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Teilhabe von A bis Z

Bewohnervertretung der WG St. Benedikt in Mitterteich organisiert Fortbildung „Teilhabe von A-Z"

Brandschutz und Beschwerden stehen auf dem Programm

Selbstständig wohnen, einen Außenarbeitsplatz haben, auf den Fasching gehen, eine Modenschau auf die Beine stellen, eine Urlaubsreise machen, in einem Hotel wohnen – da müssen die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngemeinschaften St. Benedikt aus Wiesau, Mitterteich, Windischeschenbach und dem Ambulant Betreuten Wohnen (AUW) nicht lange überlegen, wenn sie gefragt werden, was Teilhabe heißt. Ramona Aschenbrenner, Mitglied der Bewohnervertretung Windischeschenbach, bringt es in ihrer Begrüßung zur Fortbildung für Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngemeinschaften St. Benedikt auf den Punkt: Frei und selbstständig entscheiden können und dann Hilfe und Unterstützung bekommen, wenn sie gebraucht wird.

Bewohnervertreter*innen mit Mitterteichs Feuerwehrkommandant Franz Bauernfeind, Einrichtungsleiterin Elke Bauer und Gabi Dittmann (Unterstütungsperson) bei der Fortbildung "Teilhabe von A bis Z"

Es ist Samstag und den 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fortbildung „Teilhabe von A-Z" steht ein langer Tag bevor. 10 bis 15 Uhr ist angesetzt für die Veranstaltung, bei der es um das Thema Beschwerde und um den Brandschutz geht. Am Nachmittag wird Mitterteichs Feuerwehrkommandant Franz Bauernfeind erwartet. Die Bewohnervertretungen der Wohngemeinschaften St. Benedikt Mitterteich mit ihren Außenstellen in Wiesau und Windischeschenbach haben diesen Tag organisiert. Einrichtungsleiterin Elke Bauer findet das richtig gut und hat das Vorhaben von Anfang an unterstützt. Ihr ist es ein Anliegen, Teilhabe tatsächlich umzusetzen. „Dieser Tag ist ganz schön anstrengend für unsere Bewohnerinnen und Bewohner. Sie haben das sehr gut vorbereitet und ein tolles Programm auf die Beine gestellt." Und das kann man wohl sagen! Beim Thema „Teilhabe von A-Z" war keiner um eine Antwort verlegen. „A wie Aufnahme – da wollen wir ein Mitspracherecht haben, wer zu uns kommt", rief Ramona Aschenbrenner in die Runde, „B wie Bewohnervertretung" und so ging es weiter bis „F wie Ferienbetreuung" und „W wie Wahlen" und, und, und …. Gabi Dittmann und Michael Burger, die beiden Unterstützungspersonen, hatten zu tun, die Diskussion zu moderieren. Beide haben Spaß an ihrer Arbeit und sind gerne in Kontakt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Sie unterstützen diese dabei, ihr Recht auf Teilhabe wirklich leben zu können. „Das Wollen ist enorm", sagt Gabi Dittmeier, und deshalb gibt es die Fortbildung. Weitere sollen folgen.

Sich beschweren – das erfordert Mut

Was ist eine Beschwerde? Worüber kann man sich beschweren? Was will man mit einer Beschwerde erreichen? Bei wem beschwert man sich? Es geht darum, etwas zu verbessern oder etwas anzusprechen, womit man nicht einverstanden ist. Beschwerden sind wichtig und man brauch keine Angst davor zu haben, sich zu beschweren. Das alles erklärt Michael Burger und fragt gleich nach, ob es denn aktuell Beschwerden gäbe. „Wir brauchen W-LAN im ganzen Haus" – das sei eine gute Anregung, kommentiert Michael Burger und Einrichtungsleiterin Elke Bauer schaltet sich gleich ein: „Da sind wir dran, das setzen wir um. Aber so ganz einfach ist das leider nicht, denn wir brauchen Verstärker in den Gängen, müssen den Brandschutz beachten und gleichzeitig die komplette Telefonanlage erneuern, denn alle sollen einen eigenen Festnetzanschluss und einen Notrufknopf ins Zimmer bekommen. Das kostet richtig viel Geld. Aber die KJF, unser Träger, sucht nach einer guten Lösung und investiert das. Dann haben alle W-LAN hier im Haus." Alle klatschen begeistert. Das hört sich gut an!

„Jetzt kommt der Feuerwehrkommandant"

Franz Bauernfeind ist kein unbekanntes Gesicht bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der Wohngemeinschaften St. Benedikt. Sie kennen den Kommandanten der Mitterteicher Feuerwehr von den jährlichen Brandschutzübungen gut. Er kennt sie und ihre Namen und erinnert sich genau daran, wer bei der letzten Übung mit der Trage aus dem Haus geholt wurde und wer sich nicht beim Sammelplatz eingefunden hat. Für die Brandschutzunterweisung hat er eine Präsentation mitgebracht mit Bildern aus dem Haus der Bewohnerinnen und Bewohner der WG in Mitterteich. Schließlich war er schon öfter hier und hat alles dokumentiert. Anhand der Bilder kann er deutlich machen, wo die Beschilderung für die Fluchtwege ist, wo die Feuerlöscher sind, wo die Fluchtwege. Auch den Sammelplatz hat er fotografiert. Franz Bauernfeind geht es darum, alle Teilnehmenden darin zu unterweisen, wie man sich im Brandfall verhalten muss. Da es einmal jährlich eine Übung gibt, kennen sich die meisten schon gut aus und können seine Fragen fast alle richtig beantworten. Wie löscht man Fett, das auf dem Herd plötzlich zu brennen beginnt? Wie schnell geht es, bis eine umgefallene Kerze einen Zimmerbrand auslöst? Wie schnell fängt ein Stück Stoff, ein Handtuch oder eine Jacke Feuer. Da sind alle erstaunt, wie blitzartig sich Feuer ausbreitet und wie heiß es durch den Rauch in einem Raum wird, so dass man sich dort gar nicht mehr aufhalten und atmen kann. Bauernfeind zeigt eindrucksvoll in Filmen, wie genau unterschiedlichen Materialien verbrennen. Am Ende seines Vortrags rufen alle wie aus einem Munde: 112! Franz Bauernfeind hat gefragt, wo man im Brandfall anruft. Es gibt viel Beifall für den Kommandanten, einen echten Freund der Wohngemeinschaften St. Benedikt in Mitterteich.

Text und Bilder: Christine Allgeyer