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Meditativer Impuls März 2021

"Du stellst meine Schritte auf weiten Raum - Die Kraft des Wandels"

Das aktuelle Hungertuch der Misereor-Fastenaktion 2021 zeigt drei Leinwände. Die aus Chile stammende Künstlerin Lilian Moreno Sánchez hat Betttücher aus einem Krankenhaus und vom Kloster Beuerberg bei München zusammengenäht. Entstanden ist dieses Kunstwerk in Augsburg. Geschwungene Linien aus Kohle fallen auf den ersten Blick ins Auge. Als Malvorlage diente ein Röntgenbild. Es ist der zerbrochene Fuß eines Mannes, der im Oktober 2019 in Santiago de Chile auf die Straßen ging, um für Menschenrechte zu demonstrieren. Unter den zahlreichen Demonstranten gab es 29 Tote und 4900 Verletzte.

„Das MISEREOR-Hungertuch 2021 „Du stellst meine Füße auf weiten Raum" von Lilian Moreno Sánchez © MISEREOR"

Dieser Fuß hat Symbolkraft. Er steht für alle Füße, die irgendwie in die Zukunft gehen möchten, aber wie verletzt, gelähmt oder festgebunden nicht von der Stelle kommen. Manche Füße können auch nicht gehen, weil sich keine Perspektive auftut, weil Träume zerplatzt sind oder Ängste die Sicht versperren.

Doch bei genauer Betrachtung finden wir inmitten der schwarzen Linien auch Formen und Flächen aus Leinöl und Pastellfarben. Die Tücher sind zusätzlich durchwirkt mit Goldfäden. Dazwischen Blätter und Blüten, ebenfalls aus Gold. Sie sprechen von Aufbruch und Entfaltung, vom goldenen Faden, der in die Freiheit führt.

Auf was richten wir in dieser Zeit unser Auge? Auf die Brüche des Lebens oder die goldenen Glücksmomente? Welchen Botschaften schenken wir Vertrauen?  Die Künstlerin sagt im Interview:

 

 „Die Kraft des Wandels ist die Kraft,
die wir in Krisensituationen brauchen, um durchzuhalten
und um etwas innerlich und grundsätzlich in uns zu ändern."

 

Wandel und Veränderung ist möglich – auch in den Zeiten, in denen der Bewegungsradius eingeschränkt ist. Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der EINEN WELT können überall gesetzt werden. Und Liebe kennt eh keine Grenzen und ist von Haus aus raumübergreifend.

Wir gehen auf Ostern, das Fest der Verwandlung, zu. Im Glauben finden wir zusätzlich Kraft, aufzustehen, Schritt für Schritt neue Wege zu wagen, mit einem Gott, zu dem wir beten dürfen: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum" (Ps 31,9).

In dem Vertrauen, dass auch heute golddurchwirkte Zeiten der Verwandlung möglich sind, wünscht einen gesegneten Weg auf Ostern zu                                                      

Georg Deisenrieder

 

Hinweis: Informationen, Meditationen, Bildbetrachtungen zum Misereor-Hungertuch finden Sie in der Homepage von: MISEREOR-Hungertuch | MISEREOR Fastenaktion