Menschen brauchen mehr Hilfestellung für digitale Teilhabe am Leben

Am 18. Juni findet der zweite Digitaltag mit mehr als 1.500 Aktionen statt

Jetzt muss rasch gelingen, die Digitalisierung öffentlicher und öffentlich finanzierter sozialer Dienste und Angebote auf die Bedarfe der Menschen abzustimmen", fordert Caritas-Präsident Peter Neher in Bezug auf das zentrale Ergebnis einer heute in Berlin vorgestellten Studie im Auftrag der Initiative „Digital für alle".

Die Caritas beteiligt sich, gemeinsam mit 26 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand an der Initiative „Digital für alle", die Trägerin des Digitaltags ist. „Gerade die vulnerablen Gruppen müssen in den Blick genommen werden", so Neher weiter. „Also beispielsweise Angebote für benachteiligte Kinder und Jugendliche, für Menschen mit Behinderung, für Niedrigqualifizierte, für ältere und Menschen mit Migrationshintergrund. Dazu steht die freie Wohlfahrtspflege als verlässliche Partnerin für Begleitung, Lernräume und Hilfe bereit."

Nicht alle profitieren vom technologischen Fortschritt

Laut Studie sieht eine Mehrheit der Befragten (65 Prozent) das Land digital gespalten und befürchtet, dass nicht alle Menschen in gleichem Maße vom technologischen Fortschritt profitieren. Deutlich wird das unter anderem daran, dass mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) gerne stärker am digitalen Leben teilnehmen würde, sich aber zu wenig mit den entsprechenden Technologien auskennt. Ein Viertel (24 Prozent) traut sich oft nicht, Geräte wie Smartphone oder Computer zu nutzen – aus Angst, etwas falsch zu machen.

Niedrigschwellige digitale Angebote schaffen

Niedrigschwellige, digitale Angebote seien gerade nach der Pandemie wichtiger denn je. „Die Menschen benötigen Assistenz bei Internetnutzung, Leichte Sprache für Menschen mit Behinderung muss selbstverständlich werden, mehrsprachige Angebote sowieso. Es braucht dringend ausreichende digitale Bildungsmöglichkeiten, sowohl für Kinder als auch für Langzeiterwerbslose, Niedrigqualifizierte, ältere Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund", so der Caritas-Präsident.

Begleitung und digitale Hilfsmittel für alle

Politik müsse sich jetzt die Frage stellen, welche digitalen Hilfsmittel Menschen benötigen, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. „Das haben in der Krise die fehlenden Computer für Schulkinder ganz deutlich gemacht. Auch ein Breitbandzugang für die gesamte Bevölkerung gehört als notwendige Mindestbedingung dazu. Auf jeden Fall muss ein fairer Zugang zu digitalen Angeboten für alle geschaffen werden", fordert Neher.

Zur Studie
Die zentralen Ergebnisse der Studie im Auftrag der Initiative „Digital für alle" wurden anlässlich des zweiten bundesweiten Digitaltags, am 18. Juni 2021, erhoben. Befragt wurden mehr als 1.000 Personen in Deutschland ab 16 Jahren. Hier finden Sie die Ergebnisse der Studie

Zweiter bundesweiter Aktionstag für digitale Teilhabe
Die Caritas beteiligt sich, gemeinsam mit 26 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand an der Initiative „Digital für alle", die Trägerin des Digitaltags ist.
Um die digitale Teilhabe quer durch alle Altersklassen zu fördern, findet am 18. Juni 2021 zum zweiten Mal der Digitaltag statt. Der Digitaltag soll Menschen in ganz Deutschland rund um digitale Themen zusammenbringen und bietet eine Plattform, um verschiedenste Aspekte der Digitalisierung zu beleuchten, Chancen und Herausforderungen zu diskutieren und einen breiten gesellschaftlichen Dialog anzustoßen. Unter
www.digitaltag.eu/aktionslandkarte können Interessierte aus mehr als 1.500 Online-Aktionen und Präsenzveranstaltungen auswählen – von Seminaren und Live-Streams über Beratungsangebote, virtuelle Führungen und Tutorials bis hin zu Hackathons. Das Programm kann nach Themenkategorien gefiltert und im Volltext durchsucht werden.

Ganztägiger Livestream – um 10.15 Uhr mit Caritas-Präsident Peter Neher
Der Digitaltag wird durch einen ganztägigen Livestream unter
www.digitaltag.eu begleitet. Die offizielle Eröffnung findet um 8.30 Uhr mit Digitalstaatsministerin Dorothee Bär statt. Um 10.15 Uhr wird Caritas-Präsident Peter Neher im Interview sein.

„Preis für digitales Miteinander"
Anlässlich des Digitaltags wird der mit 20.000 Euro dotierte „Preis für digitales Miteinander" in zwei Kategorien (Digitale Teilhabe und Digitales Engagement) verliehen. Die Preisträger werden am 16. Juni 2021 bekannt gegeben und stellen sich und ihre Projekte im Rahmen der offiziellen Eröffnung vor

Herausgegeben von Deutscher Caritasverband e.V. / Pressestelle
Redaktion: Anja Stoiser (Verantwortlich) / Stellvertretende Pressesprecherin