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Mal Pause machen – das haben sie sich verdient!

476 junge Menschen mit Handicap haben das Schul- und Ausbildungsjahr in einer Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge erfolgreich beendet.

„Dank der Förderberufsschulen schaffen 90 bis 95 Prozent der Schülerinnen und Schüler den Hauptschulabschluss", resümiert der Direktor der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. (KJF) zum Ende des vergangenen Schul- und Ausbildungsjahres. „Sie brauchen nur mehr Zeit und individuelle Förderung. Dann erlangen die meisten von ihnen einen Berufsabschluss und können auf den Arbeitsmarkt vermittelt werden." In den Einrichtungen zur beruflichen Rehabilitation und den drei Förderberufsschulen der KJF haben aktuell 340 Auszubildende ihre Prüfungen bestanden.

KJF Buchstaben aus Menschen - Luftaufnahme

Sie blicken erleichtert und zu Recht mit Stolz auf das vergangene Schul- und Ausbildungsjahr zurück. Die 476 jungen Menschen mit einem besonderen Förderbedarf brauchen besondere Rahmenbedingungen, individuelle Förderung und professionelle Fachkräfte, die sie in Schule und Ausbildung begleiten. Das bieten die acht Förderzentren, drei Förderberufsschulen und eine Schule zur Erziehungshilfe der KJF sowie drei Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation in Abensberg, Regensburg und Ettmannsdorf.

Wer hätte vor 100 Jahren gedacht, dass die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. einmal jährlich rd. 3.000 junge Menschen in Förderzentren und Ausbildungseinrichtungen bildet und fördert? 2012 ist das Jubiläumsjahr der KJF Regensburg, die vor 100 Jahren gegründet wurde. Unzähligen jungen Menschen wurden seitdem Lebensperspektiven eröffnet.

Beste Noten für die Einrichtungen der KJF

Das darf man aus den Erfolgsbilanzen für die Förderzentren und Ausbildungseinrichtungen der KJF ableiten. So meldet das Bildungszentrum St. Gunther in Cham eine Erfolgsquote von 95%. 80% Integrationsquote will die Lernwerkstatt in Regensburg erreichen. In Plattling haben von 168 Auszubildenden 150 die Prüfung geschafft, nachweislich sind davon 114 bereits in das Arbeitsleben integriert. 95% der Auszubildenden im Berufsbildungswerk in Abensberg haben erfolgreich ihre Ausbildung beendet. Die Liste der Absolventen/innen ist lang. Sie sind nun Gesellen/innen und Fachwerker/innen in einem von der IHK (Industrie- und Handelskammer) und HWK (Handwerkskammer) anerkannten Ausbildungsberuf und stehen dem ersten Arbeitsmarkt als qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung.

Hubert Schmalhofer, Leiter der Lernwerkstatt im Regensburger Gewerbepark meint: „Unsere Jugendlichen profitieren von der guten Wirtschaftssituation und von der großen Fachkräftenachfrage in der Region Regensburg. Durch ihre fundierte und umfassende Ausbildung können sie nun einen wertvollen Beitrag in unsere Gesellschaft einbringen." Er wünscht ihnen, dass sie mutig und mit Zuversicht die neuen Herausforderungen des Berufslebens meistern.

Motivierte Schülerinnen und Schüler

Das fällt Michael Bold, dem stellvertretenden Schulleiter im Pater-Rupert-Mayer-Zentrum, einem Förderzentrum mit Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, als erstes ein, wenn er nach dem letzten Schuljahr befragt wird: Die jungen Menschen lernten mit Begeisterung. Es freut ihn besonders, dass diese sich im Förderzentrum so wohl fühlen. Allen im Hause ist es ein Anliegen, die jungen Menschen zu einem selbstbewussten und eigenverantwortlichem Handeln und Leben zu hinzuführen und zu begleiten. „Wir bieten eine bestmögliche, individuelle Förderung und schulische Bildung", so Bold. Dasselbe gilt für die weiteren Förderzentren der KJF in Abensberg (Prälat-Michael-Thaller-Schule), Offenstetten (Cabrinischule), in Cham und Straubing (Bildungszentren St. Gunther und St. Wolfgang sowie Papst-Benedikt-Schule), Eggenfelden und Regensburg (St.-Rupert-Schule, Bischof-Wittmann-Schule, St.-Vincent- Schule).

KJF-Direktor Michael Eibl denkt an die aktuellen Entlass und Freistellungsfeiern in den Einrichtungen der KJF in der gesamten Diözese zurück: „Das sind bewegende Momente, wenn die jungen Menschen für ihre Anstrengungen belohnt werden und zugleich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit auch Anerkennung für die geleistete Arbeit erhalten." Für die jungen Menschen wünscht sich Eibl, dass Gesellschaft und Unternehmer nun weiter in sie investieren und ihnen gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen: „Denn diese jungen Menschen sind unsere Zukunft."

136 Schülerinnen und Schüler aus den Förderzentren der KJF beginnen im Herbst mit unterschiedlichsten Voraussetzungen ihren Weg ins Arbeits- und Berufsleben. Viele von ihnen haben den qualifizierten Hauptschulabschluss in der Tasche, andere erfolgreich die Hauptschule abgeschlossen. Die weiteren beruflichen Karrieren sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst: eine Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt, der Besuch einer weiterführenden Schule – etwa der Wirtschaftschule in München, der Beginn einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme in einer KJF-Einrichtung, die Aufnahme einer Beschäftigung in der Werkstätte für Menschen mit Behinderung (WfbM) oder in einer Integrationsfirma.

Text: Christine Allgeyer