"Das Virus ist nicht gerecht"

Corona kann zwar alle Menschen treffen, aber längst nicht alle gleich. Die Folgen der Pandemie verstärken Ungleichheiten in der Gesellschaft. Das zeigt sich besonders in sozialen Einrichtungen und Schulen. Ein Beitrag von Jana Wolf in der Mittelbayerischen Zeitung vom 20.11.2020 << HIER LESEN <<

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Dank für großes Engagement

Kinder- und Jugendparlamente und die Schülermitverwaltungen sind Vertrauenspersonen, Streitschlichter und Mittler zwischen den Anliegen der Kinder und Jugendlichen und der Einrichtung.

Am 15. Februar 2019 kamen Vertreter*innen der Kinder- und Jugendparlamente sowie der Schülermitverwaltungen aus den Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen der KJF zu einer Austauschrunde ins Pater-Ruper-Mayer-Zentrum, zu der Michael Eibl, Direktor der KJF, eingeladen hatte. Aus Wunsiedel und Windischeschenbach, aus Einrichtungen in Regensburg sowie aus Offenstetten, Straubing und Eggenfelden trafen die jungen Parlamentarier ein. Direktor Eibl begrüßte die rd. 30 Teilnehmer*innen und bedankte sich bei allen für ihr großes Engagement, das sie tagtäglich als gewählte Vertreter*innen in ihren Einrichtungen an den Tag legen.

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„Quality4Children"-Qualitätsstandards für die Betreuung von fremd untergebrachten Kindern und jungen Erwachsenen in Europa

Durch das neue Bundeskinderschutzgesetz sowie die fachlichen Diskussionen zu Partizipation und Beteiligungsrechten von Kindern und Familien sind die Einrichtungen aufgefordert, ihre Qualitätsstandards zu überprüfen. Insbesondere die Qualitätsmerkmale für die Sicherung der Rechte von Kindern und Jugendlichen und ihren Schutz vor Gewalt in Einrichtungen gilt es weiterzuentwickeln.

Viele Einrichtungen sind auf der Suche nach praktikablen und schnell umsetzbaren Qualitätsstandards. Die Mitglieder der Forumskonferenz III sehen in den Quality4Children Standards, die in einem Projekt der drei Organisationen FICE (Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen), IFCO (Internationale Organisation für Pflegeunterbringung) und SOS-Kinderdorf entwickelt wurden, dafür eine gute Arbeitsgrundlage.

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Ein ermutigendes Beispiel für die Heimerziehung aus dem Haus St. Elisabeth!

Monatsbrief aus Windischeschenbach

2. Seite Monatsbrief

Monatsbrief 3. Seite

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Zum Internationalen Tag der Menschenrechte: 10. Dezember

Menschenrechtsbildung stärker in Schule und Beruf verankern
Kinder und Jugendliche lernen zu wenig über ihre Rechte

Berlin. Anlässlich des Welttags der Menschenrechte am 10. Dezember 2012 fordern die Deutsche UNESCO-Kommission und das Deutsche Institut für Menschenrechte, bundesweit in Kindergärten, Schulen, Berufsschulen und Universitäten die Menschenrechte stärker zu vermitteln. Jeder hat das Recht darauf, seine Menschenrechte so früh wie möglich kennen zu lernen. Auch in Berufsfeldern wie der Polizei, den Strafvollzugsbehörden und dem Pflegepersonal müssen die Menschenrechte intensiver in der Aus- und Fortbildung behandelt werden.

Die UN-Generalversammlung in New York hatte dieses Recht im vergangenen Jahr erstmals in der „Erklärung über Menschenrechtsbildung und -training" festgehalten. Die Deutsche UNESCO-Kommission und das Deutsche Institut für Menschenrechte haben jetzt die deutsche Übersetzung der Erklärung mit Fachinstituten aus der Schweiz und Österreich veröffentlicht. Sie soll neue Impulse für die Umsetzung des Rechts auf Menschenrechtsbildung in Schule und Beruf in Deutschland geben.

Weltweit, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, haben die Menschen zu geringe Kenntnisse über die Menschenrechte. Bekannt sind meist grundlegende Rechte wie Folterschutz, Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung. Kinder und Jugendliche erfahren im Schulunterricht nur wenig über die Menschenrechte und lernen diese zu selten als ihre eigenen Rechte kennen. Die Vereinten Nationen betonen deshalb, dass die Staaten die Fähigkeit der Menschen fördern sollen, ihre Rechte wahrzunehmen und die Rechte anderer zu achten.

Seit Jahrzehnten setzen sich die Vereinten Nationen dafür ein, die Bildungssysteme an den Menschenrechten auszurichten. Bereits die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 betont die Rolle der Bildung für ein gerechtes und friedliches Zusammenleben. Zwar ist auch die im vergangenen Jahr verabschiedete Erklärung für die Staaten rechtlich nicht verbindlich. Aber sie bietet eine wichtige Grundlage, um den Stellenwert der Menschenrechtsbildung im Bildungssystem zu fördern.

Die nun vorgelegte deutsche Übersetzung der Erklärung haben Experten des deutschsprachigen Netzwerks der Menschenrechtsbildung aus Deutschland, der Schweiz und Österreich übersetzt. Beteiligt waren die Deutsche UNESCO-Kommission in Bonn, das Deutsche Institut für Menschenrechte in Berlin, das Zentrum für Menschenrechtsbildung an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz in Luzern, das Zentrum polis - Politik Lernen in der Schule in Wien und das Europäische Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie in Graz.

Die UN-Erklärung über Menschenrechtsbildung- und training
Pressekontakt:Bettina Hildebrand, Pressesprecherin, Telefon: 030 25 93 59 -14; Mobil: 0160 96 65 00 83, E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de

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Partizipation wird  verankert!

Der Landesjugendhilfeausschuss beschließt die Verankerung institutioneller Partizipationsmöglichkeiten und –formen in stationären Einrichtungen der Kinder-und Jugendhilfe.

Am 10.07.2012 hat sich der Landesjugendhilfeausschuss in seiner 121. Sitzung  eingehend mit dem Aufbau und der Verankerung institutioneller Partizipationsmöglichkeiten und –formen in stationären Einrichtungen der Kinder-und Jugendhilfe befasst und nicht nur Empfehlungen an die Kinder-und Jugendhilfe ausgesprochen; mehr noch: Der Ad-hoc-Ausschuss „Partizipation in der stationären Jugendhilfe" gibt weitreichende inhaltliche Grundlagen für die Implementierung von Beteiligung und Beschwerdemanagement in den Einrichtungen. Ein längst fälliger Schritt um die Rechte der Kinder und Jugendlichen in der stationären Jugendhilfe zu schützen und zu stärken!

Die Einrichtungen der KJF in der Diözese Regensburg haben hier bereits eine Vorreiterrolle eingenommen.

Näheres unter: www.blja.bayern.de (Rubrik: Hilfen zur Erziehung / Heimerziehung) und:

  • Abschlussbericht des Ad-hoc-Ausschusses "Partizipation in der stationären Jugendhilfe" /121. Sitzung des Landesjugendhilfeausschusses am 10.07.2012
  • Handreichung "Die Rechte von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe in Bayern"
  • Handreichung für den Aufbau und die Verankerung institutioneller Partizipationsmöglichkeiten und Partizipationsformen in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

Text: Anita Kellermeier

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Die Anspannung muss raus!
Wie Kinder und Jugendliche ein Hilfeplangespräch erleben?

Während sich aktuell viele Forschungen mit Stressoren in der Arbeitswelt auseinandersetzen und den Versuch unternehmen, Beiträge zur Minderung von Stress zu leisten, untersuchte eine Studentin der Regensburger Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachbereich Sozialwesen die Stressoren von Kindern und Jugendlichen im Hilfeplangespräch.

Wünsche der Kinder und Jugendlichen

Im Zuges ihres diözensanweiten Projektes  „Rechte stärken und schützen-  eine Initiative zur Stärkung und zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und deren Angehörigen in Einrichtungen und Diensten der KJF Regensburg e.V." kooperiert die KJF mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Regensburg. Im Fachbereich Soziale Arbeit schreibt die Studierende Dominique Hitz ihre Bachelorarbeit zum Thema "Beteiligung von Jugendlichen im Hilfeplangespräch". Die  Projektbeauftragte der KJF Anita Kellermeier unterstützt Dominque Hitz und vermittelte die Studierende an die Jugendhilfeeinrichtung Haus St. Elisabeth in Windischeschenbach. Dort gewann diese zahlreiche Kinder und Jugendliche, die sich in zwei Workshops zu ihrem Erleben von Hilfeplangesprächen äußerten.

Wünsche der Kinder und Jugendlichen

Die an den beiden Tagen gesammelten Wünsche und Anregungen der Kinder und Jugendlichen wurden vor Ort den Fachkräften des örtlichen Jugendamtes und der Heimleitung vorgestellt. Die Reaktionen aller Beteiligter, die der Kinder und Jugendlichen, der Heimleitung und der Fachkräfte und Leitung im Jugendamt waren allesamt positiv.

"Die Anspannung und der Stress der beteiligten Kinder und Jugendlichen müssen raus aus so einer Runde!" so das gemeinsame Fazit aller zum Instrument Hilfeplangespräch. Wie dies umgesetzt werden kann und was zu verbessern wäre, das formulierten die befragten Kinder und Jugendlichen ebenfalls. Die sog. Experten (gemeint sind die erwachsenen Fachkräfte) hörten aufmerksam zu, konkrete Verabredungen zur Verbesserung wurden bereits getroffen. Das ist konkrete und gelebte Partizipation!

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für ihre Offenheit und Mitwirkung und Bereitschaft gemeinsam etwas besser zu machen. Dieses Praxis Projekt lässt uns hoffen und optimistisch bleiben!

Die Workshops fanden am 17.07.2012 und 18.07.2012  mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren statt.Ende Juli 2012 präsentierte Dominque Hitz den Vertretern des Heim St. Elisabeth und dem örtlich zuständigen Jugendamt die Ergebnisse der beiden Workshops und erfasste ihre Meinung zu den Forderungen der Jugendlichen.

Text und Bilder: Anita Kellermeier

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„Ich zeige dir wie es geht"

Vom betreuten Kind und Jugendlichen zum Vertragspartner

Wie können wir Kinder und Jugendliche noch mehr unterstützen, an der Wahl, der Festlegung und der konkreten Ausgestaltung ihrer Hilfen aktiv mitzuwirken und sich in Hilfeplangesprächen und anderen settings  als „aktive Gestalter und Beteiligte" zu erleben?

Arbeitsskizze zum Thema Partizipation

Dieser Frage stellten sich  Fachkräfte verschiedenster Einrichtungen der (teil-)stationären Jugendhilfe bei einem 2-tägigen Seminar in Abensberg. Viele konkrete Ideen und Projekte konnten gemeinsam entwickelt werden. Die „Nagelprobe" werden die Seminar-Teilnehmenden in ihren Einrichtungen und Gruppen machen, wenn sie die neu gewonnenen Erfahrungen in der eigenen beruflichen Praxis mit den Kindern und Jugendlichen umsetzen. Beim Auffrischungstag am 11. 07. 2012 wir es sicherlich viel Interessantes zu berichten geben.

Einig waren sich alle: „Mehr Partizipation im Alltag. Mehr Partizipation in die Köpfe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mehr Partizipation in die Köpfe der Kinder."

Text und Foto: Anita Kellermeier

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Verantwortung macht Spaß!

Betreute aus KJF-Einrichtungen im Bayerischen Landtag und in der Bavaria-Filmstadt

Unter dem Motto "Verantwortung macht Spaß!" folgten mehr als 100 aktive Heimbeiräte und Interessensvertreter aus KJF-Einrichtungen und der KJF Werkstätten gemeinnützigen GmbH der Einladung von Staatssekretär Markus Sackmann und der Landtagsabgeordneten Tanja Schweiger in den Bayerischen Landtag. KJF-Direktor Michael Eibl und die Projektbeauftragte des diözesanweiten Projekts "Rechte stärken und schützen" begleiteten die Betreuten aus den Heimen und Wohngruppen.

Gruppenbild der Besuchergruppe im Bayerischen Landtag

Im Bayerischen Landtag mit Staatssekretär Markus Sackmann und MdL Tanja Schweiger.

Was haben Politiker/innen im Bayerischen Landtag mit den Vertretern/innen der Heimparlamente, der Wohngemeinschaften oder des Werkstattrats gemeinsam? Sie setzen sich für andere ein. In ihren Gremien aktiv, machen sie sich für die Rechte und Anliegen der Betreuten stark. Sie sind von anderen demokratisch gewählt und leisten in ihrem Wahlamt eine bedeutsame Aufgabe. Für dieses wertvolle Engagement bedankte sich die KJF bei allen Heimbeiräten und Werkstattvertretern/innen. "Politiker live erleben und den Bayerischen Landtag besuchen" hieß der Aufruf.

Fragen über Fragen
In einer 90minütigen Fragestunde stellten sich MdL Tanja Schweiger und Staatssekretär Markus Sackmann den Anliegen der 102 angereisten KJF-„Parlamentarier". Ein Vertreter aus den Straubinger Werkstätten wies darauf hin, wie schwierig allein die Zugänglichkeit des Plenarsaals für die schwerbehinderten Mitfahrer/innen sei. „Hier haben wir noch viel zu tun", stimmte Staatssekretär Sackmann zu. Weiter brachten die Gäste das Anliegen vor, eine Regelung zu finden, nach der Jugendliche aus Heimen den bei Ferienarbeit erzielten Verdienst behalten dürfen. Denn derzeit müsse dieser an den Kostenträger abgeben werden. Markus Sackmann will im Ministerium nachforschen, welche Möglichkeiten es gäbe, die Anstrengengungen der Jugendlichen in Ferienjobs zu honorieren. Auf die Frage nach ihrem schönsten Erlebnis als Politikerin antwortete MdL Tanja Schweiger, dass sie am Morgen in einer Ausschusssitzung mit den anderen Mitgliedern aus allen Fraktionen einstimmig eine Petition eines Flüchtlings befürwortet habe. Jetzt könne dieser junge Mensch in Deutschland bleiben.

Die Parlamentarier aus den Einrichtungen der KJF erfuhren viel über den (langen) Arbeitstag eines Politikers, seine Aufgaben und das Wahlamt. Sogar die Frage nach dem Gehalt war kein Tabu. Ein Bewohner einer Erwachsenenwohngruppe wurde ermutigt, bei der Entscheidung, wo und wie er wohnen möchte, von seinem Wunsch- und Wahlrecht Gebrauch zu machen. Als es darum ging, was denn so erfahrene Politiker wie Sackmann und Schweiger den KJF-Parlamentariern raten würden, waren sich beide schnell einig: „Auf sein Herz hören, mit Vernunft Entscheidungen abwägen und immer schauen, ob das große Ganze stimmt." Sprachlos machte sie die Frage von Philip, wofür der Löwe im Bayerischen Wappen stünde. Da mussten beide passen.

MdL Tanja Schweiger und Staatssekretär Markus Sackmann

MdL Tanja Schweiger und Staatssekretär Markus Sackmann haben sichtlich Spaß an der Fragestunde im Plenarsaal.

Den Ausflug in den Landtag rundete ein Besuch im Bullyversum in der Bavaria-Filmstadt ab. „Der Tag hat sich gelohnt und wir hatten viel Spaß! Politiker sein ist ganz schön anstrengend", so das Fazit zum Besuch in der Landeshauptstadt.

Radio "sag' was!" berichtet:
Ein Reporter- Team von Radio „sag' was!" aus der Wohngemeinschaft St. Benedikt in Mitterteich begleitete die Gruppe. Bei Radio „sag' was!" machen Menschen mit Behinderung selbst Radio, mit Themen aus ihrem alltäglichen Leben, Themen, die alle interessieren können. Die Reportage über den interessanten Tag wird Ende Februar gesendet. Sendetermine der Reportage zum Thema: Sonntag, 26. Februar 2012, 8:40 bzw. 8:50 Uhr bei Radio Charivari Regensburg, Radio Ramasuri Weiden, Radio Trausnitz Landshut und Radio AWN Straubing und bei www.radio4humans.eu (Sendezeiten variieren).

Die Fahrt ist Teil der diözesanweiten Initiative „Rechte stärken und schützen". Betreute in den Einrichtungen der KJF sollen aktiv mitwirken und Teilhabe leben. Die KJF möchte die hierfür erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen und die Beteiligung der Betreuten in den unterschiedlichsten Bereichen fördern.

Text: Anita Kellermeier, Christine Allgeyer
Bilder: Anita Kellermeier