"Danke für Ihren Einsatz!"

Regensburger Kinderzentrum St. Martin auch in schwierigen Zeiten verlässlich für Familien da

Einer Videokonferenz mit Sozialpolitikern Bayerns war Anlass dafür, dass der Direktor der Katholischen Jugendfürsorge, Michael Eibl, die Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer in das Kinderzentrum St. Martin in Regensburg einlud. Dort informierte sich die stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises für Soziales im Bayerischen Landtag über die aktuelle Situation des Sozialpädiatrischen Zentrums, in dem Kinder mit Behinderung, Entwicklungsverzögerungen oder -auffälligkeiten behandelt werden.

Bild v.li.: Referentin f. Projektkoordination, Logopädin Astrid Lamby, Verwaltungsleiter Paul Schmid, ärztliche Leiterin Dipl. med. Angelika Aisch, MdL Sylvia Stierstorfer, KJF-Direktor Michael Eibl.

„Es ist mir ein Anliegen, dass wir Sie währende der Corona-Krise unterstützen", sagte Sylvia Stierstorfer, „denn hier bekommen die Familien alles aus einer Hand. Sie leisten wertvolle Arbeit und alles, was Sie den Kindern hier mitgeben, ist eine Chance für ihr späteres Leben", so Stierstorfer weiter. KJF-Direktor Michael Eibl und die ärztliche Leiterin des Kinderzentrums, Dipl. med. Angelika Aisch, bedankten sich für die Wertschätzung. Eibl machte deutlich, welche Herausforderungen auf die Katholische Jugendfürsorge als Träger des Kinderzentrums zukommen. „Eine Sanierung und Erweiterung stehen an, ebenso wie die Angliederung eines Medizinischen Behandlungszentrums für Erwachsene." Eibl vermittelte eindrücklich die Bedeutung des Sozialpädiatrischen Zentrums für die Versorgung der Familien und ihrer Kinder im ostbayerischen Raum. Die hochspezialisierte Einrichtung ist wichtiger Partner der Familien in einem Netzwerk mit der Harl.e.kin-Nachsorge für früh- risikogeborene Kinder, den Interdisziplinären Frühförderstellen der KJF, der angeschlossenen Epilepsie-Beratung und Sozialberatung, den niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten, Kindergärten und Schulen.

Das interdisziplinäre Team im Regensburger Kinderzentrum St. Martin nimmt Familien mit einem behinderten oder von Behinderung bedrohten Kind in ihrer Gesamtsituation in den Blick. Insbesondere sozial schwache Familien profitieren von dieser ganzheitlichen Sichtweise, in der ein Kind nicht nur mit seiner Einschränkung oder Erkrankung wahrgenommen wird, sondern auch in seinem sozialen und familiären Umfeld und vor allem auch mit seinen Fähigkeiten. Die ärztliche Leiterin des Kinderzentrums, Dipl. med. Angelika Aisch, und die Logopädin Astrid Lamby in ihrer Funktion als Referentin für Projektentwicklung, zeigten Sylvia Stierstorfer die Besonderheiten der medizinischen und therapeutischen Behandlung auf. So sind die 35 Fachkräfte in St. Martin auf ihre Klientel spezialisierte Experten, die jährlich rd. 900 Patienten mit schwierigen Diagnosen oder Verdachtsdiagnosen im Einzugsgebiet Ostbayern versorgen.

Die Fachdienste in St. Martin arbeiten auf Augenhöhe zusammen und tauschen sich intensiv aus. „Das spüren die Patienten und das ist ein hohes Gut", stellte Astrid Lamby heraus. Schon bei der Anamnese sind alle Disziplinen beteiligt, die Eltern haben jeweils konstant ein Gesicht. Das schafft Vertrauen und Sicherheit. Dem Haus angegliedert ist die Sozialberatung, welche gut und häufig von den Familien angefragt wird, zum Beispiel, wenn es darum geht, Anträge zu stellen. Ein Qualitätsmerkmal im Kinderzentrum St. Martin sei die Zeit, die sich die alle für die Patienten und die gesamte Familie nehmen, so dessen Verwaltungsleiter Paul Schmid .

Während der Beschränkungen in den ersten Wochen der Corona-Pandemie ist es im Kinderzentrum St. Martin gelungen, weiterhin für die Familien da zu sein. Deren Bedürfnisse, aber auch Ängste und Sorgen standen wie immer im Mittelpunkt. Zwar war die Einrichtung geschlossen und nur für Notfälle offen, aber die Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, Psychologinnen und Psychologen waren telefonisch, per Video und schließlich, als es die Lockerungen erlaubten, zum Beispiel für die Gruppenarbeit im Freien für ihre Patienten da. Die Einrichtung blieb von Kurzarbeit verschont. Der Wartebereich wurde bei schönem Wetter nach draußen in den benachbarten Pfarrgarten verlegt. „Die Eltern verstehen das und sind dankbar", stellte die ärztliche Leiterin Angelika Aisch heraus, „es hat aber auch Grenzen gegeben während der Corona-Krise", so Aisch weiter. Man habe ein phantasievolles Krisenmanagement auf die Beine gestellt, erklärte Astrid Lamby, die sich in einem Kreis von Kolleginnen und Kollegen weiß, in dem alles solidarisch mitgetragen wird.

Sylvia Stierstorfer war es ein Anliegen, allen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kinderzentrum ihren Dank auszusprechen: „Es ist großartig, was Sie hier in der Region für die Familien mit behinderten Kindern leisten. Danke für Ihren Einsatz, Sie haben unsere Wertschätzung!"

Text und Bild: Christine Allgeyer