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Startschuss für REGENSBURG INKLUSIV

Die Katholische Jugendfürsorge ruft mit Stadt und Hochschule Regensburg ein Gemeinschaftsprojekt ins Leben, das Bewusstsein verändern soll.

Ein Begriff der in der vergangenen Zeit immer öfter zu hören ist, unter dem sich aber viele noch viel zu wenig vorstellen können, ist Inklusion.  Gemeint ist damit die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am alltäglichen Leben in der Gesellschaft. Spricht man von inklusiv, dann meint man ein Projekt, eine Einrichtung oder eine Aktion, an der auch Menschen mit Behinderung teilnehmen/ teilhaben können. Inklusion ist nicht eine punktuelle Geschichte, Inklusion ist ein Prozess, eine Veränderung der Haltung und des Bewusstseins.

Gruppenbild Partner Regensburg inklusvi

Regensburg inklusiv - Projektinitiatoren und Partner: (v.li.) Bürgermeister Joachim Wolbergs, Abteilungsleiter Teilhabeleistungen Bertin Abbenhues,  Reinhard Mehringer, Gesamtleiter des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums, Prof. Dr. Klaudia Winkler von der Hochschule Regensburg, Florian Stangl, Sportgemeinschaft Behinderter und Nichtbehinderter an der Universität Regensburg e.V. und Sprecher des Arbeitsausschusses im Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Regensburg,KJF-Direktor Michael Eibl, Thomas Kammerl (Projektkoordinator), Lernwerkstatt Regensburg, Christian Wandzel und Thomas Janke, Geschäftsführer der Gamma Grundbesitz m.b.H mit der Waschmeile in Regensburg, Annegret Sopott, Integrationsberaterin im Integrationsfachdienst Oberpfalz.

Zur Einleitung und zur Fortführung dieses Umdenkungsprozesses in Regensburg hat die Katholische Jugendfürsorge als Veranstalter in Zusammenarbeit mit Stadt und Hochschule für den 13. Oktober 2012 den Fachtag „Regensburg inklusiv" ins Leben gerufen. Eingeladen sind zu dieser Veranstaltung alle Bürgerinnen und Bürger aus Stadt und Landkreis, so Bertin Abbenhues, Abteilungsleiter Teilhabeleistungen in der KJF, „die im Sinne der Behindertenrechtskonvention des Vereinten Nationen daran mitarbeiten wollen, die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung zu verbessern." Dabei ist es sehr wichtig, führt KJF-Direktor Michael Eibl aus, dass Betroffene zu Beteiligten werden, dass nicht über Menschen mit Behinderung und deren Lebenssituation gesprochen wird, sondern mit ihnen. Bei diesem Fachtag werden alle Bereiche des Lebens in den Blick genommen. Mit dem Pater-Rupert-Mayer-Zentrum in Regensburg hat man nicht nur einen barrierefreien Tagungsort gefunden, man wird sich auch um eine barrierefreie Verständigung bemühen, wie z.B. eine unkomplizierte Sprache oder den Einsatz von Gebärdendolmetschern.

Inklusion steht auf dem Programm

In punkto Inklusion ist Regensburg aber nicht absolutes Neuland. So gibt es z.B. schon den Integrationsdienst Oberpfalz, der mit Firmen zusammenarbeitet, um schwerbehinderten Menschen eine Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Eine davon ist die Gamma Grundbesitz m.b.H. mit der Waschmeile in der Regensburger Bajuwarenstraße, wo vier von vierzehn Mitarbeitern eine Behinderung haben. „Wir haben nur beste Erfahrungen gemacht", weiß Geschäftsführer Christian Wandzel zu berichten, „unsere behinderten Mitarbeiter sind hochmotiviert und äußerst engagiert". Inklusion wird auch schon seit bald 30 Jahren in der Sportgemeinschaft Behinderter und Nichtbehinderter an der Universität Regensburg gelebt, wo z.B. der Rollstuhl als Sportgerät beim Basketball für Menschen mit und ohne Behinderung im Einsatz ist. Beim Fachtag am 13. Oktober steht nach Vorträgen am Vormittag (u.a. Integration und Inklusion, die UN-Behindertenrechtskonvention) ein sogenannter „Markt der Möglichkeiten" am Mittag auf dem Programm, bei dem sich Selbsthilfegruppen, Vereine und Verbände vorstellen können, die Inklusion bereits leben. Sich austauschen, Projekte weiter ausbauen und sich vernetzen – das steht hier im Mittelpunkt. Am Nachmittag kann in Workshops zu den sechs Lebensbereichen Wohnen, Arbeiten, Bildung, Freizeit, Kunst und Kultur sowie Gesundheit und Sport begonnen werden, Inklusion in der Regensburger Gesellschaft noch konkreter werden zu lassen. Nach dem Fachtag sollen ab Frühjahr 2013 im zweijährigen Projekt „Regensburg inklusiv" die konkreten Ideen umgesetzt und auf den Weg gebracht werden.

Regensburg inklusiv mit Partnern gestalten

Professor Dr. Klaudia Winkler, Vizepräsidentin der Hochschule, sieht bei „Regensburg inklusiv" für ihre Einrichtung eine doppelte Aufgabe. Zum einen möchte die Hochschule in dieses Gemeinschaftsprojekt ihre Fachkompetenz einbringen und zum anderen ist sie ja auch selbst Arbeitgeber und daher sehr an dem Thema Inklusion interessiert. Die Stadt Regensburg, so Bürgermeister Joachim Wolbergs, versteht sich bei dem gesamten Projekt als Hörende und Lernende, die der vordringlichen Frage nachgeht: „Wie gelingt es uns, dass wir mit Inklusion Ernst machen". Dabei finde er es wichtig, führte er weiter aus, dass die Wertigkeit einer Stadt nicht nur an ihren wirtschaftlichen sondern auch an ihren sozialen Errungenschaften gemessen werde.

Mitmachen bei Regensburg inklusiv

Wer dazu beitragen möchte - egal ob engagierte Privatpersonen oder Vereine und Verbände - dass Regensburg inklusiv wird, der wendet sich für weitere Informationen und Anregungen an Bertin Abbenhues, Abteilungsleiter Teilhabeleistungen in der KJF, Orleanstraße 2a, 93055 Regensburg, Telefon 0941 - 79887-151 oder e-Mail: behindertenhilfe@kjf-regensburg.de.

Text und Bild: Carl Prämaßing

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