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Selbstverständlich verschieden!

Am Pater-Rupert-Mayer-Zentrum der KJF wird ein integratives Kinderhaus für den Regensburger Westen errichtet

Eine Bedarfslücke, ein Inklusionsmodell? Sicher beides, denn das integrative Kinderhaus am Pater-Rupert-Mayer-Zentrum wird für viele Familien im siedlungsstarken Regensburger Westen attraktiv sein; ebenso wie für Familien im gesamten Einzugsgebiet der Einrichtung, die sich eine gemeinsame Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung wünschen. Gestern wurde das Richtfest des Kinderhauses gefeiert. Es soll bereits im September 2012 eröffnet werden.

Gruppenbild zur Spendenübergabe der Wadlbeißer beim Richtfest für das Kinderhaus am Pater-Rupert-Mayer-Zentrum

Die Wadlbeißer mit ihrer 1.111-Euro-Spende und bayerischer Musik beim Richtfest des Integrativen Kinderhaus am Pater-Rupert-Mayer-Zentrum.

Die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. entwickelt in den letzten Jahren konsequent inklusive Hilfe- und Unterstützungsangebote, die die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung jeden Alters in den unterschiedlichsten Lebensbereichen zum Ziel haben. „Wir bieten die vorschulische Förderung und Erziehung der ganz Kleinen in sogenannten Schulvorbereitenden Einrichtungen in unseren neun Förderzentren diözesanweit an", erklärte KJF-Direktor Michael Eibl, „bereits vor 25 Jahren haben wir eines der ersten integrativen Kinderhäuser in Bayern errichtet", so Eibl weiter. Die KJF sei ein erfahrene und kompetenter Partner von Familien, insbesondere von Familien mit einem behinderten Kind.

Inklusives Kompetenzzentrum
Reinhard Mehringer, Gesamtleiter des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums, einer Bildungsstätte in Trägerschaft der KJF für körperbehinderte Kinder und Jugendliche, betrachtet die Weiterentwicklung seiner Einrichtung zu einem inklusiven Kompetenzzentrum nicht zuletzt hinsichtlich der Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention als absolut notwendig. „Ich bin sicher, dass dies gesellschaftlich gesehen, der richtige Schritt hin zu einem selbstverständlichen Miteinander behinderter und nicht behinderter Kinder ist." In den Förderzentren habe man jahrzehntelange Erfahrungen, das Know-how und Fachkräfte, die den Bedürfnissen aller Kinder gerecht werden können. „Eine wertvolle Bereicherung für die Kinder", so Mehringer, „und ein großer Schritt in der vorschulischen Erziehung." Dabei solle es jedoch nicht bleiben, meinte Mehringer, denn es bestünden bereits Pläne für eine inklusive Grundschule am Pater-Rupert-Mayer-Zentrum.

Für das aktuelle Projekt Integratives Kinderhaus sind 2,2 Mio. Euro Gesamtkosten veranschlagt, von denen 700.000 Euro die KJF selbst trägt. Neben Gruppen-, Schlaf- und Nebenräumen stehen auf einer Nutzfläche von ca. 600qm ein Mehrzweckraum, eine Verteilerküche, ein Mitarbeiterzimmer und -büro sowie sanitäre Anlagen zur Verfügung. Das Außengelände mit kindgerechten Spielgeräten bietet den Kindern Gelegenheit sich spielerisch in der Natur zu bewegen.

Optimale Förderung
Aktuell werden im Pater-Rupert-Mayer-Zentrum 400 Schüler/innen in der SvE, Schule, Tagesstätte, im Internat und in der Therapie gefördert und betreut. Im neuen Integrativen Kinderhaus werden ab September zwei integrative Kinderkrippengruppen mit jeweils 12 und zwei integrative Kindergartengruppen mit jeweils 15 behinderten und nichtbehinderten Kindern untergebracht. Die künftigen Gruppen sind alters- und geschlechtsgemischt. Die Kinderkrippe kann ab dem siebten Lebensmonat, der Kindergarten vom dritten Lebensjahr an bis zum Schuleintritt besucht werden.

„Wir alle im Zentrum freuen uns darauf, wenn die Kinder von klein auf im gemeinsamen Spiel, in ihren täglichen Begegnungen erleben, dass es selbstverständlich ist, verschieden zu sein", so Mehringer. Die Mitarbeiter/innen aus dem Stammhaus bringen ihre Kompetenzen in die neue Einrichtung ein. So können Kinder mit Körperbehinderung, Entwicklungsverzögerungen, Autismus, geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung ebenso wie nichtbehinderte Kinder optimal emotional, motorisch und kognitiv gefördert werden. „Der Erwerb von Sozialkompetenzen bereits in diesem Alter ist uns wichtig und ist erfolgversprechend, weil er im Kindesalter spielerisch erfolgt", stellt Mehringer heraus.

Christian Preuß, Chef der Wadlbeißer, sorgte beim Richtfest bestens für die musikalische Umrahmung. Er übergab außerdem eine Spende in Höhe von 1.111,11 Euro, die bei einer Jubiläumsveranstaltung am 11.11.2011 erlöst wurde. Noch ein Grund zur Freude und zum Feiern! Gesamtleiter Reinhard Mehringer bedankte sich herzlich.

Anmeldungen für das Integrative Kinderhaus am Pater-Rupert-Mayer-Zentrum in der Puricellistraße 5 in Regensburg werden ab sofort täglich zwischen 13.30 bis 15.00 Uhr angenommen von: Patricia Hoffmann, Kinderkrippe Bambino, Tel. 0941-29 68 24 18 oder via E-Mail: kikri-bambino@prmz.de.

Am Bauvorhaben sind u.a. folgende Projektanden beteiligt: Firma Anton Aumer Bau GmbH aus Roding, Firma Steinhofer und Kollegen aus Cham, Freiraumplanung Karl-Heinz Birkner aus Bruck, Ingenieurbüro Dipl. Ing (FH) Rudolf Degel aus Regensburg, Firma Elektor Ehrl aus Wolfsegg, Ingenieurbüro Butz, Hausmann und Hiller GmbH aus Amberg, Blitzschutzbau Mario Müller aus Zeulenroda-Triebes, Architekturbüro Naumann aus Regensburg, Ingenieurbüro Dipl. Ing (FH)Karl Zott Regensburg.