7. Festival für inklusiven Tanz in Regensburg
null 7. Festival für inklusiven Tanz in Regensburg
Alles im Fluss – von Häfen und Wasserwegen
„Wir sind frei, ungebunden und quirlig“, beschreibt Wolfgang Maas das inklusive Tanzprojekt und insbesondere die Menschen dahinter. Seit 17 Jahren arbeitet der Tanzpädagoge und Choreograf leidenschaftlich mit einer inklusiven Tanzgruppe und bringt großartig berührende Momente auf die Bühne. „Alles im Fluss – von Häfen und Wasserwegen“ ist der Titel der diesjährigen Darbietung, die am Wochenende im Theater der Universität zweimal für ein volles Haus sorgte.
Man kennt sie schon, die drei Tanzgruppen und doch werden sie bei jeder Aufführung mit Spannung und großer Vorfreude erwartet. Schülerinnen und Schüler des Bischof Wittmann Zentrums der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg (KJF) tanzen mit Tänzerinnen und Tänzern des Vereins „Wir dabei“, der Lebenshilfe und aus Regensburg, den Herbstzeitlosen und Studierenden der OTH Regensburg bei „Alles im Fluss“. Wie schon in den Jahren zuvor gab die inklusive Tanzgruppe tanzbar_Bremen mit „R sieht Rot!“ ein weiteres Gastspiel und die Inklusive Dance-Company Upside Down aus Regensburg tanzte „In die Ferne“.
Viele Menschen haben das Tanzprojekt in 17 Jahren begleitet. Im Wandel lag die Beständigkeit und die Stärke – könnte man sagen, Denn hat jemand die Truppe verlassen und kamen neue Tänzerinnen und Tänzer hinzu, wuchsen neue Geschichten und neue Talente – nicht zuletzt „wuchsen einzigartige Persönlichkeiten und tiefe Freundschaften“ ist im Programmheft zu lesen. Wolfgang Maas beschreibt das Projekt inklusiver Tanz als einen Fluss. Und dann ist da noch ein sicherer Hafen: es ist das Therapeutinnen-Team des Bischof-Wittmann-Zentrums, es ist die KJF, es ist ein treuer Kreis, der Wolfgang Maas künstlerisch seit Jahren begleitet. So lebt sein Herzensprojekt von der Herzenswärme vieler Menschen, die keine Mühen und Zeit scheuen. „Dass wir heute hier stehen, verdanken wir allein der Liebe und dem unermüdlichen Engagement aller Beteiligten. Es erfüllt mich mit großer Freude, über all die Jahre hinweg so viel Wertschätzung durch zahlreiche Sponsoren und Institutionen erfahren zu haben, die dieses Projekt tatkräftig unterstützen und fördern“, sagte Maas vor der Aufführung.
„Alles im Fluss – von Häfen und Wasserwegen“ nahm die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf die Reise und hin zu Erinnerungen an den letzten Urlaub, wo sie sich selbst und ihre Gedanken haben treiben lassen können. Im inklusiven Tanzprojekt der Bischof Wittmann Schule zeigten 30 Regensburger Tänzerinnen und Tänzer in feinen Zusammenspiel zwischen dem lebendigen Fließen eines Flusses wie der Donau und dem schützenden, klaren Gefüge eines Hafens eine Welt, die sich nach schöpferischem Freiraum sehnt und gleichzeitig Halt in einer sanften Ordnung findet. Sie bewegten sich zwischen dem quirligen, frei strömenden Wasser, das voller Leben und unbeschwerter Freude sprudelt - und der Ruhe, Ordnung und Klarheit, die ein Logistiksystem in sich trägt. Zart durscheinende, lange Stoffbahnen umgaben in Wellen die Tanzenden.
Das Erfolgsstück „R sieht Rot" der inklusiven Bremer Tanzkompanie wurde in seiner ursprünglichen Besetzung mit zwei Tänzerinnen zwischen 2013 und 2020 weit über 300-mal aufgeführt. Nun kam dieses besondere Werk nach Regensburg - neu interpretiert durch das feine Zusammenspiel eines Tänzers und einer Tänzerin. Sie lassen darin die klassischen Rollen von Frau und Mann hinter sich, um ihre Beziehung zueinander immer wieder neu, zart und voller Facetten zu entdecken: Zwei Menschen. Zwei Koffer. Zwei Leben. Sie machen sich mutig auf den Weg. Auf ihrer gemeinsamen Reise entstehen tief empfundene, tänzerische Bilder voller Gefühl. Die beiden bewegen sich in einem lebendigen Strudel aus Neugier und purer Lebenslust.
Auch die inklusive Dance-Company Upside Down blieb mit ihrer Aufführung „In die Ferne" im Topos des Reisens und Unterwegsseins. Auf ihrer Reise begegneten sich völlig unterschiedliche Biografien, teilten Augenblicke und teilten ihr Leben. Am Ende wurde spürbar: „Auf den Wellen dieser Welt sitzen wir letztlich alle im selben Boot“.
Zu den treuen Sponsoren des inklusiven Tanzprojekts gehören: Meine Bank, genossenschaftliche Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, Orphee Restaurant und Bistro, Wir dabei Regensburg e. V., Stadt Regensburg, KJF Regensburg, Sanddorf Stiftung, Rechts- und Fachanwälte Graml & Kollegen, Mehr Generationen Haus Miteinander – Füreinander Regensburg, Euromovers Zitzelsberger Internationale Möbelspedition und Logistik GmbH, Bischof-Wittmann-Zentrum, bayernhafen, OTH Regensburg.
Unterstützen auch Sie das inklusive Tanzprojekt mit einer Spende:
Empfänger: Katholische Jugendfürsorge Regensburg e. V.
IBAN: DE43 7509 0300 0001 1001 06
BIC: GENODEF1M05 Liga-Bank Regensburg
Verwendungszweck: Tanzprojekt
Text: aus dem Programmheft / Christine Allgeyer
Bilder: Gerhard W. H. Schmidt