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Meditativer Impuls September 2018

Gott lässt wachsen

Während viele Bauern wegen starker Ernteeinbußen klagen, können sich Besitzer von Obstgärten freuen. Überreich hängen Äpfel, Zwetschgen, Birnen an den Bäumen, so dass sich die Äste wegen der großen Last tief zu Boden neigen. Vorsichtshalber werden sie gestützt, damit sie nicht abbrechen. Während die einen sich freuen können, weil sie eine überreiche Ernte in die Scheunen und Obstkeller einbringen können, klagen andere und bitten bei der Regierung um finanzielle Entschädigung.

Im Herbst ist Erntedankfest. Nicht alle können in gleicher Weise feiern. Doch sagt Erntedank auch, dass die Früchte der Erde nicht machbar sind. Wir können den Acker bestellen, säen, pflanzen, Unkraut jäten, Bäume zuschneiden. Gott aber lässt wachsen (vgl. 1 Kor 3,6). Die Früchte sind sein Geschenk an uns.

Wo in unseren KJF-Einrichtungen zu Beginn eines neuen Schuljahres nach der großen Ferien- und Urlaubszeit die Arbeit wieder aufgenommen wird, kann der Blick auf die Felder und Obstgärten für unsere caritative Arbeit eine realistische und zugleich demütige Haltung fördern: Wir können Felder sozialen Handelns beackern und bestellen, aussäen und uns um Menschen kümmern, sie begleiten, fördern, lehren und ermutigen. Bei aller Ergebnisorientierung und den detailliert formulierten Zielvereinbarungen müssen wir nüchtern feststellen: Wie die Maßnahmen in den helfenden Berufen, mögen sie noch so hochprofessionalisiert sein, bei den von uns begleiteten Menschen ankommen und was sie letztlich bewirken, haben wir nicht im Griff.

So bleibt unser Tun und Handeln immer auch spannend und von Überraschungen begleitet. Das Erntefest ist wie eine Ouvertüre für das kommende Schuljahr und sagt uns: Wirkliches Leben ist verdankt.

Georg Deisenrieder
Pastoralreferent

Das diesjährige Erntedankfest findet am 7. Oktober statt. Wer es in der Einrichtung feiern möchte, kann zur Vorbereitung im Referat für Pastoral und religiöse Bildung Hilfsmaterialien anfordern.