Christian Rebhan gibt in der Galerie St. Klara Einblick in sein künstlerisches Schaffen
null Christian Rebhan gibt in der Galerie St. Klara Einblick in sein künstlerisches Schaffen
Christian Rebhan wurde 1966 in Vöcklabruck, Oberösterreich geboren. Sein skurril-künstlerischer Ausdruck wurde bereits zu Anfang seiner Arbeit sichtbar. Das war im Jahr 2008. Nun werden 25 Kunstwerke von ihm in der Galerie St. der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg (KJF) gezeigt. Michael Eibl, Direktor der KJF, begrüßte die Gäste der Vernissage. Petra Kodym, Leiterin der Lebenshilfe-Kunstwerkstatt, Gmunden, Österreich und Kristiane Petersmann, Leiterin Atelier KUNST inklusiv stellten den anwesenden Künstler in einer Laudatio vor. Für die musikalische Begleitung sorgte Sepp Frank am Akkordeon. Die labora gemeinnützige GmbH verwöhnte die Gäste mit kleinen Leckerbissen und Getränken.
In der Laudatio hieß es: „Christian Rebhan ist ein außergewöhnlicher Künstler. Sein skurril-künstlerischer Ausdruck wurde bereits zu Anfang seiner Schaffenszeit sichtbar. Das war im Jahr 2008. Seine künstlerische Arbeit ist von Erinnerungen und Sehnsüchten getragen und wird von einer intensiven Auseinandersetzung mit Gefühlen, Wünschen und Befindlichkeiten gespeist. Der Künstler ist äußerst produktiv und kreiert um die 50 Bilder pro Woche. Er war 2007 für den europäischen Kunstpreis EUWARD nominiert und ist Mitglied im Kunstforum Salzkammergut. Seine Werke finden sich in nationalen und internationalen Sammlungen und waren und sind Teil zahlreicher Ausstellungen.“ KJF-Direktor Michael Eibl erwähnte: „Unsere Galeristin Birgit Kirchmann hat die Galerie St. Klara wieder beim Galerienabend eingebracht, so erfährt diese eindrucksvolle Ausstellung eine noch breitere öffentliche Wahrnehmung.“
Seit drei Jahrzehnten sammelt der oberösterreichische Künstler mit kognitiver Beeinträchtigung Brillen. Was einst mit einem Zeitungsinserat begann, entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen Leidenschaft: Heute umfasst seine Sammlung mehrere tausend optische Brillen und Sonnenbrillen. Fast jede einzelne ist für Rebhan mit einer persönlichen Geschichte verbunden. Die Brille ist längst mehr als ein Sammelobjekt. Sie ist fester Bestandteil seines künstlerischen Schaffens und steht sinnbildlich für das Sehen, Wahrnehmen und Verstehen. In seinen Arbeiten setzt sich Christian Rebhan intensiv mit Sehnsüchten, Leidenschaften, Wünschen und persönlichen Erfahrungen auseinander. Themen wie Krankheit, Sexualität, Identität, Orte, Menschen, Fluggeräte oder Essen ziehen sich ebenso durch sein Werk wie zwei besondere Motive: Brillen und menschliche Füße. Vor allem die Vielfalt menschlicher Füße fasziniert den Künstler. Ob die eigenen Füße, jene von Menschen aus seinem Umfeld oder Füße unterschiedlichster Formen und Ausprägungen – Rebhan widmet sich ihrer Anatomie und Ausdruckskraft mit großer Aufmerksamkeit. Menschen, deren Füße ihn besonders inspirieren, porträtiert er in individuellen Fußbildern, oft mit persönlicher Widmung.
Brillen und Füße verbindet dabei mehr als ihre Alltagsfunktion. Während die Brille den Blick schärft und den Durchblick ermöglicht, tragen uns die Füße durchs Leben. Beide spielen auch in der Sprache eine wichtige Rolle: Etwas hat „Hand und Fuß“, ist „fußläufig erreichbar“ oder man „steht auf eigenen Beinen“. Für Christian Rebhan sind sie unverzichtbare Instrumente des Lebens – und zugleich ausdrucksstarke Motive seiner Kunst.
Der Künstler beschreibt seine Interessen und seine künstlerische Arbeit in seinen eigenen Worten: „Ich, Christian Rebhan, bin geboren am 26.2.1966 in Vöcklabruck und aufgewachsen bin ich in meiner Heimat. Ich bin 8 Jahre in die Sonderschule gegangen. Zu was brauche ich meine Beine? Zum Laufen, Schwimmen und Spazierengehen. Ich interessiere mich für Brillen und Füße. Auch für die Natur und Wald habe ich Interesse, ich tu auch junge Menschen fotografieren. Ich male auch Rollstühle und Rollatoren und Verschiedenes. Auch für Krankentische interessiere ich mich und für Hände und für ältere Brillen und Schränke und Häuser.“
Die Kunstwerkstatt Gmunden
Die Kunstwerkstatt Gmunden ist ein professionell ausgestattetes und begleitetes Atelier für freie künstlerische Arbeit von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung. Seit ihrer Gründung im Jahr 1992 durch Ferdinand Reisenbichler hat sie sich zu einem weit über Oberösterreich hinaus anerkannten Atelier entwickelt. Heute wird die Einrichtung der Lebenshilfe Oberösterreich von der Künstlerin Petra Kodym geleitet. Die Stammgruppe besteht aus acht hauptberuflich tätigen Künstlerinnen und Künstlern sowie einem Gastkünstler. Zu den Schwerpunkten zählen Ausstellungen und Kunstprojekte, Kooperationen mit Ateliers und Kulturinstitutionen sowie die Entwicklung künstlerischer Gestaltungskonzepte für Unternehmen. In Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Kunstforum Salzkammergut kuratiert die Kunstwerkstatt jährlich drei bis vier Ausstellungen in der Galerie „Die Galerie“ in Gmunden. Mitglieder des Kunstforum Salzkammergut aus der Kunstwerkstatt Gmunden sind Sophie Beißkammer, Andreas Krötzl, Julia Rakuschan und Christian Rebhan.
Die Ausstellung ist bis einschließlich 25. Oktober 2026 jeden Sonntag in der Galerie St. Klara zu sehen, jeweils von 14:00 bis 17:00 Uhr
Text: Petra Kodym und Olga Arnstein