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Was passiert bei „Absencen“?

Eine Rätselgeschichte aus Regensburg gibt die Antwort – in Bildern

Die Epilepsie Beratungsstelle der Oberpfalz, die in Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. (KJF) ist, hat eine Bilder-Rätselgeschichte herausgebracht. Die Bilder zeigen auf ansprechende, nachvollziehbare Weise was beim Auftreten von Absencen passiert und wie Erleben und Wahrnehmung von Betroffenen beeinträchtigt sind.

Iris Schadenfroh (li.) und Stefanie Redl (re.) mit den zwei Versionen der Bilder-Rätselgeschichte, die das Thema Absencen erlebbar macht

Der Begriff „Absence" kommt aus dem Französischen und bedeutet Abwesenheit, das heißt, Betroffene sind währenddessen kurz abwesend. Als Kernsymptom zeigen sich bei dieser Anfallsart Bewusstseinspausen. Diese sind meist nur wenige Sekunden lang, in denen die Personen nicht ansprechbar sind und ihnen auch die Erinnerung fehlt. In solchen Momenten kommt es zu einer Unterbrechung, eines Innehaltens im Tun. Der Blick ist leer und ausdruckslos, die Gesichtszüge sind schlaff. Es kann auch keine Information aufgenommen werden. Die Absence ist die mildeste Form generalisierter Anfälle – Anfälle, bei denen die Anfallstätigkeit von beiden Gehirnhälften ausgeht. Bei der Absence-Epilepsie zeigt sich ein typisches Bild im EEG und sie kann in der Regel gut behandelt werden.

Im Kindesalter ist die Absence-Epilepsie die häufigste generalisierte Epilepsieform. Da solche Abwesenheitszustände oft nur kurze Zeit dauern, werden sie am Anfang häufig übersehen oder auch mit einer Verträumtheit, Unaufmerksamkeit oder Unkonzentriertheit verwechselt. Die Brisanz der Erkrankung wird zuerst nicht wahrgenommen und Kinder werden als „Tagträumer" oder als „Hans Guck-in-die-Luft" angesehen.

Um ihre Auswirkungen erklärbar und erlebbar zu machen, haben die Mitarbeiterinnen der Epilepsie Beratung Regensburg der KJF eine kurze Bildergeschichte entwickelt. Stefanie Redl, Studentin der OTH Regensburg, hat die Bilder gezeichnet und die Fragen formuliert. In der ersten Version fehlen Bilder, so als ob man kurz abwesend wäre, in der zweiten Version sind alle Bilder enthalten. Sieht man sich nur die erste Version an, ist es nicht möglich, die Fragen zur Geschichte richtig zu beantworten – genau so geht es Kindern in Absencen!

Die Bildergeschichte soll dazu dienen, betroffenen Kindern, deren Familien oder auch Freunden die Krankheit zu erklären.  Die Epilepsie-Beratungsstelle verwendet die Geschichte in der Schulungstätigkeit bei Vorträgen und hat sie auch den Kolleginnen und Kollegen der anderen bayerischen Beratungsstellen zur Verfügung gestellt.

Die Geschichte ist auf der Internetseite des Epilepsie-Lehrerpakets des Landesverbandes Epilepsie Bayern e.V. eingebunden und kann dort für den Unterricht oder zu Schulungszwecken heruntergeladen werden:

www.epilepsie-lehrerpaket.de à Punkt 5.5.4. Absencen-Imitation für den Unterricht

 

Iris Schadenfroh, Leiterin Epilepsie Beratung Regensburg

Kontakt: Epilepsie Beratung Regensburg, Konrad-Adenauer-Allee 30 in 93051 Regensburg

Tel.: 0941 4092685

info@epilepsie-beratung-opf.de

www.epilepsie-beratung-opf.de


Foto: Claudia Lieblich