Vielfalt erhalten

München, 10.09.2020 - Seit Februar 2020 ist Carolina Trautner Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales in Bayern - kurz darauf kam die Corona-Pandemie und vieles konnte nicht wie gewohnt ablaufen. Nun fand aber - mit ausreichend Abstand - das erste persönliche Treffen mit dem Geschäftsführenden Vorstand des LVkE.

Von li. nach re, hinten: Isabella Gold (StMAS), Joachim Nunner (LVkE), Petra Rummel (LVkE)
vorne: Markus Mayer (LVkE), StMin Carolina Trautner (StMAS), Michael Eibl (LVkE).

Anwesend beim persönliche Treffen waren der Vorsitzenden des LVkE Michael Eibl, die stellvertretenden Vorsitzenden Markus Mayer und Joachim Nunner sowie Geschäftsführerin Petra Rummel und Staatsministerin Carolina Trautner (begleitet von ltd. Ministerialrätin Isabella Gold).

Die Ministerin lobte den engagierten Einsatz der Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe: "Ich freue mich sehr über unseren heutigen Austausch. Gerade in Zeiten besonderer Belastung wie in der Corona-Pandemie zeigt sich, wie wichtig gerade die Hilfen zur Erziehung für Familien und ihre Kinder sind. Die Fachkräfte der Jugendhilfe leisten Großartiges und verdienen höchste Anerkennung! In diesem Zusammenhang ein herzliches Dankeschön an den LVkE und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch mir sind das Wohl und die Sicherstellung einer guten Lebensperspektive für alle jungen Menschen und die Stärkung ihrer Rechte und Möglichkeiten ein ganz besonderes Anliegen. Deshalb freue ich mich auf die Fortführung des vertrauensvollen Miteinanders und den bewährten erforderlichen Schulterschluss bei der bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Angebote und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Bayern."

Schnell waren sich die Anwesenden in den fachlichen Punkten einig und begrüßten es, dass sich die Ministerin auch für eine weitere Stärkung der Förderprogramme in diesem Bereich einsetzt. Themen waren die neue Öffentlichkeitskampagne des LVkE "Fragt doch mal uns!", die Partizipation von Kindern und Jugendlichen, die Situation in den Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe während der Corona-Pandemie, aber auch die Erinnerungskultur im Hinblick auf die Heimkinder aus der Zeit der 1950/1960er Jahre sowie das Kostensplitting zwischen Jugendamt und Arbeitsagentur zur Sicherstellung der Finanzierung von Angeboten im Bereich der Berufsbildungswerke.

Ein wichtiges Anliegen des LVkE brachte Michael Eibl auf den Punkt: "Wir wollen die kleinen Träger, die kleinen Heime, in ihrer Vielfalt erhalten und keine Kinderheim-Konzerne schaffen." Dafür seien vor allem die Investitionskosten in den stationären Einrichtungen wichtig, um diese, nach Jahrzehnten der Nutzung, zu sanieren. Alleine können die Heime diese Beträge nicht stemmen. Hier brauchen die Einrichtungen dringend Unterstützung. Schließlich wurde das Thema "Sicherstellung und Stärkung der Erziehungsberatungsstrukturen" und insbesondere die Stärkung der aufsuchenden Arbeit erörtert. Einig waren sich beide Seiten, dass es Kindern, Jugendlichen und ihren Familien so leicht wie möglich gemacht werden muss, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Deshalb sollten Beratung und Unterstützung an zentralen Orten, an denen sich Kinder, Jugendliche und ihre Familien aufhalten, durch aufsuchende Tätigkeit der Erziehungsberatungsstellen verstärkt angeboten werden. Gedacht wurde hier beispielsweise an Außensprechstunden in Kindertageseinrichtungen, Familien- und Jugendzentren, Schulen, Kliniken oder Frauenhäusern. Staatsministerin Trautner betonte: "Die Stärkung der Arbeit der Erziehungsberatungsstellen ist gerade vor dem Hintergrund steigender familiärer Belastungssituationen und dadurch steigender Inanspruchnahme der Hilfe- und Unterstützungsangebote insbesondere während der Corona-Pandemie enorm wichtig, auch im Sinne der Sicherstellung des Kindeswohls."

Eine Pressemeldung des LVkE