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Qualifiziert in die Zukunft

Auszubildende der Berufsbildungswerke diskutieren mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft

Berufsbildungswerke realisieren individuelle Bildung und vermitteln qualifizierte Fachkräfte. Diese Themen standen im Mittelpunkt der Fachtagung „Qualifiziert in die Zukunft", zu der die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke e.V. (BAG BBW) im Mai 2012 eingeladen hatte. Unter den 220 Gästen im voll besetzten Bundespressamt begrüßte die BAG BBW erstmalig mehr als 50 junge Auszubildende der Berufsbildungswerke. Die Jugendlichen der Ausbildungsvertretung diskutierten angeregt mit den Gästen aus Wirtschaft, Politik und der Bundesagentur für Arbeit und stellten ihre ganz persönlichen Geschichten vor.

„Handicap heißt nicht, dass wir nicht arbeiten können!" „Wir sitzen hier, weil wir arbeiten wollen!" Dies waren nur zwei der zentralen Aussagen, welche die jungen Fachkräfte von Morgen den Gästen der Fachtagung „Qualifiziert in die Zukunft" mit auf den Weg gaben. Junge Auszubildende aus Berufsbildungswerken wollen nicht nur eine Chance, sich in der Arbeitswelt zu beweisen, sie werden von der Wirtschaft auch immer dringender gebraucht. Dies unterstrich der Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Galeria Kaufhof GmbH Ulrich Köster aus der Perspektive seines Unternehmens. Er motivierte die über 50 anwesenden jungen Auszubildendenvertreterinnen und -vertreter der Berufsbildungswerke aktiv auf die Galeria Kaufhof zuzugehen und sich für einen Job zu bewerben. Gemeinsam sei man in der Lage, Lösungen zu finden und könne Barrieren aus dem Weg räumen.

Ulrich Köster machte deutlich, dass die vielfältigen Erfahrungen aus der Beschäftigung und Ausbildung von Menschen mit Behinderung – insbesondere aus der Verzahnten Ausbildung mit Berufsbildungswerken – sich für die Galeria Kaufhof auf mehreren Ebenen positiv auswirkt. Der Mehrwert dieses Engagements schaffe nicht nur eine größere Identifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem eigenen Unternehmen, sondern zudem auch eine verbesserte Kundenbindung.

Welche Herausforderungen angesichts der verbesserten Situation auf dem Arbeitsmarkt und durch den demographischen Wandel auf die Berufsbildungswerke zukommen, machten Richard Fischels vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit Raimund Becker in ihren anschließenden Vorträgen deutlich. Beide wiesen darauf hin, dass der bereits begonnene Weg der Verzahnten Ausbildung (VAmB) weiter beschritten werden müsse. Raimund Becker erläuterte, dass insbesondere VAmB eine wichtige Brücke zu den Betrieben darstelle. So können Unternehmen von einer Beschäftigung und den Potenzialen von Menschen mit Behinderung stärker überzeugt werden.

Jugendlicher mit Ausbilder

In der Region beteiligt sich das Berufsbildungswerk Abensberg der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg seit Jahren erfolgreich an der verzahnten Ausbildung und hat derzeit 20  junge Menschen (Stand Juli 2012) in dieser besonderen Ausbildungsform. Der Leiter des Berufsbildungswerkes Abensberg Walter Krug, ist stellvertretender Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke und bekräftigt: „In der verzahnten Ausbildung erproben sich Jugendliche unter den herausfordernden Bedingungen des Betriebes, übertragen Gelerntes aus der fördernden Umgebung unserer Einrichtung in eine Ernstsituation und empfehlen sich durch ihre Leistung bei zukünftigen Arbeitgebern; eine win-win-Situation zwischen behinderten jungen Menschen und den Betrieben."

In einer zweiten Podiumsdiskussion kamen anschließend die behindertenpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen zu Wort. Markus Kurth von Bündnis 90 / Die Grünen forderte auf, die durch den demographischen Wandel frei werdenden Mittel der Bundesagentur für Arbeit zu reinvestieren. Darüber hinaus sei das Instrument der Ausschreibungen stärker zu hinterfragen, da dies zu einem aktiv vorangetriebenen Preisdumping führe. Ebenso sei eine stärkere Nutzung des Persönlichen Budgets wünschenswert. Markus Kurth unterstrich, dass im Persönlichen Budget ein wichtiger Schlüssel für die Berufsbildungswerke, sich als Arbeitsmarktdienstleister der Zukunft zu etablieren,liege.

Zum Schluss der Podiumsdiskussion nutzten die Auszubildenden erneut die Möglichkeit, ihre Anliegen und Fragen an die Politiker zu adressieren und es kam zu einem regen Austausch. Dieser konnte am folgenden Tag bei dem ersten bundesweiten Plattformtreffen der Auszubildendenvertretungen bei der Galeria Kaufhof am Ostbahnhof weiter intensiviert werden.

Veranstalter:
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke ist der Dachverband von 52
Berufsbildungswerken in Deutschland. Die Bundesarbeitsgemeinschaft vertritt die politischen
Interessen der Berufsbildungswerke und richtet ihre Aktivitäten auf eine erfolgreiche soziale und
berufliche Integration von jungen Menschen mit Behinderung (www.bagbbw.de).

Mehr Informationen:
Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke e.V.
Kurfürstenstraße 131
10785 Berlin
Fon 030 263980990
Fax 030 263980999
www.bagbbw.de