„Für meine sinnstiftende Arbeit hier bin ich sehr dankbar“

Martha Schwitalla ist seit 1. Januar 2020 die Leiterin des Bildungshauses Hermannsberg

Am Hermannsberg, hoch über der Gemeinde Wiesent gelegen, gibt es ein neues Gesicht. Seit Anfang des Jahres leitet die studierte Diplom-Kauffrau Martha Schwitalla das Bildungshaus. Angeschlossen an die Bruder Konrad Werkstätte in Mitterfels bietet das Haus Hermannsberg 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon 21 mit Behinderung einen Arbeitsplatz. Martha Schwitalla folgt auf Evi Meyer die das Bildungshaus 14 Jahre lang geleitet hat.

 

Martha Schwitalla ist seit 1. Januar 2020 die Leiterin des Bildungshauses Hermannsberg

Auf die Frage, ob Sie sich diese Stelle jemals hätte erträumen lassen, antwortet Martha Schwitalla: „So etwas passiert einem, das ist ein Geschenk und dafür bin ich sehr froh und dankbar." Bevor Schwitalla im Jahr 2012 zur KJF kam, war Sie gut fünf Jahre lang hauptamtliche Diözesanvorsitzende beim Bund der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) in der Diözese Regensburg. Bei der KJF begann sie ihre Laufbahn im Berufsbildungswerk Abensberg (B.B.W) in der Operativen Steuerung und Entwicklung. 2013 übernahm sie dort auch die Aufgabe als Qualitätsmanagementbeauftragte (QMB). In den letzten beiden Jahren war sie dann QMB mit einer halben Stelle im B.B.W. und mit der zweiten Hälfte für den gesamten KJF e.V. Im Rahmen des Kurses für potentielle Führungskräfte der KJF entdeckte Martha Schwitalla die Werkstätten für Menschen mit Behinderung als faszinierenden Ort. Sie machte zwei Hospitationen, eine in den Werkstätten der Katholischen Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising e.V. in Steinhöring und die zweite in der KJF-Werkstätte Straubing. „Die berufliche Welt für Menschen mit Behinderung zu gestalten, sehe ich als meinen Auftrag," so die 37-Jährige.

Ein spiritueller Ort mit Zufriedenheitsgarantie

Die neuen Aufgaben fordern all die Erfahrung, die Martha Schwitalla mitbringt, gefragt ist ein echtes „Allround-Talent". Das geht los bei der Klärung und Umsetzung der Rahmenbedingungen für Menschen mit Behinderung, dem Kundenkontakt und endet mit der Arbeit an Haus und Hof. Der Hermannsberg ist ein abwechslungsreicher Ort zum Arbeiten, hier gehen die Kunden ein und aus. Der Dienstleistungsauftrag des Hauses lautet, die Gäste bestmöglich zu bedienen. Nicht jeder hatte vorher Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderung und so kommt es auf beiden Seiten zu spannenden und bereichernden Begegnungen. Die Atmosphäre im Haus ist sehr familiär, die Tagungsgäste schätzen, dass sie nicht in einem Standardhotel sind, sondern dass es mit 20 Zimmern und 38 Betten etwas Kleines, Feines ist. Das Haus ist schnell über die Autobahn erreichbar und dennoch mitten in der Natur. Am Wochenende besuchen viele Pfarrgemeinderäte, Chöre und Verbände das Haus und unter der Woche meistens Firmen und Fortbildungsinstitute. „Ich schaue immer wie unsere Gäste hereinkommen und wie sie wieder nach Hause fahren. Darauf hat mich meine Vorgängerin Frau Meyer gebracht. Sie gehen meistens mit einem Lächeln, obwohl sie ziemlich gestresst hier angekommen sind. Bis zum nächsten Besuch arbeiten wir daran, dass es beim nächsten Mal wieder dieses Lächeln gibt, " so Martha Schwitalla.

Text: Olga Arnstein; Foto: Christine Allgeyer