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Preisverleihung

Ardijan Gash ist 1. Preisträger des Kunst.Preis 2020

Der 6. Kunst.Preis 2020 für Menschen mit geistiger Behinderung in Niederbayern und der Oberpfalz ist in der Kunstszene Ostbayerns etabliert. Es ist der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg e. V., dem Kunst- und Gewerbeverein Regensburg e. V. und besonders dem vor kurzem verstorbenen Künstler Alfred Böschl zu verdanken, dass Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung mit ihrem kreativen Potenzial in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Der 1. Preisträger des Kunst.Preis 2020 ist Ardijan Gash aus Tirschenreuth, Teilnehmer in der Förderstätte der KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH in Mitterteich.

Bild v.li.: Mitterteichs Bürgermeister Stefan Grillmeier, Einrichtungsleiter d. Stiftlandwerkstätten St. Elisabeth Dr. Karl Kick, Imer Gash, Ardijan Gash, Shemsia Gash, KJF-Direktor Michael Eibl und Günther Lange, Leiter der Regionalstelle Oberpfalz des ZBFS.

Zur Preisverleihung kam Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg, gerne nach Mitterteich in die Stiftlandwerkstätten St. Elisabeth. Er übergab die Auszeichnung und das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro persönlich an Ardijan Gash und dessen Familie. Die Familie stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien und lebt seit 21 Jahren in der Oberpfalz. Ardijan Gash besucht seit 2017 die Förderstätte der KJF Werkstätten Stiftlandwerkstätten St. Elisabeth in Mitterteich.

„Dankeschön für alles, was hier geleistet wird."

Bei einem Kreativ-Workshop im Herbst 2019 entdeckte die Leiterin des Ateliers KUNST inklusiv, Renate Höning, das große Talent von Ardijan Gash. Ihr sei es zu verdanken, dass Ardijan Gash aber auch andere Teilnehmer aus der Werk- und Förderstätte ihre Kreativität entfalten konnten, so der Leiter der Stiftlandwerkstätten Dr. Karl Kick in seiner Begrüßung. Insgesamt fünf Teilnehmer aus Mitterteich hätten Kunstwerke eingereicht. KJF-Direktor Michael Eibl bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftlandwerkstätten, welche die Preisverleihung unter Corona-Bedingungen im kleinen Kreis ermöglicht hatten. „Ich möchte Ihnen allen ein großes Dankeschön aussprechen für alles, was hier geleistet wird", so Eibl, „Sie sorgen und kümmern sich bis in die Familien hinein, um alles mitzutragen und zu bewältigen. In einem guten Miteinander haben Sie die letzten Wochen und Monate gemeistert."

Warum gibt es den Kunst.Preis?

„Um Künstler wie Ardijan Gash zu entdecken und ihre Talente zu fördern", antwortet Michael Eibl. 2010 haben sich die KJF und der Kunst- und Gewerbeverein Regensburg auf den Weg gemacht, um den Kunstbetrieb Ostbayerns mit Kunst von Menschen mit Behinderung zu berreichern. Seitdem beteiligen sich alle zwei Jahre mehr als 150 Künstlerinnen und Künstler mit unterschiedlichsten Werken. „Das Schönste ist es , wenn viele Menschen die Werke sehen und auch kaufen können", so Eibl. In diesem Jahr wurde die Ausstellung coronabedingt zuerst online in der Internetgalerie der Galerie St. Klara der KJF gezeigt unter www.galerie-st-klara.de, später dann, als es die Lockerungen zuließen, in den Räumen des Kunst- und Gewerbevereins in Regensburg. Der diesjährige Kunst.Preis, der Katalog und die Ausstelung sind in großer Dankbarkeit dem Künstler Alfred Böschl gewidmet.

Aushängeschild für die KJF Werkstätten

Das seien die inklusiven Projekte wie der Kunst.Preis der KJF, mit denen Menschen mit Behinderung in Szene gesetzt werden, so Bürgermeister Stefan Grillmeier in seinem Grußwort. Er überbringe die Grüße und Glückwünsche aus innerstem Herzen, sagte er bei der Preisverleihung. Mit dabei waren Günther Lange, Leiter des ZBFS Regionalstelle Oberpfalz, der Geschäftsführer der KJF Werkstätten Hans Horn und Evi Feldmeier, Einrichtungsleiterin der KJF Werkstätten St. Josef in Straubing, die Verwaltungsleiterin der KJF Werkstätten Melanie Eibl und KJF-Abteilungsleiter für Teilhabeleistungen Johannes Magin.

Der Künstler Ardijan Gash

Ardijan Gash spricht kaum, aber er malt für sein Leben gerne und arbeitet Stunde um Stunde an seinen Bildern, nur durch die Pausen und das Arbeitsende am Abend unterbrochen. Zuerst trägt der Künstler mit breitem Pinsel gemischte Acrylfarben als Hintergrund auf das Papier. Dann folgt ein konzentrierter, meditativer Prozess, in dem mit Farbstiften Figuren und Strukturen über die Grundfarben gezeichnet werden, die in unterschiedlicher Dichte mehr oder weniger große Teile der Bildfläche beanspruchen. Die gezeichneten Strukturen stehen zueinander und zum farbigen Hintergrund in einem spannungsvollen Verhältnis. Sie bilden einen Text ganz ohne Worte, den der Betrachter unwillkürlich zu erforschen und zu lesen beginnt.

Insgesamt haben 165 Künstlerinnen und Künstler 575 Arbeiten eingereicht. 86 von ihnen sind mit 133 Werken aus Malerei, Skulptur, Grafik, Plastik, Objekt und Fotografie in der diesjährigen Ausstellung vertreten. Die Jury hat aus den beeindruckenden Arbeiten die drei Preisträger ermittelt. Mitglieder der Jury sind: Dr. Maria Baumann, Leiterin der Kunstsammlungen des Bistums Regensburg, Alfred Böschl, Künstler und Mitglied des Kunst- und Gewerbevereins († 14. März 2020), Dr. Rudolf Ebneth, Vorstandsmitglied des Kunst- und Gewerbevereins, Edmund Klingshirn, ehemaliger Behindertenbeauftragter des Landkreises Kelheim, Peter Lang, Herausgeber Kulturjournal Regensburg, Wilma Rapf-Karikari, Galeristin der Galerie Kunstpartner Adlmannstein.

Text und Bild: Christine Allgeyer