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Vertrauen schenken, Halt und Orientierung geben

Im Kinderzentrum St. Vincent sind Profis mit Herz gefragt

„Idealist zu sein, genügt nicht", sagt Frank Baumgartner, der Gesamtleiter des Kinderzentrums St. Vincent in Regensburg, „wir brauchen gut qualifizierte Profis, die sich beständig fort- und weiterbilden." Das ist auch MdB Peter Aumer klar, der die Einrichtung gemeinsam mit seinem Büroleiter Joachim Strauß und der Praktikantin Marlene Böhm besuchte. Peter Aumer ist es im Rahmen seiner politischen Arbeit ein Anliegen, die Arbeit der Jugendhilfeeinrichtung in Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge kennenzulernen und in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen zu kommen.

v.li.: Der Gesamtleiter des Kinderzentrums St. Vincent und MdB Peter Aumer stellen ihr Talent am Kicker mit Jugendlichen aus einer Wohngruppe in St. Vincent unter Beweis.

Heilpädagogische Tages- und Wohngruppen, intensiv therapeutische Gruppen, Gruppen für junge Flüchtlinge, Clearingstelle, integrierte Schule zur Erziehungshilfe – das Kinderzentrum St. Vincent ist mit 26 Angeboten an sieben Standorten in und um Regensburg breit und spezialisiert aufgestellt. An die 220 Kinder und Jugendliche werden dort gefördert und in ein selbstständiges Leben begleitet. Ebenso viele Beschäftigte sind tagtäglich für sie im Einsatz. „Wir beschäftigen ausschließlich pädagogische Fachkräfte", erklärt Frank Baumgartner seinen Gästen, „sie sind erfahren und arbeiten hochprofessionell. Aber auch Berufseinsteiger sind uns willkommen und können bei uns ihre berufliche Karriere gestalten."

Peter Aumer interessiert sich besonders für die Situation der jungen Menschen: „Warum sind sie hier? Was genau brauchen sie? Welche aktuellen Herausforderungen gibt es in der Praxis?" Bindungsstörungen seien ein großes Thema, gibt Bereichsleiter Mario Griebel Auskunft. Das beeinflusse das Beziehungsverhalten in der Gruppe und zu den Pädagoginnen und Pädagogen. „Pädagogik lebt von der Beziehung", erklärt Frank Baumgartner, „und wer Beziehung nicht aushält, mit dem ist es schwierig zu arbeiten." Doch die Fachkräfte in St. Vincent sind erfahren darin, junge Menschen so zu fördern, dass verschüttete Ressourcen aktiviert und Vertrauen langsam wachsen kann und auch darin, „Konfliktsituationen auszuhalten und in Beziehung zu bleiben", erklärt Griebel weiter. Wichtiger Bestandteil der Arbeit sei die Elternarbeit, führt Griebel weiter aus. Schließlich gehe es darum, sie zu befähigen mit dem Verhalten ihrer Kinder zurechtzukommen. „Höchstes Ziel ist die Rückführung in die Familie", so Baumgartner.

Bei einem Rundgang durch die Einrichtung erhält Peter Aumer intensive Einblicke in die Maßnahmen und Struktur von St. Vincent. „Der Stellenwert dieser Einrichtung für den ostbayerischen Raum ist ein sehr hoher und wenn wir uns die gesellschaftliche Entwicklung ansehen, wird es in Zukunft noch wichtiger werden, Einrichtungen wie diese zu haben. Ich bin heute auch sehr gerne da. Sie können für die Kinder und Jugendlichen wirklich viel erreichen und ihre Arbeit sollte sowohl auf Bundesebene als auch von Seiten der Kommune unterstützt werden", erklärte der Bundestagsabgeordnete. „Die Einrichtung ist von den Kostenträgern und politisch Verantwortlichen wertgeschätzt", sagt Frank Baumgartner, „beim Thema Investitionsförderung wünschen wir uns allerdings, mehr in den Blick genommen zu werden."

Text und Bild: Christine Allgeyer