Förderschulen bitten Lehrkräfte um Unterstützung

"Angespannte Personalsituation vom Kind her denken!"

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Förderschulen der Caritas in Bayern appelliert an die in Förderzentren tätigen Lehrkräfte, die angespannte Personalsituation an den Förderschulen gemeinsam zu tragen. Aktuelle Anordnungen aus dem Kultusministerium, u.a. eine Stunde Mehrarbeit für mehr Lehrerkapazitäten, ist Hintergrund dafür.

„Wir sind uns bewusst, dass dies eine weitere Belastung auch für Lehrkräfte an Förderschulen ist. An manchen Orten ist die Versorgung schon jetzt gefährdet", stellt Michael Eibl, Vorsitzender der LAG Förderschulen fest. Die gute Versorgung der Schülerinnen und Schüler muss jedoch gewährleistet sein. „Seit über zehn Jahren machen wir politisch Druck und fordern Verbesserungen. Wir brauchen mehr Lehrkräfte und Heilpädagogen, um dem besonderen Förderbedarf der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden", macht Eibl deutlich.

„In den letzten Jahren haben wir immerhin mit enormem Einsatz erreicht, dass jährlich 100 Stellen mehr jeweils für Förderschulen und für die Inklusion bereitgestellt werden und dass in Zukunft in Regensburg drei zusätzliche Lehrstühle für Sonderpädagogik und in München und Würzburg jeweils ein weiterer Lehrstuhl hinzukommt." Mit dieser wichtigen Entwicklung kann der Bedarf an sonderpädagogischem Fachpersonal, der an allen Schulen gestiegen ist, allerdings erst in 5 Jahren gedeckt werden.

„Wir verlangen in allen sozialen Arbeitsfeldern sehr viel von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", so Eibl weiter, „die Schülerinnen und Schüler der Förderzentren werden ebenso in der Tagesstätte und Therapie betreut." Politische Fehlentscheidungen wie die eines Rechtsanspruchs auf Betreuung, ohne ausreichend Ausbildungsplätze für erforderliches Fachpersonal sicherzustellen, oder örtliche Zulagen für Erzieherinnen und Kinderpfleger zeigten die Hilflosigkeit politisch Verantwortlicher. Die aktuelle Ankündigung aus dem Kultusministerium stellt eine weitere Belastung für die gemeinnützigen Träger und die Lehrkräfte dar.

„Der soziale Bereich und Bildung werden in politischen Entscheidungen sträflich vernachlässigt", so Eibl. Für die gemeinnützigen Träger steht immer das Wohl der Kinder an erster Stelle, deshalb appellieren sie an die Lehrkräfte, weiterhin gemeinsam eine gute Versorgung der jungen Menschen sicherzustellen. „Wir werden entlastende Maßnahmen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbringen", erklärt Eibl.

Text: Michael Eibl/Christine Allgeyer