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Gemeinsam durch eine schöne Schulzeit

Kinder der Bischof-Wittmann-Schule nehmen Abschied von ihren Freunden in der Grundschule St. Wolfgang

Ihre gesamte Grundschulzeit verbrachten die Schülerinnen und Schüler der Bischof-Wittmann-Schule, ein Förderzentrum der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V., als Partnerklasse in der Grundschule St. Wolfgang. Eine schöne Zeit! – Kinder, Lehrkräfte und Eltern sind sich einig. Das inklusive Modell für Schüler mit und ohne Behinderung hat allen etwas gebracht: fachlich wie menschlich ist daraus viel Positives erwachsen.

Gruppenbild der beiden Klassen

Jetzt heißt es Abschied nehmen von den Freunden in der Wolfgangschule! Alles Gute!!

Wenn eine Klasse eines Förderzentrums an einer Regelschule eine zweite Heimat findet und Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden, so nennt man dieses inklusive Modell der Beschulung: Partnerklasse (früher: Außenklasse). Nicht immer ist der gemeinsame Unterricht möglich, denn den individuellen Bedürfnissen der Kinder hinsichtlich Lerninhalten und Lerntempo soll ja auch Rechnung getragen werden. Das, wovon die Schülerinnen und Schüler besonders profitierten, war die gemeinsame Zeit in der Schule, waren die Begegnungen, in denen sie sich kennenlernten, die gemeinsamen Spiele und Projekte, in denen jedes Einzelne seine Fähigkeiten einbrachte. In den Fächern Musik, Kunst und Sport wurden sie regelmäßig gemeinsam unterrichtet.

Ein Freund, ein guter Freund ….

„Nicht nur im Unterricht, sondern auch außerhalb der Klassenzimmer zeigte sich sehr schnell, dass unter den Kindern aus den beiden Klassen feste Freundschaften wachsen", erzählt die Klassleiterin Sabine Zollner der Grundschulklasse 4 c. Besonders eindrucksvoll sei es gewesen zu erleben, wie sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig halfen, wenn es Probleme gab. „Wir haben ein Helfersystem eingerichtet. Die Kinder unterstützten sich gegenseitig, z. B. beim Lesen oder im Sportunterricht", erklärte der Rektor der Grundschule St. Wolfgang, Manfred Brinsteiner. Dieses habe in beide Richtungen ausgezeichnet funktioniert. Sogar Referate wurden von den Schülern gemeinsam vorbereitet und vor beiden Klassen vorgetragen. Gemeinsame Ausflüge und Feiern standen ebenso auf dem Programm wie der Schullandheimaufenthalt, bei dem sich die Freundschaften weiter intensivierten.

Danke für das besondere Engagement der Lehrkräfte und Eltern!

Die Kooperation der beiden Schulen wäre ohne die Unterstützung der Eltern und die Begeisterung der Lehrerinnen und Lehrer nicht so erfolgreich gelungen. „Sie standen dem Projekt von Anfang an aufgeschlossen gegenüber", stellt Ludwig Faltermeier, Leiter der Bischof-Wittmann-Schule heraus, „wir sind hier überaus freundlich und offen aufgenommen worden und bedanken uns bei allen Beteiligten!". Die beiden Lehrerinnen Sabine Zollner und Caroline Kotz blicken ebenfalls zufrieden auf die vergangenen vier Jahre zurück. Vergessen ist manche Anstrengung, denn der Erfolg und die unzähligen bereichernden Momente machen diese mehr als wett. „Es macht mich sehr glücklich, wenn ich sehe, wie die Kinder miteinander umgehen", meint Caroline Kotz.

Eltern bestätigen es: Das waren wirklich schöne vier Jahre! Annette Pruschke, deren Julius die Partnerklasse besuchte, erzählt: „Mein Kind hat sich richtig wohl gefühlt und gerne hier gelernt." Die großartige Arbeit der Pädagogen in den beiden Schulen habe denjenigen Eltern die Angst genommen, die meinten, ihr Kind werde nicht ausreichend gefördert oder gar überfordert. Hinzu kam, dass sich die Freundschaften zwischen den Kindern außerhalb der Schule intensivierten. „Wir haben in den Ferien gemeinsam Geburtstag gefeiert oder Ausflüge gemacht", berichtet Rita Waltner, Mutter des 10jährigen Nicolas aus der Partnerklasse.

Am Ende der gemeinsamen Jahre gab es einige Abschiedstränen, viele Erinnerungen und gute Wünsche. „Diese vier Jahre haben den Kindern gutes Rüstzeug für ihr weiteres Leben mit auf den Weg gegeben", meint Ludwig Faltermeier, „dafür sind wir der Wolfgangschule, ihrem Rektor und den Lehrkräften sehr dankbar."

Text und Bild: Martin Dechant