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Richtfest im inklusiven Riedenburg

Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung der KJF entsteht

Riedenburg ist einer von mindestens zwei Standorten im Landkreis Kelheim, an denen Inklusion bereits seit den 90er Jahren gelebt wird. In Offenstetten hat jüngst das Cabrini-Zentrum den 1. Inklusionspreis des Landkreises Kelheim erhalten. Beides ist nicht allein das Verdienst der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V., die dort Einrichtungen für Menschen mit Behinderung bereitstellt, vielmehr beginnen Erfolgsgeschichten wie diese immer mit der Vision eines Menschen, mit dessen Gestaltungswillen und Engagement.


Bild v.li.: Professor Dr. Joachim Hammer (Behindertenbeauftragter d. Lkr. Kelheim, KJF-Direktor Michael Eibl, MdB Florian Oßner, Konventoberin Schwester Sieglinde Gabriel, Oberin Schwester Beatrix Riegelsberger, Dr. Bernhard Resch (Gesamtleiter des Cabrini-Zentrums), Prälat Dr. Josef Schweiger, Josef Reil (ehem. Mitglied d. Verwaltungsrats der KJF), Domkapitular Dr. Roland Batz (Vorsitzender der KJF), Bautechniker Sebastian Pirzer, Bewohnervertreter Kevin Kroll, Architekt Karlheinz Berr, stellvertr. Landrat Wolfang Gural.

Erfolgsgeschichte einer Gemeinde
„Prälat Dr. Josef Schweiger, damals Direktor der Katholischen Jugendfürsorge (KJF), gab den Startschuss für die Erfolgsgeschichte einer Gemeinde, in der Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich leben", sagt KJF-Direktor Michael Eibl. „Er hat die Molkerei seiner Eltern zu Werkstätte für Menschen mit Behinderung in Trägerschaft der KJF gemacht und gleichzeitig eine Wohngemeinschaft errichtet, in der Menschen mit Behinderung wohnen und leben konnten. 28 Arbeitsplätze und 11 Wohnplätze waren es damals; heute arbeiten 58 Menschen mit Behinderung in der Werkstätte und 18 wohnen und leben in einer Wohngemeinschaft der KJF, hier in Riedenburg 13 und in Prunn 5."

„Riedenburg darf sich glücklich schätzen."
Der Bedarf an Arbeits- und Wohnplätzen ist über die Jahre stetig gestiegen. Mit der neuen Wohngemeinschaft in der Bergstraße 9 werden weitere Wohnmöglichkeiten für 24 Bewohnerinnen und Bewohner auf insgesamt 1.195 qm Wohnfläche geschaffen. Das passt auch zu Riedenburg, der inklusiven Gemeinde im Altmühltal. „Gelegen im schönsten Landkreis Bayerns", wie der stellvertretende Landrat Wolfgang Gural beim Richtfest herausstellte. Die KJF sei für den Landkreis und insbesondere die Menschen wichtig. Gural übermittelte die besten Grüße des Landrats Martin Neumeyer und wünschte dem Bau weiterhin einen unfallfreien Verlauf sowie Gottes Segen. Stellvertretend für Bürgermeister Siegfried Lösch sprach Siegfried Pirzer, Bautechniker bei der Stadt Riedenburg, ebenfalls ein Grußwort: „Riedenburg darf sich über diese Wohnplätze glücklich schätzen."

Dank an den Träger, die KJF
Das neue Wohnheim gehört organisatorisch zum Cabrini-Zentrum der KJF in Offenstetten. Verantwortlicher Einrichtungsleiter ist Dr. Bernhard Resch. Er nahm das Richtfest zum Anlass, um sich herzlich bei den Architekten Berr und Schindlbeck aus Kelheim, bei den Projektanden, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Cabrinihaus und beim Träger, der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V., zu bedanken. Er und sein Team aus dem Cabrinihaus seien bereits mit den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern im Dialog, um die Einrichtung zu gestalten. Und das soll auch weiter so bleiben, wünscht er sich. „Wir alle sind schon voller Vorfreude", so Resch. Nach den Grußworten verkündete Jonas Reichart von der Firma Rödl und Herdegen aus Regensburg den Richtspruch.

Das neue Wohnheim der KJF ist zentral auf einem 2.447 qm großen Grundstück in der Bergstraße 9 gelegen. KJF-Direktor Michael Eibl ist dem Kloster St. Anna und Oberin Schwester Beatrix Riegelsberger sehr dankbar, dass diese das schöne Grundstück der KJF verkauft haben. Sein Dank gilt auch den Fördergebern, dem Bezirk und der Regierung von Niederbayern sowie der Aktion Mensch, die das Bauvorhaben finanziell unterstützen. Die Regierung von Niederbayern fördert das Bauvorhaben mit 2.711.100 Euro, der Bezirk mit 387.300 Euro und die Aktion Mensch mit 110.000 Euro. Ursprünglich waren für das Grundstück, die Baukosten und die Ausstattung 3,87 Mio. Euro geplant. Aufgrund der aktuellen Baukonjunktur sind die Kosten um 13 %  auf 4,39 Mio. Euro gestiegen, so dass die KJF mehr Eigenmittel einbringen muss, insgesamt 1,3 Mio. Euro.

Am Bauvorhaben beteiligt:

•    Architekten Berr und Schindlbeck, Kelheim
•    Heizung Sanitär Lüftung (HLS): Bummer Hof Planungs-GmbH, Bad Kötzting
•    Elektro: Planungsbüro Hiller GmbH, Amberg
•    Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Siegmüller, Regensburg
•    Brandschutz: Kerschberger Architekten GmbH, Cham
•    Baumeister: Fa. Rödl und Herdegen, Regensburg
•    Aufzugsbau: Fa. Haushahn, Stuttgart

Text und Bilder: Christine Allgeyer