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Verantwortung macht Spaß!

Betreute aus KJF-Einrichtungen im Bayerischen Landtag und in der Bavaria-Filmstadt

Unter dem Motto "Verantwortung macht Spaß!" folgten mehr als 100 aktive Heimbeiräte und Interessensvertreter aus KJF-Einrichtungen und der KJF Werkstätten gemeinnützigen GmbH der Einladung von Staatssekretär Markus Sackmann und der Landtagsabgeordneten Tanja Schweiger in den Bayerischen Landtag. KJF-Direktor Michael Eibl und die Projektbeauftragte des diözesanweiten Projekts "Rechte stärken und schützen" begleiteten die Betreuten aus den Heimen und Wohngruppen.

KJF-Betreute zu Besuch im Bayerischen Landtag

Im Bayerischen Landtag mit Staatssekretär Markus Sackmann und MdL Tanja Schweiger.

Was haben Politiker/innen im Bayerischen Landtag mit den Vertretern/innen der Heimparlamente, der Wohngemeinschaften oder des Werkstattrats gemeinsam? Sie setzen sich für andere ein. In ihren Gremien aktiv, machen sie sich für die Rechte und Anliegen der Betreuten stark. Sie sind von anderen demokratisch gewählt und leisten in ihrem Wahlamt eine bedeutsame Aufgabe. Für dieses wertvolle Engagement bedankte sich die KJF bei allen Heimbeiräten und Werkstattvertretern/innen. "Politiker live erleben und den Bayerischen Landtag besuchen" hieß der Aufruf.

Fragen über Fragen
In einer 90minütigen Fragestunde stellten sich MdL Tanja Schweiger und Staatssekretär Markus Sackmann den Anliegen der 102 angereisten KJF-„Parlamentarier". Ein Vertreter aus den Straubinger Werkstätten wies darauf hin, wie schwierig allein die Zugänglichkeit des Plenarsaals für die schwerbehinderten Mitfahrer/innen sei. „Hier haben wir noch viel zu tun", stimmte Staatssekretär Sackmann zu. Weiter brachten die Gäste das Anliegen vor, eine Regelung zu finden, nach der Jugendliche aus Heimen den bei Ferienarbeit erzielten Verdienst behalten dürfen. Denn derzeit müsse dieser an den Kostenträger abgeben werden. Markus Sackmann will im Ministerium nachforschen, welche Möglichkeiten es gäbe, die Anstrengengungen der Jugendlichen in Ferienjobs zu honorieren. Auf die Frage nach ihrem schönsten Erlebnis als Politikerin antwortete MdL Tanja Schweiger, dass sie am Morgen in einer Ausschusssitzung mit den anderen Mitgliedern aus allen Fraktionen einstimmig eine Petition eines Flüchtlings befürwortet habe. Jetzt könne dieser junge Mensch in Deutschland bleiben.

Die Parlamentarier aus den Einrichtungen der KJF erfuhren viel über den (langen) Arbeitstag eines Politikers, seine Aufgaben und das Wahlamt. Sogar die Frage nach dem Gehalt war kein Tabu. Ein Bewohner einer Erwachsenenwohngruppe wurde ermutigt, bei der Entscheidung, wo und wie er wohnen möchte, von seinem Wunsch- und Wahlrecht Gebrauch zu machen. Als es darum ging, was denn so erfahrene Politiker wie Sackmann und Schweiger den KJF-Parlamentariern raten würden, waren sich beide schnell einig: „Auf sein Herz hören, mit Vernunft Entscheidungen abwägen und immer schauen, ob das große Ganze stimmt." Sprachlos machte sie die Frage von Philip, wofür der Löwe im Bayerischen Wappen stünde. Da mussten beide passen.

MdL Tanja Schweiger und Staatssekretär Markus Sackmann im Plenarsaal des Bayerischen Landtags

MdL Tanja Schweiger und Staatssekretär Markus Sackmann haben sichtlich Spaß an der Fragestunde im Plenarsaal.

Den Ausflug in den Landtag rundete ein Besuch im Bullyversum in der Bavaria-Filmstadt ab. „Der Tag hat sich gelohnt und wir hatten viel Spaß! Politiker sein ist ganz schön anstrengend", so das Fazit zum Besuch in der Landeshauptstadt.

Radio "sag' was!" berichtet:
Ein Reporter- Team von Radio „sag' was!" aus der Wohngemeinschaft St. Benedikt in Mitterteich begleitete die Gruppe. Bei Radio „sag' was!" machen Menschen mit Behinderung selbst Radio, mit Themen aus ihrem alltäglichen Leben, Themen, die alle interessieren können. Die Reportage über den interessanten Tag wird Ende Februar gesendet. Sendetermine der Reportage zum Thema: Sonntag, 26. Februar 2012, 8:40 bzw. 8:50 Uhr bei Radio Charivari Regensburg, Radio Ramasuri Weiden, Radio Trausnitz Landshut und Radio AWN Straubing und bei www.radio4humans.eu (Sendezeiten variieren).

Die Fahrt ist Teil der diözesanweiten Initiative „Rechte stärken und schützen". Betreute in den Einrichtungen der KJF sollen aktiv mitwirken und Teilhabe leben. Die KJF möchte die hierfür erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen und die Beteiligung der Betreuten in den unterschiedlichsten Bereichen fördern.

Text: Anita Kellermeier, Christine Allgeyer
Bilder: Anita Kellermeier