null Segnung des Bildungszentrums St. Wolfgang

Das Bildungszentrum St. Wolfgang der Katholischen Jugendfürsorge feiert den Abschluss einer umfangreichen Altbausanierung mit feierlicher Segnung.

Herzlichen Willkommen im sanierten Bildungszentrum St. Wolfgang. (Foto: Olga Arnstein)
Herzlichen Willkommen im sanierten Bildungszentrum St. Wolfgang. (Foto: Olga Arnstein)

Nach einer rund zweieinhalbjährigen Sanierungsphase ist der Altbau des Bildungszentrums St. Wolfgang der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. (KJF) wieder vollständig nutzbar. Damit endet ein großes Bauprojekt mit zwei Bauabschnitten, in denen zuerst ein Neubau errichtet und dann der Altbau saniert wurde. Die Kinder und Jugendlichen sowie die Mitarbeitenden der Einrichtung lernen und arbeiten gerne im Neubau und in den sanierten Räumen. Nun erteilte der Vorsitzende der KJF, Domkapitular Michael Dreßel, dem Gebäude den kirchlichen Segen.

„Jedes Kind ist ein Meisterwerk Gottes, wertvoll und einzigartig. Aufgabe dieser Einrichtung ist es, jungen Menschen zu helfen, die eigenen Talente zu entdecken und zu entfalten und so dieses Meisterwerk zum Strahlen bringen. Allen, die dabei mithelfen, leisten nicht nur einen wichtigen Dienst für die Kinder und Jugendliche, sondern auch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Dafür kann man nicht genug danken!“, sagte der Vorsitzende der KJF Michael Dreßel.

Domkapitular Michael Dreßel segnete das Gebäude. (Foto: Olga Arnstein)
Domkapitular Michael Dreßel segnete das Gebäude. (Foto: Olga Arnstein)

Über die Gesamtkosten in Höhe von rund 32,4 Millionen Euro für den Neubau, der im April 2023 nach nur zweijähriger Bauzeit bezogen wurde, und die Sanierung des Altbaus informierte KJF-Direktor Michael Eibl. Die Investition ist gut angelegtes Geld, können doch die Schülerinnen und Schüler in einer Umgebung lernen, die bestens ihren individuellen Förderbedürfnissen entspricht. „Einen Neubau und eine Altbausanierung in den laufenden Schulbetrieb zu integrieren, das ist schon eine Leistung“, stellte KJF-Direktor Michael Eibl anerkennend heraus, „ich danke der gesamten Schulfamilie mit Einrichtungsleiter Jürgen Horn und seinem Team, dass sie dies so gut gemeistert haben.“ Das Bildungszentrum St. Wolfgang ist ein modernes, inklusives Förderzentrum mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. „Weit mehr als ein Ort des Wissenserwerbs“, so Eibl heraus. „St. Wolfgang ist lebendig, bunt und vielfältig. Ich danke allen Fachkräften, die hier in multiprofessionellen Teams eine ausgezeichnete Förderung bieten, und allen Beteiligten, die mit uns dieses Projekt gestemmt haben.“

Zahlreiche Gäste nahmen an der feierlichen Segnung des Bildungszentrums teil. (Foto: Olga Arnstein)
Zahlreiche Gäste nahmen an der feierlichen Segnung des Bildungszentrums teil. (Foto: Olga Arnstein)
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Ein Ort, an dem Zukunft gestaltet wird

Als einen der Ehrengäste begrüßte KJF-Direktor Michael Eibl MdL Josef Zellmeier, Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Bayerischen Landtag. Er begleitet die KJF Regensburg seit vielen Jahren unterstützend. Als politischer Gesprächspartner und Förderer – unter anderem bei parlamentarischen Treffen zur Situation von Förderschulträgern – schätzt ihn Michael Eibl sehr. „Mir ist es ein Herzensanliegen, dass die privaten Förderschulen unterstützt werden, weil sie unglaublich wichtige Arbeit für uns alle machen und auch eine Staatsaufgabe wahrnehmen,“ betonte MdL Landtagsabgeordneter Josef Zellmeier.

In seinem Grußwort richtete Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich den Blick auf die Kinder: „Wir feiern einerseits die gelungene Modernisierung von Räumen und Mauern, die in die Jahre gekommen waren. Aber gleichzeitig feiern wir noch weit mehr: Einen Ort, an dem Zukunft gestaltet wird – einen Ort, der Kindern und Jugendlichen ein geschütztes, förderndes Zuhause auf Zeit bietet. Ein Gebäude erhält seine Seele erst durch die Menschen, die es mit Leben füllen. Der sanierte Altbau schafft nun den passenden Rahmen für das, was St. Wolfgang seit Jahrzehnten auszeichnet: eine herausragende, menschliche und fachlich exzellente Arbeit für junge Menschen. Als inklusives Bildungszentrum leistet St. Wolfgang einen wertvollen Beitrag für unsere Region. Hier erfahren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine ganzheitliche Unterstützung. Besonders beeindruckt der inklusive Ansatz: Kinder und Jugendliche mit und ohne Förderbedarf lernen und wachsen hier gemeinsam auf. Jedes Kind trägt einzigartige Begabungen in sich. Sie zu fördern und den jungen Menschen den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu ebnen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr ist dem Bildungszentrum St. Wolfgang in Straubing eng verbunden. Häufig schon war er zu Gast und hat auch Projekte und eine Spendenaktion unterstützt. Er sagte: „Das Bildungszentrum St. Wolfgang ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Straubinger Bildungs- und Soziallandschaft. Es steht für individuelle Förderung, gelebte Inklusion und die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen. Mit der Sanierung des Altbaus wurden nun auch räumlich sehr gute Voraussetzungen geschaffen, um diese wertvolle Arbeit erfolgreich fortzuführen.“

Historisches Gebäude umfassend saniert

Die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Altbaus begann im April 2023. Nach dem Wiedereinzug im August 2025 folgten verschiedene Restarbeiten und die Bearbeitung von Mängeln. Aufgrund der besonderen Anforderungen an das denkmalgeschützte Gebäude waren neben den Planungs- und Baufachleuten auch das Bauordnungsamt der Stadt Straubing und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege intensiv eingebunden. „Ein solches Gebäude zu sanieren, während gleichzeitig eine so große und vielfältige Einrichtung ihren Betrieb aufrechterhalten muss, ist eine besondere Herausforderung“, berichtete Einrichtungsleiter Jürgen Horn. „Umso größer ist unsere Freude, dass wir heute wieder über die Räume verfügen können, die unsere Kinder, Jugendlichen und Mitarbeitenden für ihre tägliche Arbeit brauchen. Während der Bauphase mussten wir uns räumlich stark einschränken. Jetzt können wir uns deutlich besser ausbreiten und unsere Angebote in den dafür vorgesehenen Räumen nutzen.“

Mehr Platz für Förderung, Schule und Betreuung

Der fünfgeschossige Altbau – einschließlich Keller und Erdgeschoss – bietet heute wieder vielfältige Möglichkeiten für die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Untergebracht sind dort unter anderem 13 Klassen beziehungsweise HPT-Gruppen, ein großer Bereich für die Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) mit vier Gruppen, dazu gehörigen Nebenräumen sowie zwei Werkräume und weitere Fachräume. Hinzu kommen Verwaltungs- und Besprechungsräume, Lehrerzimmer, Garderoben, Sanitärbereiche mit rollstuhlgerechten Toiletten und Pflegebädern sowie die Verteilerküche der Heilpädagogischen Tagesstätte.

Mit der Rückkehr in den sanierten Altbau ist die bauliche Entwicklung des Bildungszentrums noch nicht abgeschlossen. Aktuell hat bereits der dritte, kleinere Bauabschnitt begonnen. Vorgesehen ist ein großes Treppenhaus zwischen dem Nardinihaus, dem angeschlossenen Wohnheim, und der Turnhalle beziehungsweise dem Schwimmbad. Damit soll künftig ein barrierefreier Zugang von der Frauenbrünnlstraße aus möglich werden. Gleichzeitig wird das Freigelände an der Frauenbrünnlstraße barrierefrei erschlossen und nutzbar. Auf dem Gelände an der Frauenbrünnlstraße ist zudem die Gestaltung einer Sportfläche mit Fußballplatz vorgesehen.

Inklusion als Markenzeichen des Bildungszentrums

Das Bildungszentrum St. Wolfgang ist eine große Einrichtung zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung und Kindern, die von Behinderung bedroht sind. Zum Angebot gehören die Interdisziplinäre Frühförderstelle, das Nardinihaus für 18 Kinder und Jugendliche mit geistiger Einschränkung, das inklusive Kinderhaus mit Kindergarten, Krippe und Hort, der medizinisch-therapeutische Fachdienst mit Ergo- und Physiotherapie, Logopädie sowie der pädagogisch-psychologische Fachdienst – im Zentrum die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und die Heilpädagogische Tagesstätte.

Eine besondere Stärke des Bildungszentrums ist seine konsequent inklusive Ausrichtung. Insgesamt gibt es fünf Partnerklassen an vier Schulstandorten, darunter Kooperationen mit einer Berufsschule und einem Gymnasium. Darüber hinaus bestehen vier Inklusionsklassen im Bildungszentrum in Kooperation mit der Grundschule St. Jakob. Auch das Kinderhaus mit seinem Hort ist inklusiv ausgerichtet. „Inklusion bedeutet für uns, dass Kinder und Jugendliche selbstverständlich dazugehören und individuelle Wege gehen können“, erklärt Jürgen Horn „Dafür braucht es neben fachlicher Kompetenz auch geeignete Räume und Strukturen. Das Bildungszentrum St. Wolfgang verbindet unterschiedliche Angebote unter einem Dach und schafft zugleich vielfältige Verbindungen in die Stadt und in andere Bildungseinrichtungen.“

Rund 300 Mitarbeitende begleiten rund 900 Kinder

Insgesamt arbeiten im Bildungszentrum St. Wolfgang knapp 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Förderschule werden rund 290 Kinder und Jugendliche betreut und unterrichtet. Rund 60 Kinder besuchen die Inklusionsklassen der Grundschule St. Jakob und werden am Nachmittag durch den Hort des Bildungszentrums betreut. Weitere rund 60 Kinder besuchen die drei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe. Die Interdisziplinäre Frühförderstelle erreicht darüber hinaus rund 500 Kinder ambulant und unterstützt sie und ihre Familien in ihrer Entwicklung.

Text: Olga Arnstein, Christine Allgeyer