null Das Baby oder das Smartphone im Blick? 

Das Baby oder das Smartphone im Blick? 

Wie gelingt ein feinfühliger Umgang mit digitalen Medien im Familienalltag? Mit dieser aktuellen Frage hat sich das 17. Interdisziplinäre Treffen der Frühförderstelle Magdalena für den Landkreis Kelheim im Cabrizio in Offenstetten beschäftigt.

Eine Frau hält einen Vortrag zu einem pädagogischen Fachthema, die Zuhörerinnen und Zuhörer lauschen.
Das 17. Interdisziplinäre Treffen bot zahlreiche Impulse und Ideen, wie Eltern Smartphones mit Bedacht im Familienalltag nutzen können.(Foto: Laura Hofmeister)

„Unser interdisziplinäres Treffen bot eine wertvolle Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und die Zusammenarbeit der Fachkräfte im Landkreis Kelheim zu stärken“, so das Fazit von Lukas Kistenpfennig, der als Einrichtungsleiter von Magdalena – von Mensch zu Mensch für die Organisation des Netzwerktreffens zuständig war. „Fachstellen kommt hierbei eine wichtige Rolle zu: Sie können Eltern bedarfsgerecht begleiten, Orientierung geben und sie darin unterstützen, die Bedürfnisse ihrer Kinder im digitalen Alltag im Blick zu behalten.“

Zum Auftakt widmete sich Dr. Julia Berkic vom Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz einem Thema, das sowohl junge Familien, als auch Fachkräfte sehr beschäftigt: Feinfühligkeit im Umgang mit digitalen Medien - Baby oder Smartphone im Blick? Eine Besonderheit der Veranstaltung war der Fokus auf die Jüngsten: Babys und Kleinstkinder im Alter von null bis drei Jahren und die möglichen Auswirkungen digitaler Mediennutzung in dieser frühen Entwicklungsphase standen im Mittelpunkt. Die aktuellste Forschung zeigt eindeutig: Sind Bezugspersonen häufig ins Smartphone vertieft oder unterbrechen sie regelmäßig Interaktionen mit dem Kind, so kann das die Entwicklung von Bindung, Selbstständigkeit und Sprache beeinträchtigen.

Aber ein Leben ohne Smartphone ist inzwischen fast unvorstellbar geworden. Der kleine Alleskönner erleichtert die Organisation des Familien- und auch des Einrichtungsalltags. Doch schnell passiert es, dass man nur kurz etwas nachsehen oder auf eine Benachrichtigung reagieren wollte und plötzlich ist eine halbe Stunde vergangen. Bekommen Kleinkinder das Smartphone oft zur Ablenkung von negativen Gefühlen selbst in die Hand, dann können sie viel schwerer erlernen, Gefühle wie Ärger oder Frustration zu bewältigen.

 

Workshop: Was brauchen Kinder in den ersten Lebensjahren?

Am Nachmittag widmeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Interdisziplinären Treffens in einem Workshop der Frage, was Kinder in den ersten Lebensjahren brauchen. Gemeinsam erarbeiteten sie Konzepte, wie Smartphones mit Bedacht im Familienalltag genutzt werden können. Weil alle Teilnehmenden aktiv ihre Perspektiven und Erfahrungen einbrachten, entstand ein reger Austausch zwischen den Berufsgruppen und Vertretern der unterschiedlichen Einrichtungen und Institutionen. Dabei wurde deutlich wie wichtig es ist, Eltern niedrigschwellig zu erreichen und sie ohne Vorbehalte dabei zu unterstützen, einen guten Umgang mit dem Smartphone im Familienalltag zu entwickeln.

Zahlreiche Institutionen aus dem Landkreis Kelheim nutzten das Treffen: das Kreisjugendamt Kelheim, Donum Vitae, die Flexiblen Dienste des Berufsbildungswerks B.B.W. Abensberg, die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern Kelheim, die Inklusionsstelle Kelheim, die Mobilen Sonderpädagogischen Hilfen im Landkreis, das Inklusive Kinderhaus Franziskus, Magdalena – von Mensch zu Mensch sowie die Kooperationspartner der Praxen im Bereich Ergotherapie und Logopädie am B.B.W. 

Text: Lukas Kistenpfennig/Sebastian Schmid