass es „um Menschen und nicht um Business“ geht, unterstrich Claudia Wildenauer-Fischer, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Regensburg. Wolfgang Eberl, Leiter des Inklusionsamts, lobte das „starke Netzwerk für Inklusion“ in Regensburg und Umgebung: „Der Integrationsfachdienst, die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber sind sehr aktiv und gut aufgestellt. Die inklusive Jobmesse ist ein Erfolgsmodell, das bei immer mehr Arbeitgebern Interesse weckt.“
Melanie Eibl, Geschäftsführerin der KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH, ging auf die komplexen Planungen für das Bauprojekt ein: „Es ist uns gelungen, vorhandene Synergien zu nutzen und die Kosten deutlich zu reduzieren – von etwa 12 Millionen auf 5,55 Millionen Euro. Dennoch wird der Erweiterungsbau allen Anforderungen gerecht und bietet unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgezeichnete Arbeitsbedingungen. Darauf können alle beteiligten Partner sehr stolz sein.“
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 5,55 Millionen Euro. Das Bauvorhaben wird durch öffentliche Mittel unterstützt: 1.567.800 Euro kommen vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales über das Inklusionsamt des Zentrums Bayern Familie und Soziales. Der Bezirk Oberpfalz gewährt eine Förderung über 120.600 Euro. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt mit einem 67.674,69 Euro Zinszuschuss für ein Darlehen über 241.200 Euro. Den Restbetrag – rund 2,73 Millionen Euro – tragen die KJF Werkstätten aus Eigenmitteln.
Text: Sebastian Schmid